Krankenwagen-Einsatz, Aufholjagd, fünf Tore: Das bot das Derby zwischen Wickede und Brünninghausen

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Ein turbulent, intensives Spiel, ein perfekter Einstand, ein Krankenwagen-Einsatz und fünf Tore. Das wilde Derby zwischen Westfalia Wickede und dem FC Brünninghausen hatte viel zu bieten.

Dortmund

, 11.11.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Florian Gondrum hatte Rafik Halim vorgewarnt. Kein einziges Spiel gewann Gondrum in den letzten Jahren bei Westfalia Wickede. Die Spiele mit dem FC Brünninghausen im Pappelstadion waren stets eine ungemütliche Reise für den Spielertrainer des Westfalenligisten.

Keine guten Erinnerungen an Spiele in Wickede

Halim selbst hat ebenfalls keine allzu guten Erinnerungen an Auswärtsspiele bei der Westfalia. „Auch ich habe mit Aplerbeck, selbst wenn wir Titelaspirant und Wickede Abstiegskandidat war, sehr selten gewonnen“, sagte der 35-Jährige, der am Sonntag seinen Einstand als FCB-Trainer feierte.

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Doch woran lag das? Halim klärte auf: „Die schaffen es einfach, eine Stimmung zu erzeugen, die es für gegnerische Mannschaften schwierig macht, zu bestehen.“

Und Westfalia Wickede gelang genau das: Im Westfalenliga-Derby gegen den FC Brünninghausen spielte die Mannschaft von Alexander Gocke wie berauscht auf, führte schon nach vier Minuten. Nach einer famosen Einzelleistung von Finn Jona-Heinings staubte Marcel Großkreutz ab. Der Wickeder Dauerdruck hielt an und fand drei Minuten später eine erneute Belohnung: Mehmet Erdogan erhöhte nach einer Ecke auf 2:0.

„Dann ist das Derby frühzeitig gegessen“

„Wir haben jede Aktion, egal ob es ein Einwurf oder ein Zweikampf war, gefeiert“, erklärte Westfalia-Trainer Gocke. Wickede schien die richtige Einstellung an den Tag zu legen, präsentierte sich in exzellenter Verfassung – in den ersten 35 Minuten.

Finn Jona-Heinings, Robin Dieckmann, Lukas Homann, sie alle hätten erhöhen können, scheiterten aber an Leon Broda oder dem Aluminium.

„Ich glaube, dass wir mit einer größeren Konsequenz und mit ein bisschen Glück auf drei, vier null stellen können“, sagte Gocke. „Dann ist das Derby frühzeitig gegessen.“

Stattdessen musste Wickede dem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen, ließ Brünninghausen in leichten Ansätzen ins Spiel zurückfinden. „Sie haben uns von der ersten Minute an den Schneid abgekauft. Die haben die Zweikämpfe gewonnen, alle zweiten Bälle waren bei denen“, beschrieb Halim die Anfangsphase.

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„Wir haben von Minute zu Minute immer besser ins Spiel gefunden – und das war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir ins Spiel gefunden und den Kampf angenommen haben.“

Womöglich spielte dabei die mehrminütige Verletzungsunterbrechung von Wickedes Torwart Malte Remmert und Brünninghausens Sebastian Schröder eine Rolle, die Tempo aus der intensiven Partie nahm. Beide prallten im Strafraum zusammen, verließen benommen Platz, ein Krankenwagen musste kommen.

Der wichtigste Treffer der Partie

Und so schaffte es der FC Brünninghausen, wieder in die Partie zu kommen, erzielte das laut Kapitän Hendrik Brauer „wichtigste Tor“ der Partie in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach einer Ecke stand Florian Gondrum frei, erzielte aus wenigen Metern den Treffer, den Wickedes Muhammed Cakir abfälschte.

Brünninghausen war wieder in der Partie. In Hälfte zwei zwar nicht mit dem Druck, den Wickede im ersten Durchgang entfachte, aber mit dem benötigten Tor: Eine schöne Ballstafette fand erneut Gondrum als Abnehmer.

Krankenwagen-Einsatz, Aufholjagd, fünf Tore: Das bot das Derby zwischen Wickede und Brünninghausen

FCB-Spielertrainer Florian Gondrum (r.) traf doppelt gegen Westfalia Wickede. © Stephan Schuetze

2:2, alles auf Anfang. Die Intensität des Spiels nahm zu, die Wortgefechte auch. Unterhaltsam war es definitiv für die Zuschauer im Pappelstadion. Und das Spiel fand seinen Sieger im FC Brünninghausen, der jetzt auf Rang neun steht.

Der FCB setzte den Lucky Punch in Form von Patrick Trawinski, der mal wieder das entscheidende Tor schoss. In der 84. Minute verwertete er einen hohen Steilpass von Leon Enzmann.

„Es war alles drin in dem Spiel“, sagte Halim. „Besser kann man seinen Einstand nicht feiern.“ Und das trotz Vorwarnung von Florian Gondrum vor Westfalia Wickede, die auf Platz 13 abrutschen.

Westfalia: Remmert (30. Kiranyaz) - Lüder, Agyeman, Großkreutz, Krahn, Lüder - Homann, Cakir - El Moudni (66. Schreiber), Heinings, Dieckmann (74. Cevirme) - Erdogan (57. Pietryga)

FCB: Broda - Schröder (29. Palmieri), Lötters (54. El Hamassi), Kruse, Tekin - Sahin, Brauer - Trawinski (90+2. Yarokha), Terzicik (82. Newman), Enzmann - Gondrum

Tore: 1:0 Großkreutz (5.), 2:0 Erdogan (7.), 2:1 Gondrum (45+2.), 2:2 Gondrum (51.), 2:3 Trawinski (84.)

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