Herausragend gegen Düsseldorf: Ein Neuzugang findet seinen Platz bei Borussia Dortmund II

Fußball-Regionalliga

Erst in diesem Sommer ist der Offensivspieler zu Borussia Dortmund II gestoßen. Seit dem 4:2 gegen Düsseldorf dürften die meisten nun wissen, welch großes Potenzial in dem 21-Jährigen schlummert.

Dortmund

, 02.09.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herausragend gegen Düsseldorf: Ein Neuzugang findet seinen Platz bei Borussia Dortmund II

Chris Führich (l.) war an allen vier Toren gegen Düsseldorf beteiligt. © Thomas Bielefeld

Chris Führich ließ keine Zweifel zu. Auch wenn die Düsseldorfer immer wieder anrennen würden, wenn sie Eric Oelschlägel im BVB-Tor noch so sehr mit ihren gut platzierten Schüssen bedrängen würden, er würde eine Antwort parat haben: „Sie hatten heute viele Chancen und wir müssen defensiv auf jeden Fall noch kompakter stehen“, sagte der Mann des Spiels hinterher.

Zwei Tore und zwei Vorlagen hatte Chris Führich auf den Rasen der Roten Erde gezaubert und so dafür gesorgt, dass die Gäste zwar bis zum Schluss auf eine Wende hoffen durften, sie aber nicht zustande kam.

Er hatte schon in den vorangegangenen Spielen seine Möglichkeiten, doch der aus der U23 vom 1. FC Köln gekommene Mittelfeldspieler hatte das Pech am Fuß kleben. Schob den Ball vorbei am Tor oder dem Torhüter in die Arme.

Gegen Düsseldorf platzt der Knoten

Das Resultat in den ersten vier Spielen vor dem Erfolg gegen Düsseldorf: Nur ein ergebnistechnisch knapper 2:1-Sieg gegen die Sportfreunde Lotte, ein unnötiges 2:2-Remis in Haltern sowie zwei Niederlagen in Essen und in Wuppertal. Doch jetzt gegen Düsseldorf platze der Knoten endlich.

Natürlich muss die U23 vom BVB defensiv noch kompakter stehen, ließ gegen die U23 der Fortuna viel zu viele Chancen zu. Doch auf der anderen Seite hatte die Mannschaft von Trainer Mike Tullberg nicht nur ihrerseits sehr viele Umschaltmomente, sondern auch hochkarätige Torchancen.

Und das lag nicht zuletzt an Chris Führich, der die linke Seite mit Dribblings bearbeitete, als wollte er sie zerpflügen. Immer wieder lief er an, fintierte rechts, ging links vorbei und legte dann ab oder schoss selbst. „Ich hatte auch vorher Selbstvertrauen, nur da haben die Tore gefehlt“, sagte Führich hinterher, „und ich bin froh, dass es jetzt mal damit geklappt hat.“

Führich an vier Toren beteiligt

Gegen Düsseldorf war er an allen vier Treffern beteiligt, wurde bei seinen eigenen von Magnus Kaastrup und Steffen Tigges bedient und legte die anderen beiden mit genau getimten Pässen in den Lauf von Tigges auf. „Er hat heute herausragend gespielt“, sagte Tullberg hinterher und wiederholte dann, was schon Manager Ingo Preuß bei der Verpflichtung des 21-Jährigen gesagt hatte, der ja beim FC auch schon Profiluft schnuppern durfte: „Er wird sich auch für höhere Aufgaben empfehlen können.“

Denn Chris Führich - das war nicht erst gegen Düsseldorf zu erkennen - sticht aus dem reichhaltigen Talentepool der schwarzgelben U23 noch einmal ein Stück heraus. „Ich kenne ihn schon länger“, sagte Tullberg, der ihn in der U19 von Rot-Weiß Oberhausen trainiert hatte, „ich weiß, was in ihm drinsteckt.“

Vieles davon konnte man auch schon auf bundesweiter Bühne sehen. Sein Bundesliga-Debüt für den FC gab er am 13. Dezember 2017 ausgerechnet gegen die Bayern. Einem frechen Kurzeinsatz folgte die Startelf-Berufung gegen den VfL Wolfsburg sowie ein weiterer vor der Haustür seiner Eltern in Castrop-Rauxel: Im DFB-Pokal bei Schalke 04.

Führich nimmt erneutes Angebot des BVB an

Doch es blieben seine einzigen - das Vertrauen von ganz oben war nicht mehr da, seine Leistungen lieferte er künftig nur noch für die Kölner U23 ab - unter anderem auch beim 2:0-Erfolg im April 2019 gegen die U23 des BVB.

Die Folge war das erneute Angebot aus Dortmund - schon vor seinem ersten Seniorenjahr hatte Ingo Preuß ihn ja umworben - und schließlich der Wechsel, näher an die Heimat, wo er nun genau das wieder spürt, was er für sein mutiges, freches Spiel benötigt. Wo sie an ihn glauben. Chris Führich beginnt gerade erst, das Vertrauen in ihn zurückzuzahlen. „Wenn er so weitermacht, werden wir noch viel Spaß an ihm haben“, sagte Tullberg.

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