Einfach statt kompliziert: Kirchhörder SC stolpert und sucht Erfolgsrezept der ersten Wochen

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Zwei Spiele blieb der Kirchhörder SC zuletzt ohne Sieg. In eine Krise sind sie beim Landesligisten deswegen zwar noch nicht, aber Trainer Sascha Rammel warnt vor gefährlichen Tendenzen.

Dortmund

, 15.11.2019, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Kirchhörder SC ist es so etwas wie die erste kleine Delle in einer ansonsten fast makellosen Spielzeit. Seit zwei Partien wartet der Tabellenzweite (27 Punkte) auf einen Sieg. Selbst von einer kleinen Krise zu sprechen, wäre zwar übertrieben. Doch auch beim KSC haben sie vor der Partie am Sonntag gegen Firtinaspor Herne (15.15 Uhr, Kobbendelle 6) ein wenig Unbehagen ausgemacht.

„Es ist das erste Mal in dieser Saison, wo es nicht so läuft“, sagt Trainer Sascha Rammel. „Wir merken gerade, vor allem auch die jungen Spieler, dass es eben nicht reicht, wenn wir nur ein Prozent weniger geben.“ Und das habe sich zuletzt eben auch auf dem Feld gezeigt.

Kompliziert statt einfach

So mancher Spieler macht im Moment vielleicht diesen berühmten einen Schritt zu wenig, statt des einfachen Passes sucht man die komplizierte Lösung - und die Köpfe scheinen nicht mehr so frei zu sein wie vielleicht noch zu Beginn der Saison. Meint auch Marcel Stiepermann.

Der 33 Jahre alte Stürmer des Kirchhörder SC kehrt am Sonntag nach drei Wochen Pause (Faserriss in der Wade) in den Kader des Tabellenzweiten zurück. „Die jungen Spieler müssen im Kopf wieder etwas mehr Unbekümmertheit zeigen“, sagt Stiepermann und nimmt sich und die Mitspieler, die schon etwas länger dabei sind, selbst in die Pflicht. „Dafür sind wir erfahrenen Spieler ja auch da.“

Mit dem Herzen eines Löwen

Von außen sei es allerdings schwierig, das vorzuleben, erklärt der Routinier. Auf dem Platz dagegen „ziehen sie sich an dir hoch. Und um die Spiele zu gewinnen, brauchen wir das Herz eines Löwen und die gewisse Disziplin um und auf dem Platz.“ Sein Trainer Sascha Rammel freut sich zunächst einmal, dass Stiepermann überhaupt zurückkehrt.

„Er ist sehr wichtig für uns mit seiner Erfahrung und seiner Präsenz“, sagt Rammel, der seinem Stürmer einen Einsatz von Beginn an in Aussicht stellt. „Die Chancen, dass er spielen wird, stehen ganz gut.“ Damit allein ist es allerdings nicht getan. Vielmehr fordert Rammel Tugenden ein, die zu Beginn dieser Spielzeit wohl kaum hätten erwähnt werden müssen.

Rammel: Gehören zu den besseren Teams

„Wir müssen wieder lernen, erst einmal die Dinge zu tun, die wir auch beherrschen“, sagt Rammel. „Wir wissen mittlerweile, dass wir zu den besseren Teams der Liga gehören, aber das müssen wir uns wieder erarbeiten und auch auf dem Platz umsetzen.“

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Damit anfangen wollen sie beim KSC am Sonntag gegen Liga-Fünften Firtinaspor (22 Punkte), der mit dem Schwung des 5:5 gegen Bövinghausen an die Kobbendelle reist. „Ich erwarte Herne sehr selbstbewusst und couragiert“, sagt Rammel. Wohl auch, weil eine von Firtinaspor gewünschte Spielverlegung nicht zustande gekommen sei, wie der KSC-Trainer erläutert. „Wir haben versucht, Herne hier entgegenzukommen, aber es hat leider nicht geklappt.“

Stiepermann fordert breite Brust

Marcel Stiepermann warnt ebenfalls vor Fitinaspor. „Sonntag wartet eine gute Truppe auf uns, eins der schwersten Spiele diese Saison“, sagt er, betont aber auch: „Wenn wir endlich über die gesamte Spielzeit unsere breite Brust zeigen ist hier nichts zu holen. Uns bekommt man so schnell da oben nicht weg.“

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Denn trotz der ersten kleinen Delle, die die vergangenen beiden Partien in die KSC-Karosserie geschlagen hat, sind sie weiter selbstbewusst in Kirchhörde. „Nach zwei nicht gewonnenen Spielen sollte ein Dreier her“, sagt Stiepermann. Man wolle schließlich an Tabellenführer Obercastrop (31 Punkte) „dran zu bleiben“.

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