KF Sharri: Deshalb wechselt ein Westfalenliga-Spieler mit Niveau freiwillig in die A-Liga

Fußball-Kreisliga A

Immerhin acht Tore hat Santiliano Braja in der vergangene Westfalenliga-Spielzeit für den BSV Schüren erzielt. Jetzt wechselt er in die Kreisliga A. Das versteht nicht jeder.

Dortmund

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min
KF Sharri: Deshalb wechselt ein Westfalenliga-Spieler mit Niveau freiwillig in die A-Liga

Santiliano Braja (l.) trägt jetzt nicht mehr das Trikot des BSV Schüren, sondern das des KF Sharri. © Stephan Schuetze

Der KF Sharri ist im Dortmunder Amateur-Fußball bisher nicht groß aufgefallen. Eine graue Maus der Kreisliga A wäre wohl die richtige Beschreibung. Das hat sich in der Sommerpause schlagartig geändert. Der Klub hat sich mit namhaften Akteuren verstärkt und gehört zu den Favoriten, wenn es um den Bezirksliga-Aufstieg geht.

Braja ist der bekannteste Name bei KF Sharri

Zu den in Dortmund bekannten Neuzugängen gehören Mohamed Lmcademali (VfL Kemminghausen), Soner Demir (Türkspor Dortmund), Arlind Jashanica (Westfalia Wethmar) und Denis Ljatifi (TuS Hannibal). Der bekannteste Name ist wohl der von Santiliano Braja. Der Stürmer ist mit dem BSV Schüren und dem Kirchhörder SC in die Westfalenliga aufgestiegen. Zwischenzeitlichte kickte er noch in der Oberliga für den ASC 09 Dortmund.

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Aber warum verlässt ein Spieler seiner Qualität den Westfalenligisten BSV Schüren und schließt sich dem KF Sharri an? Nichts gegen Sharri, aber um sich sportlich mit gleichstarken Spielern zu messen, wäre wohl der Verbleib in Schüren für Braja sinnvoller gewesen. Das sieht Braja anders. „Ich habe mich recht früh dazu entschieden, den BSV zu verlassen. Der Grund war, dass einige gute Spieler den Klub verlassen, da habe ich mir auch eine neue Herausforderung gesucht. Und in der Kreisliga A wird auch guter Fußball gespielt.“

Santiliano Braja entscheidet sich gegen Angebote aus der Westfalen- und Landesliga

Es lagen ihm Angebote aus der Westfalen- und Landesliga vor. Er entschied sich für den Nordstadtklub KF Sharri. „Die haben mir im Winter ihr Projekt und ihre Ziele vorgestellt. Das klang alles interessant“, sagt der 28-jährige Braja. Der Verein will so schnell wie möglich die Kreisliga A verlassen. „Aber ganz ohne Druck“, sagt Trainer Ferhat Degirmenci, „wir müssen uns erstmal als Team finden.“

So sieht es auch Braja. Es sei nicht planbar, mit einer neuformierten Mannschaft direkt aufzusteigen. Mut mache ihm aber der Lebenslauf des TuS Bövinghausen und der von Türkspor Dortmund. Bövinghausen hat den Durchmarsch von der Kreisliga A in die Landesliga geschafft und Türkspor den von der Kreisliga B in die Bezirksliga. „Bei diesen beiden Mannschaften steckt aber viel mehr Geld hinter als bei uns. Wenn wir am Ende dieser Saison aber auch ganz oben stehen, werden wir uns nicht wehren.“ Braja erklärt, dass er natürlich kein Geld mit nach Sharri bringen musste, er aber bei anderen Vereinen mehr hätte verdienen können.

Freunde von Santiliano Braja sind überrascht

Als er im April seinen Freunden davon erzählte, dass er in die Kreisliga A wechseln würde, gab es nicht nur Applaus. „Es gab einige Jungs, die mich gefragt haben, ob das mein ernst sei, dass ich freiwillig in die Kreisliga gehe. Aber ich habe Bock auf die Nummer und das Projekt. Außerdem treffe ich hier auf gute Freunde wie Soner Demir oder Mohamed Lmcademali.“

In der Kreisliga A trifft er aber nicht nur auf Freunde. Er trifft auf Gegenspieler, die es dem ehemaligen Oberliga-Spieler zeigen, ihn ausschalten wollen. Mit allen Mitteln der Kreisliga. „Ich werde mir deshalb nicht zwei Paar Schienbeinschoner umschnallen. Ich habe kein Problem mit Härte. Wer mich hart rannimmt, der bekommt auch meine Härte zu spüren. Ich kann mich gut wehren“, sagt Braja.

Gleich ein Sieg gegen TuS Körne

Aktuell ist er aber noch zum Zuschauen verdammt. Nachwirkungen seines Außenbandrisses, den er sich im Abstiegskampf bei Schüren zugezogen hatte. In zwei Wochen will er ins Lauftraining einsteigen. „Zum Saiosnstart will ich wieder topfit sein“, sagt er. Die aktuellen Trainingseinheiten schaut er sich von der Seite aus an. „Das sieht echt gut aus. Der Coach steht vor allem auf Disziplin. Das ist wichtig für uns.“ Und auch beim ersten Testspiel sah es gut aus. Das gewann der KF Sharri gegen den letztjährigen Bezirksliga-Dritten TuS Körne mit 2:0. Die erste Ansage.

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