Hörder Schock weicht Zuversicht. Dafür sorgen drei Top-Neuzugänge

Volleyball

Sechs Korsettstangen waren dem Volleyball-Drittligisten TV Hörde zum Saisonende weggebrochen. Mit drei Neuzugängen und zwei Nachwuchskräften scheint über Dortmunds Süden wieder die Sonne.

Dortmund

, 22.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noah Voswinkel, Fabijan Slacanin, Leon Voswinkel, Florian Janssen (v.l.) und der Rest der Truppe freuen sich auf die neue Volleyball-Saison

Noah Voswinkel, Fabijan Slacanin, Leon Voswinkel, Florian Janssen (v.l.) und der Rest der Truppe freuen sich auf die neue Volleyball-Saison © Dieter Menne Dortmund

Die erste Teambuilding-Maßnahme haben die Hörder Volleyballer bereits erstklassig gelöst: In einem „Escape Room“ in Dortmund galt es, als eingespielte Truppe durch gemeinsame Lösungen einen fingierten Bombenanschlag auf die BND-Zentrale zu verhindern. „Da war viel Teamwork gefragt, das hat schon prima funktioniert. Jetzt sind wir komplett, wir können durchstarten“, sagte TVH-Trainer Michael Kohne mit einem Schmunzeln.

Sechs Routiniers haben aufgehört

Der Schock über den Exodus der Routiniers nach dem Corona-bedingten, plötzlichen Ende der vergangenen Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse ist längst ordentlichem Optimismus gewichen. Und daran sind die drei Neuzugänge nicht ganz unschuldig. Der erste Neuzugang am Phoenixsee war mit dem variabel einsetzbaren Lukas Lübke ein „alter Bekannter“, der in der Jugend mit dem TV Hörde erfolgreich war (RN berichteten). Lübke hatte bereits mit TVH-Außenangreifer Fabijan Slacanin als Beacher im Sand prächtig harmoniert.

TVH-Trainer Michael Kohne (Mitte) hat eine junge Truppe um sich herum.

TVH-Trainer Michael Kohne (Mitte) hat eine junge Truppe um sich herum. © Oliver Schaper


„Ich kenne Lukas bereits seit acht Jahren, damals aus Moers, und wir haben uns nie aus den Augen verloren. Er ist einer meiner Wunschspieler“, sagt Kohne, der inzwischen auch seinen zweiten Wunschspieler begrüßen darf: Mit Max Lübbert kommt aus Solingen ein junger Spieler für die Libero-Position, die nach dem Rückzug von Marius Harrmann und Hans-Peter Ludwig vakant war.

Kommissar Zufall hilft

Und dann spülte „Kommissar Zufall“ eine dritte Verstärkung an den Phoenixsee, die dem Hörder Trainer die absolute Zuversicht zurückgab, auch in der kommenden Spielzeit, die am 12. September mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Rheinsieg Volleys aus Menden-Much an der Seekante beginnt, eine gute Rolle spielen zu können. Patrick Berges heißt der Neue, gebürtig aus dem benachbarten Lüdinghausen, ehemaliger Junioren-Nationalspieler aus dem Volleyball-Internat in Frankfurt. Der 23-Jährige bringt Erfahrung aus der 1. und 2. Bundesliga in Frankfurt und Schüttorf mit, ist gelernter Mittelblocker, hat aber auch auf Außen angegriffen und zuletzt studienbedingt pausiert.

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Zusage sofort nach dem Probetraining

„Als im Probetraining sein erster Ball förmlich eingeschlagen ist, habe ich das Leuchten in seinen Augen gesehen. Er hat dann sofort bei uns zugesagt“, berichtet Kohne, der nicht nur über Berges, sondern über seine gesamte Formation sagt: „Unsere Mannschaft ist einerseits noch jung, aber andererseits auch schon mit viel Erfahrung ausgestattet. Ich bin sicher, mit dem Abstieg haben wir in der nächsten Saison nichts zu tun“.

Slacanin bleibt in Hörde

Nachdem das hochveranlagte Hörder Eigengewächs Fabijan Slacanin zwischenzeitlich mit einem Engagement beim Zweitligisten Bocholt geliebäugelt hatte, bleibt der schlagkräftige Außenangreifer nun doch den Männern aus dem Dortmunder Süden erhalten, auch das eine gute Nachricht für den Trainer. Und aus der zweiten Mannschaft des TVH rücken in der kommenden Spielzeit Hendrik Lau und Sammy Danne ins Drittliga-Team auf. Die Bemühungen, Zuspieler Lukas Salimi zu einer Rückkehr zu bewegen, waren gescheitert, der 18-Jährige hat sich für den Zweitligisten Moers entschieden. Mit Christoph Bielecki und Tom Bartel sind die Hörder auf der Zuspieler-Position dennoch gut aufgestellt.

Noch kein Saisonziel formuliert

Beim Thema Saisonziel sind die Hörder noch zurückhaltend, innerhalb der Mannschaft um den neuen Kapitän Noah Voswinkel wurde – im Gegensatz zu früheren Jahren – noch keines formuliert. Fleißig trainiert wird dennoch, drei Mal pro Woche und unter Einhaltung des offiziell genehmigten Hygiene-Konzeptes. Heißt: Vor der Halle verteilt Trainer Kohne eine Runde Desinfektionsmittel, in die Halle geht´s mit Mund-Nasen-Schutz, und im Training gibt´s nur Angriffe ohne Block, umso mehr stehen Annahme und Abwehr im Mittelpunkt der Übungseinheiten. Vor dem Saisonstart gebe es „noch Riesenfragezeichen“, wie Michael Kohne vermutet. Die Vorfreude auf die neue Spielzeit trübt das in Hörde aber nicht.

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