Kaczynski durchkreuzt Bensbergs Rechnung

2. Tennis-Bundesliga: TGW verpasst Sensation

28.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Die Überraschung war nur wenige Ballwechsel entfernt: Zwar starteten die Herren 30 der TG Westfalia mit einer 3:6-Niederlage bei GG Bensberg in ihre zweite Zweitliga-Saison, doch bereiteten sie dem Titelaspiranten wesentlich mehr Mühe als diesem lieb war. «Unsere Mannschaft hat super mitgespielt», freute sich TGW-Vorsitzender Bruno Schwenk über den couragierten Auftritt des Dortmunder Teams, das ohne einen der vier gemeldeten italienischen Spitzenspieler (in der eigenen Meisterschafts-Endrunde unabkömmlich) und auch ohne Oliver Vorwald auskommen musste. Doch allen personellen Widrigkeiten zum Trotz präsentierten sich die Westfalen von ihrer besten Seite und schafften einen schon erstaunlichen 3:3-Zwischenstand nach den Einzeln. Marek Kaczynski, schon im letzten Jahr in allen sechs Einzeln der 2. Liga ungeschlagen, überraschte den Tschechen Radomir Vasek mit einem 7:5, 7:6-Erfolg. «Den Punkt hatten die Bensberger eigentlich einkalkuliert», erklärte Schwenk. Dabei konnte dem Dortmunder selbst der Umzug auf den schnellen und harten Teppichboden nichts anhaben. Claudius Rink (6:3, 6:2 gegen Maurice Szpydowski) und Thomas Ulatowski (6:3, 7:6) steuerten die beiden weiteren Einzelpunkte bei. Ein viertes Erfolgserlebnis verpasste Henrik Müller-Frerich nur hauchdünn. Der Neuzugang der TGW musste sich Roman Smotlak zweimal erst im Tiebreak geschlagen geben, weil sich der Slowake in der «Nachspielzeit» etwas cleverer anstellte. Aber auch Jens Stephan Kemke (Foto) verkaufte sich trotz einer 4:6, 2:6-Niederlage prächtig: Immerhin hatte der an die Top-Position aufgerückte Dortmunder mit David Prinosil die ehemalige Nummer 28 der Weltrangliste zum Gegner, der seine Profi-Karriere erst vor drei Jahren beendete. Dank seiner respektlosen Spielweise durfte sich Kemke sogar über eine 3:1-Führung im ersten Satz freuen. In den Doppeln, die dann wieder im Freien ausgetragen werden konnten, wussten die Westfalen die Spannung noch weiter in die Höhe zu treiben. Rink/Müller-Frerich schnupperten bei einer euphorisch begleiteten 7:5, 4:1-Führung gegen Prinosil/Philippek an einer Sensation, die im dritten Durchgang mit 4:6 ebenso zerplatzte wie die Hoffnungen von Ulatowski und Kaczynski, gegen Vasek/Gohlke bestehen zu können. «Macht nichts», trauerte Schwenk dem verpassten Auftaktsieg nicht lange nach, «jetzt freuen wir uns auf die Heimpremiere». Am Sonntag (11) hat die TG Westfalia im Hoeschpark den Marienburger SC zu Gast, der sich mit einem 9:0-Startsieg bei BW Berlin Respekt verschaffte. Elisabeth Hammelstein

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