Hörder Volleyballer wagen gemeinsam das „Abenteuer 3. Liga“

Volleyball

Finanziell ist es ein großer Kraftakt für einen Dortmunder Vorort-Volleyball-Klub, dennoch wollen die Hörderinnen und Hörder das Abenteuer 3. Liga wagen. Am Wochenende geht´s los.

Hörde

, 13.09.2019, 11:44 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hörder Volleyballer wagen gemeinsam das „Abenteuer 3. Liga“

Die Hörder Frauen und Männer pritschen und schmettern ab dem Wochenende in der 3. Liga. © Dieter Menne Dortmund

Bernd Janssen, der Abteilungschef der Hörder, atmet noch einmal tief durch, sagt dann: „Es wäre ein Desaster gewesen, wenn wir das nicht hinbekommen hätten. Wir hoffen, dass sich das Investment lohnt und sich beide Mannschaften auch in der dritthöchsten deutschen Spielklasse etablieren können“.

„An der Kante“

Dort sind die Männer des TV Hörde schon länger, Ende vergangener Saison folgten nach zwei Aufstiegen in Serie nun auch die Frauen. Das löste neben riesigem Jubel auch direkt einige Rechenexempel aus, wie Janssen weiter erklärt:

„Es wäre ein Desaster gewesen, wenn wir das nicht hinbekommen hätten“
Bernd Janssen
Abteilungschef TVH

„Mit dem Sprung in die 3. Liga geht man vom Westdeutschen Verband in die Obhut des DVV. Da werden neben anderen Auflagen auch 10.000 bis 12.000 Euro pro Mannschaft fällig, das ist für uns finanziell ein großer Kraftakt und wird uns bis an die Kante dessen bringen, was wir verantworten können. Aber wir werden es versuchen“.

Kohne trainiert Männer

Während das Männerteam am Samstag (19 Uhr) mit nahezu unverändertem Kader (Lenard Exner tritt kürzer, Lukas Salimi wechselt nach Münster), allerdings mit dem neuen Trainer Michael Kohne an der Seitenlinie, auswärts bei VfL Lintorf die Saison eröffnet, werden sich die TVH-Fans am Sonntag (16 Uhr) beim Heimauftakt der Frauen gegen TV Eiche Horn Bremen in der Halle am Phoenixsee verwundert die Augen reiben. Wenn der bewährte DJ Sven Wiggermann, der „Mann mit der Goldenen Jacke“, zum Mikrofon greift, kann er 16 Spielerinnen im Hörder Trikot anmoderieren, darunter viele neue Gesichter.

Williams nun Frauen-Trainerin

Und die gar nicht mal so neue Trainerin „Teee“ Williams, die nach erfolgreicher Arbeit vom Männer- in den Frauen-Bereich wechselte und Aufstiegstrainerin Sanni Köster nachfolgt. „Im Trainerbereich sind wir sehr stabil, das ist ein Glücksfall für den Verein“, weiß Abteilungschef Janssen. Der jüngste Coup auf der Spielerinnenseite ist die Rückkehr von Alisha Ossowski, die aus beruflichen Gründen wieder nach Dortmund zurückkehrte. Die 24-jährige Außenangreiferin bringt vom USC Münster Erst- und Zweitliga-Erfahrung mit. „Sie wird vor allem bei den Heimspielen zugegen sein“, erklärt Teamsprecherin Helen Rauscher aus dem Aufstiegsteam, die selbst „standby“ weiterhin zur Verfügung steht.


Viele neue Gesichter

Weitere Neuzugänge sind Frauke Bartonitz (Libera) vom Münsteraner Drittligisten Blauweiß Aasee (die bereits die Jugend in TV Hörde gespielt hat und sich mittlerweile sowohl in der 2. Liga bei Werne als auch in der 3. Liga etabliert hat).

Hörder Volleyballer wagen gemeinsam das „Abenteuer 3. Liga“

Die Rothemden aus Hörde wollen die Fans in der Halle am Phoenix-See begeistern. © Dieter Menne Dortmund

Dann kamen Ruth Lichte (Diagonal) und Merve Altas (Libera, derzeit durch einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß außer Gefecht) vom ASV Senden (3. Liga). „Alle drei Spielerinnen sind sowohl menschlich als auch spielerisch absolute Gewinne und werden uns durch ihre Erfahrung bereichern“, ist Rauscher überzeugt.

Erfolgreicher Sand-Sommer

Damit nicht genug: Mit Sabrina Meintrup (Diagonal/ derzeit verletzt) aus Haltern und Lena Bernhard (VC Minden/Außen-Annahme) kamen zwei veranlagte Spielerinnen zum TVH. Ganz aktuell wurde noch Mittelblockerin Marlene Heiderhoff vom Oberligisten Telstar Bochum ins Team geholt. Mit Dana Kastrup und Lena Büchner sind dann wieder drei Mittelblockerinnen an Bord.

Nach einem erfolgreichen Sommer im Sand kehrt auch Svenja Müller, Vierte bei der U21-Beach-Weltmeisterschaft, nach Hörde zurück, sie widerstand dem Werben anderer hochklassiger Klubs.

Bangen um Gega

Die volleyballerische Zukunft der zweiten Säule im Aufstiegsteam, Samantha Gega, ist hingegen offen: Nach einem kompletten Bänderschaden im Knie und zwei Operationen ist unklar, ob sie überhaupt wieder pritschen und baggern kann.

Mit Julia Rietz (Umzug nach Hamburg und Jobwechsel) und Katharina Pesek (Umzug nach Münster durch die Aufnahme eines Masterstudiengangs und somit Wechsel zum Konkurrenten Blauweiß Aasee) gab es zwei schmerzhafte Abgänge auf der Mittelblocker-Position. Sara Jagst (Libera) tritt aus privaten Gründen kürzer, Positionskollegin Anne-Marie Blome hat jedoch für eine weitere Saison zugesagt.

Aufgeregt ins Heimspiel

Dass es gleich mit einem Heimspiel losgeht, weckt bei den Hörderinnen größte Vorfreude: „Wir sind aufgeregt vor dem ersten Spiel vor heimischem Publikum“, verrät Rauscher, und sagt noch, dass das Kommen auf jeden Fall lohne, denn: „Wir haben neben Gegrilltem und Getränken eine Tombola organisiert, da gibt´s vier Tickets für den Familienblock beim BVB-Heimspiel gegen Werder Bremen zu gewinnen“.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt