Huck und Hammer rühren die Werbetrommel

Boxen

Vor dem großen Kampfabend am Samstag (1. April / 22.45 Uhr auf RTL) in der Dortmunder Westfalenhalle haben Cruisergewichtler Marco Huck und Lokalmatadorin Christina Hammer beim öffentlichen Boxtraining in der BVB Fanwelt am Signal Iduna Park die Werbetrommel gerührt. Das Dortmunder Publikum ist noch nicht so elektrisiert - doch das soll sich ändern.

DORTMUND

, 30.03.2017, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der IBO-Weltmeister im Cruisergewicht, marco Huck, hofft am Samstag auf die volle Unterstützung des Dortmunder Publikums.

Der IBO-Weltmeister im Cruisergewicht, marco Huck, hofft am Samstag auf die volle Unterstützung des Dortmunder Publikums.

„2005 habe ich im Vorprogramm von Klitschko in der Westfalenhalle geboxt. Das hat mich elektrisiert“, gerät Marco Huck ins Schwärmen. Seit diesem Tag träumte der Cruisergewichtler davon, eines Tages selbst in Dortmund einen Hauptkampf auszuboxen. Morgen geht sein Traum endlich in Erfüllung.

Zwei Titel auf dem Spiel

Gegen den noch ungeschlagenen Letten Mairis Briedis geht es für Huck um den Weltmeistertitel der IBO, den er selber hält, und den Titel der WBC, der vakant ist. Noch so ein Traum, den sich der 32-Jährige erfüllen will: „Diesen grünen Gürtel haben schon Muhammad Ali und Mike Tyson getragen. Den will ich auch unbedingt in meiner Sammlung haben.“

Noch nicht ganz so elektrisiert wie „Käpt’n Huck“ zeigt sich hingegen das Dortmunder Publikum gestern beim öffentlichen Training. Nur rund 150 Schaulustige haben sich in der BVB Fanwelt am Signal Iduna Park eingefunden, darunter BVB-Keeper Roman Weidenfeller. Die Gäste können neben Huck auch Lokalmatadorin Christina Hammer, die morgen im Vorkampf gegen die Schwedin Maria Lindberg ihren WBC-Titel im Mittelgewicht verteidigen will, bestaunen. Hammer gibt Kostprobe

Hammer gibt eine Kostprobe

Die 26-Jährige gibt gestern als Erste eine Kostprobe ihres Könnens ab: Seilspringen mit einfacher und doppelter Geschwindigkeit, danach etwas Schattenboxen, schließlich ein paar Minuten Pratzentraining mit ihrem Coach Dimitri Kirnos, 82 Jahre, selber noch topfit. Ihn lässt sie nicht aus den Augen, fokussiert ihren Coach, tigert um ihn herum, gleicht seine Bewegungen mit dem eigenen Oberkörper aus. Und dann, nach einigen Augenblicken, lässt Hammer ein paar Schlagkombinationen mit ihren glänzenden, feuerroten Boxschuhen um die Wette blitzen. Und schnell lässt sich erahnen, dass Lindberg ein ähnlich unangenehmer Abend bevorsteht wie am 27. Mai 2011.

Auch damals boxten die Kontrahentinnen gegeneinander, Hammer gewann einstimmig nach Punkten. Das soll sich in ihrer „Heimatstadt“ nicht ändern: „Die Zeit ist auf meiner Seite. Ich war damals 20 Jahre alt, jetzt bin ich in noch viel besserer Form – es wird nichts anderes als eine Niederlage für sie dabei herauskommen“, ist sich „Lady Hammer“ sicher.

Huck zeigt sich siegessicher

Auch Hauptattraktion Marco Huck gibt sich am Donnerstag siegesgewiss: „Mit einer Niederlage beschäftige ich mich gar nicht. Der Bessere soll gewinnen. Und meines Erachtens bin ich das. Sonst wär ich hier fehl am Platze.“ Trotzdem weiß der gebürtige Serbe um die Schwere des bevorstehenden Duells. Der Lette Briedis ist die Nummer eins der WBC, hat alle seine 19 Kämpfe gewonnen, 16 davon vorzeitig.

„Das wird ein großer Kampf. Da stehen sich zwei brandgefährliche Gegner gegenüber, die Chancen stehen 50:50. Das ist toll für die Fans. Keiner weiß, wer gewinnt“, sagt Huck, der noch einen guten Rat für die Zuschauer vor den Fernsehgeräten parat hat: „Holt euch besser nichts zu trinken. Es kann in jeder Sekunde vorbei sein.“

Jeden Moment aufsaugen

Bis dahin will Huck aber jeden Moment aufsaugen. „Die Leute denken immer, man bekomme nichts mit, weil man im Tunnel ist. Das stimmt nicht. Im letzten Kampf habe ich mir in Runde vier die Hand gebrochen. Und es mitbekommen – leider.“

Huck hielt durch und gewann nach zwölf Runden. Das ist auch morgen sein Ziel. Und das Publikum soll ihn dabei tatkräftig unterstützen: „Ich brauche Samstag jede einzelne Stimme von euch!“ Bleibt nur zu hoffen, dass der Funke noch auf die Dortmunder überspringt.

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