Kemminghausen-Chef stützt Kevin Großkreutz und spricht Hausverbot für FC Brambauer aus

hzNach Schlägerei

Erst flogen die Fäuste, jetzt der Klub: Für den FC Brambauer wird es in den kommenden Jahren keine Auswärtsspiele in Kemminghausen mehr geben. Die Dortmunder sprachen ein Hausverbot aus.

Dortmund

, 14.05.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der VfL Kemminghausen zieht Konsequenzen aus der Schlägerei beim C-Liga-Spiel zwischen der eigenen Dritten Mannschaft und dem FC Brambauer II: „Ich habe dem FC Brambauer für alle Mannschaften ein Hausverbot ausgesprochen“, sagt Gerhard Wegner, Vorsitzender des Klubs. Diese Maßnahme ist dem Lüner Klub auch schriftlich zugestellt worden und deshalb möglich, weil dem VfL die Anlage am Gretelweg gehört.

„Dann treten wir eben nicht an“

Für mögliche Spiele in der kommenden Saison hat Wegner angekündigt, notfalls Ordnungsgelder an den Verband zu bezahlen: „Ich habe das mit dem Kreisvorsitzenden Jürgen Grondziewski und meinem Hauptvorstand besprochen. Dann treten wir eben nicht an. Wir ziehen das durch“, sagt Wegner.

Der Vorsitzende des FC Brambauer, Ahmet Ehlikalfa, habe Wegner auf die Zuschrift geantwortet, dass es sich der VfL ganz genau überlegen solle, ob dies für ein Miteinander und Toleranz im Amateurfußball vernünftige Ansätze seien. „Das ist schon paradox“, sagt Wegner, der auf den FC Brambauer „überhaupt keine Lust mehr hat“. Bereits in der vergangenen Saison habe es mit dem Klub Probleme gegeben: „Da ist unsere dritte Mannschaft in Brambauer schonmal vom Platz gegangen, weil die Stimmung zu aggressiv war. Da haben wir auch schon bezahlt“, sagt Wegner.

Kemminghausen wollte Brambauer aus dem Weg gehen

„Wir sind aus der Kreisliga-Gruppe extra rausgegangen, um dem Verein aus dem Weg zu gehen. Und was passiert? Wir kommen in die Gruppe 4 - und haben sie wieder drin.“ Mit dem Hausverbot wolle er einem erneuten Aufeinandertreffen entgegentreten.

Wegner stützt außerdem die Darstellung von Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz, wonach dieser erst sehr viel später dazukam: „Die sind voll durchgedreht, weil jemand von außen gerufen hat, dass sie den Scheiß doch jetzt langsam lassen sollen. Das ist doch jetzt wirklich nichts Verwerfliches.“

„Kevin hat nichts gemacht“

Großkreutz sei so früh am Platz gewesen, weil sich seine Erste Mannschaft zum Essen vor dem später stattfindenden Spiel verabredet habe: „Kevin hat wirklich nichts gemacht. Er hat da auch nichts reingerufen. Da wird sich etwas aus den Fingern gesogen“, sagt Wegner, der auch nochmal bestätigt, dass sich zwei oder drei Gästespieler schützend vor Großkreutz gestellt hätten: „Die haben gesagt: Hört auf, lasst den in Ruhe, der hat da nichts mit zu tun.“

Wegner hofft, dass sich Großkreutz von den Berichten über die Schlägerei nicht davon abbringen lässt, sich weiterhin in Kemminghausen zu engagieren: „Auf Kevin lassen wir nichts kommen. Wie der sich bei uns engagiert, da ist aller Ehren wert. Gott sei Dank gab es die Video-Aufnahmen, sonst wäre alles Aussage gegen Aussage gewesen. Aber jetzt kann man deutlich sehen, wie die da wie eine Hammelhorde über den Platz gestürmt kommen.“ Großkreutz hatte das in einem Instagram-Beitrag als feige bezeichnet.

Spruchkammersitzung noch nicht terminiert

Dass Spieler der SF Brackel 61 beteiligt sein sollten, wie von Ehlikalfa behauptet, ist nicht nur für Wegner komplett abwegig: „Was haben die denn damit zu tun?“ Auch Michael Kalwa, Trainer der Brackeler, sagt: „Meine Spieler waren an diesem Tumult überhaupt nicht beteiligt. Die haben sich auf der anderen Seite des Platzes gerade warmgelaufen.“

Dass Ehlikalfa jetzt auf eine Neuansetzung hoffe, hält Wegner für blanken Hohn: „Ich hoffe, dass bei der Spruchkammersitzung etwas Vernünftiges bei rauskommt.“ Wann diese stattfindet, ist derzeit noch nicht bekannt.

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