Hauptsache gewonnen: Brünninghausen feiert ersten Saisonsieg - Schüren hadert mit eigenem Spiel

hzFußball-Westfalenliga

Der FC Brünninghausen kann doch noch gewinnen. Beim 3:1-Sieg in Schüren muss die Elf von Maximilian Borchmann allerdings bis zur letzten Sekunde zittern. Der BSV hadert mit dem eigenen Spiel.

Dortmund

, 25.08.2019, 20:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Maximilian Borchmann nutzte noch einmal die ganze Länge des Platzes. 30, vielleicht 40 Meter tigerte der Trainer des FC Brünninghausen weg von seiner Bank in Richtung Schürener Eckfahne. Bloß weg hier, am liebsten nichts mehr sehen. Schon gar nicht diesen letzten Freistoß, diese womöglich letzte Chance des BSV Schüren in der dritten Minute der Nachspielzeit, um beim Stand von 1:2 zumindest doch noch einen Punkt zu retten.

„Für mich waren diese letzten vier Minuten Nachspielzeit gefühlt wie eine Stunde“, sagte Borchmann später, als seine Mannschaft längst auf dem Weg in die Kabine war und ausgelassen den am Ende vielleicht etwas glücklichen, aber verdienten 3:1 (1:1)-Erfolg feierte, und er gab offen zu: „Ich halte so etwas einfach nicht aus.“

Schürens Leeroy Boatey brachte den Ball also ein letztes Mal hoch in den Brünninghauser Strafraum. Doch im Getümmel sicherte sich FCB-Torhüter Leon Broda schließlich die Kugel und manövrierte sie mit einem langen Schlag über den gesamten Platz geradewegs in den Lauf von Nils da Costa Pereira – und der 20-Jährige verwandelte alleinstehend vor BSV-Keeper Felix Wenderoth, Vertreter der etatmäßigen Nummer eins Sascha Samulewicz, zum 3:1-Endstand. „Heute“, sagte Borchmann dann auch sichtlich erleichtert, „war es egal, wie wir gewinnen. Hauptsache wir haben gewonnen.“

Stratakis trifft mit der ersten Chance

Der FC Brünninghausen war mit der Hypothek von zwei Niederlagen zum Start in diese Westfalenliga-Saison in die Partie gegangen und variierte je nach Spielsituation zwischen einer Dreier- oder einer defensiveren Fünferkette. Die Gastgeber aus Schüren dagegen wollten den Schwung des 2:1-Sieges gegen den SV Sodingen mitnehmen. Und gleich mit der ersten Chance der Partie erhöhte der BSV den Druck auf die Gäste noch mal ein gutes Stück mehr. Nach einem langen Pass lief Sotirios Stratakis alleine auf das Tor von Leon Broda zu und verwandelte eiskalt zur 1:0 Führung (8.).

Das Gegentor zeigte durchaus Wirkung bei Brünninghausen, zwar war das Team mit seiner dominanten Spielweise über weite Strecken der ersten Halbzeit optisch überlegen, doch bis auf zwei Halbchancen durch Patrick Trawinski (14., 15.) führten die Offensivbemühungen kaum zu nennenswerten Aktionen.

Jetzt lesen

Es war die Phase, in der Schüren die Partie mit einem konsequenteren und mutigeren Offensivspiel vielleicht in andere Bahnen hätte lenken können. „Wir durften spielen, haben es aber nicht getan“, monierte Trainer Arthur Matlik im Nachhinein. „Brünninghausen hat uns viele Räume angeboten, nur haben wir diese nicht angenommen und sie so letztlich am Leben gelassen.“ Auch BSV-Stürmer Eyüp Cosgun haderte: „Im letzten Drittel hat das letzte Quäntchen gefehlt, das letzte bisschen Qualität im Passspiel. Hätten wir das besser gemacht, wäre heute viel mehr drin gewesen für uns.“

Pionteks sehenswerte Einzelaktion bringt die Wende

So aber kam der FCB zurück, doch es bedurfte dennoch einer herausragenden Einzelaktion Amadeus Pionteks, der die Lebensgeister des Oberliga-Absteigers endgültig wecken und seine Mitspieler aus der drohende Lethargie herausreißen sollte.

Der 26-Jährige, über links in den Strafraum ziehend, umkurvte auf engstem Raum zwei, drei, vier BSV-Verteidiger, behielt im entscheidenden Moment die Übersicht und legte quer auf den freistehenden Luke Newman, der zum 1:1 einschob (35.). Piontek ballte die Fäuste und schrie seine Freude derart lautstark heraus, dass womöglich sogar der Stadionsprecher in Schüren erschrak und prompt ihn, den ehemaligen Spieler des BSV, zum Torschützen auserkor.

„Ama hat heute ein super Spiel gemacht“, sagte sein Trainer Maximilian Borchmann, nicht allein wegen der sehenswerten Vorbereitung zum Ausgleich. „Er hat unserem Spiel insgesamt Balance gegeben und hat das Tempo mal rausgenommen, mal verschärft.“

Trawinski sieht Gelb-Rote Karte in hektische Schlussphase

Der FCB witterte bis zur Pause Morgenluft, drängte nun mehr auf das Tor der Schürener, fiel nach dem Wechsel jedoch in alte Muster zurück und gewährte den Gastgebern erneut viel Platz und Chancen. „Am Ende“, sagte BSV-Trainer Matlik, „haben wir uns selbst ein Bein gestellt. Nicht nur beim Ausgleich, sondern auch beim zweiten Gegentreffer.“

Eine Freistoßflanke von da Costa Pereira landete in der 72. Minute punktgenau auf dem Kopf von Innenverteidiger Sebastian Kruse, der aus sieben Metern über Wenderoth hinweg zum 2:1 traf. Es folgte eine hektische Schlussviertelstunde, in der Patrick Trawinski innerhalb von zwei Minuten die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns nach einer angeblichen Schwalbe sah und Nils da Costa Pereira seinen Trainer endgültig beruhigen sollte. Wie er schon sagte: „Hauptsache gewonnen.“

BSV: Wenderoth - Dos Simeos, A. Cosgun, Tomaschweski (80. Al Hasan), Mönig - Arpaci, Radojcic (56. Merkel), Stratakis - Boatey, Erdur (70. Güreser) - E. Cosgun
FCB: L. Broda - Kruse, Brauer, Lötters - Piontek - Kösecik, Enzmann (83. Yarokha), Terzicek (66. Palmieri), da Costa Pereira - Newman (90. Sonnen), Trawinksi
Tore: 1:0 Stratacis (8.), 1:1 Newman (35.), 1:2 Kruse (73.), 1:3 da Costa Pereira (90.+4)
Gelb-Rote Karte: Trawinski (89.)
Lesen Sie jetzt