Im Video: Sölde-Spieler erzielt laut seinem Coach das „beste Tor, das ich je gesehen habe“

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Es ist eine ungefährliche Situation, 40 Meter vor dem gegnerischen Tor legt sich ein Spieler vom VfR Sölde den Ball hin - und lässt danach Mit- und Gegenspieler verblüfft zurück.

von Dennis Winterhagen

Dortmund

, 19.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst Sabine, dann Victoria. Gemeint sind dabei nicht etwa zwei Fußballspielerinnen, sondern die beiden Stürme, die das Ruhrgebiet an den vergangenen beiden Wochenenden ordentlich durchschüttelten.

Auch auf den Fußballplätzen bließ der Wind - und hatte teilweise maßgeblichen Anteil an Toren und Ausgängen der Partien. Manch einer hatte darunter zu leiden, manch einer profitierte davon – einer der Glückspilze war ein Kicker des VfR Sölde von der Zweiten Mannschaft. 40 Meter, ein Schuss, ein Tor.

„Das beste Tor, dass ich jemals gesehen habe“

Die 30. Minute läuft, der Ball ruht – trotz Victoria – und liegt fast an der Mittellinie. Sölde bekommt einen Freistoß zugesprochen, Patrick Johann legt sich den Ball zurecht. Eigentlich nichts Wildes, doch Jan-Michel Meyritz im Tor der SF Brackel 61 II sah das Übel wohl schon herbeifliegen.

Als die Nummer eins der Brackeler eine Zwei-Mann-Mauer stellte, dürfte er, ob der Entfernung zum Tor, wohl den ein oder anderen komischen Blick seiner Teamkameraden geerntet haben. Nicht aber den der Gegner, und schon gar nicht den von Marcel Möller, dem Cheftrainer der Sölder.

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„Er schießt regelmäßig unsere Freistöße und hat schon öfters Mal einen in die Winkel geknallt“, berichtet der Trainer. Am Sonntag läuft Johann an und schießt. „Zwischenzeitlich dachte ich, dass der Schuss durch die nächsten zwei Ortschaften fliegen wird“, erzählt Möller munter. Es folgte „das beste Tor, das ich jemals gesehen habe“, so der Übungsleiter.

Der gegnerische Torhüter schiebt es auf die windigen Verhältnisse

Der Ball segelt über das ganze Spielfeld. Verwirrt blicken sich die Kicker auf dem Feld an und mögen sich wohl gefragt haben: „Geht der tatsächlich rein?“ Und dann ist es auch schon passiert. Meyritz guckt verdutzt über sich während der Ball unter der Latte einschlägt. „Der Wind hat den Ball in alle Richtung gelenkt. Links, rechts, oben, unten – plötzlich war er drin“, äußert sich der Schlussmann zur Situation.

Patrick Johann erzielte den Traumtreffer für den VfR Sölde II.

Patrick Johann erzielte den Traumtreffer für den VfR Sölde II. © Nils Foltynowicz

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„Wir haben uns bereits vor dem Spiel abgesprochen, dass er, wenn es zu einem Freistoß kommt – egal von wo – einfach schießen soll“, meint der Chefcoach. „Bevor er angelaufen ist, haben wir uns kurz angeguckt und genickt.“ Und Johann sagt: „Beim Wetter dachte ich mir: Ich kann gerne mal von hier schießen. Mit guter Technik und Beihilfe des Windes ist der Ball letztlich reingegangen.“

Folgt nun die Einladung ins Aktuelle Sportstudio?

So manch einer ist nach einem derartigen Tor ähnlich abgehoben wie der Ball bei Johanns Freistoß. Die große Bühne könnte kommen: Das aktuelle Sportstudio wartet möglicherweise, eventuell sogar die Wahl zum Tor des Monats in der Sportschau. Für den Torschützen selbst hat das allerdings „keinen hohen Stellenwert. Viel wichtiger war der Sieg.“

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Dass sein Treffer ihn möglicherweise ins Sportstudio bringt, könnte an seinen Teamkollegen liegen. „Zwei von ihnen versuchen seit gestern Abend das Video publik zu machen.“

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