Königstransfer war zuerst nicht vom ASC überzeugt - ein Gespräch änderte alles

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Erst entschied er sich für die Regionalliga, dann warf ihn ein Kreuzbandriss zurück - und eigentlich wollte er auch gar nicht zum ASC. Nächste Saison läuft Jasper Stojan aber für trotzdem für die Aplerbecker auf.

Dortmund

, 22.06.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Wichtigste vorneweg: Dem Knie geht es gut. „Ich bin topfit, es ist alles perfekt verheilt“, stellt Jasper Stojan klar. Dass das dem 21-Jährigen wichtig ist, merkt man ihm im Gespräch sofort an. Daran, wie der Innenverteidiger sich im April vergangenen Jahres im Training das Kreuzband gerissen hat, kann sich Stojan gar nicht mehr richtig erinnern - will er auch gar nicht.

In einem Zweikampf sei er mit dem rechten Bein auf dem sehr trockenen Boden aufgekommen, als das Knie komplett nach hinten durchgeschlagen sei. Kreuzbandriss. Außenbandriss. Das war es dann erstmal mit dem Fußball-Spielen für Stojan.

„Am Anfang war ich gar nicht so überzeugt von Aplerbeck.“
Jasper Stojan

Letztes Spiel vor über einem Jahr

Dabei war bis zu diesem denkwürdigen Tag im April 2018 alles perfekt gelaufen in der noch so jungen Karriere von Jasper Stojan. In der Jugend durchlief er die Mannschaften der Profi-Klubs aus Bochum und Duisburg, in der U19 spielte er dann bei Rot-Weiß Oberhausen, bekam sofort einen Vertrag für die Regionalliga-Mannschaft, mauserte sich zum Stammspieler und bekam einen Zwei-Jahres-Vertrag. Eine Woche später dann der Kreuzbandriss. Seitdem hat Stojan kein Spiel mehr gemacht.

Das soll sich am 28. Juni ändern. Ein Spiel gegen Regionalligist BVB II steht an. Das Trikot, das Stojan dann tragen wird, wird aber nicht mehr rot und weiß sein. Der 21-Jährige wir in blau und weiß auflaufen. Denn ab dem 1. Juli, wenn sein Vertrag in Oberhausen ausgelaufen ist, wird Jasper Stojan ein Aplerbecker sein, das neue Juwel von Samir Habibovic‘ Oberliga-Kader, der zum Start der Vorbereitung gegen die schwarzgelbe U23 testet.

Jasper Stojan. Ein Juwel, um das sich Habibovic und der ASC schon seit zwei Jahren bemühen. Damals, als Stojan von der Oberhausener U19 in den Seniorenbereich wechselte, entschied sich der Innenverteidiger aber für RWO und gegen den ASC. „Ich wollte natürlich die Chance ergreifen, in der Regionalliga zu spielen“, sagt Stojan - verständlich.

Samir Habibovic überzeugte Jasper Stojan vom ASC

Aber auch in diesem Jahr, in dem sein Vertrag in Oberhausen ausläuft, wäre es fast nicht zum Wechsel in das blau-weiße Trikot gekommen. „Am Anfang war ich gar nicht so überzeugt von Aplerbeck“, gibt der 21-Jährige zu. Zusammen mit seinem Berater hätte Stojan andere Vereine im Blick gehabt.

Was den Innenverteidiger dann doch vom ASC überzeugt hat? Ein Gespräch mit den Aplerbeckern, das Ende Mai stattgefunden hat. Samir Habibovic und Trainer Daniel Sekic haben ganze Arbeit geleistet. „Ich war total positiv überrascht, die haben mich absolut überzeugt“, erklärt Stojan. Vor allem die familiäre Atmosphäre und das entwicklungshungrige Team hätten ihn zum Wechsel nach Aplerbeck bewegt.

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Die Oberliga reicht Stojan auf lange Sicht nicht

Zwei, drei Spieler in seinem neuen Team kenne er sogar schon, sagt Stojan, „ich habe mich natürlich auch ein bisschen umgehört bei den Kontakten, die ich mittlerweile habe.“ Der 21-Jährige, der in Bochum wohnt und dort an der Universität Sportwissenschaften studiert, will mit seinen neuen Kollegen beim ASC in der Oberliga oben angreifen, drückt aber auch ein bisschen auf die Euphorie-Bremse: „Natürlich will man immer so weit wie möglich nach oben, trotzdem haben wir viele neue und junge Spieler, wir müssen uns erst einmal finden. Dann kann man weiterschauen.“

Königstransfer war zuerst nicht vom ASC überzeugt - ein Gespräch änderte alles

Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC 09, holte Jasper Stojan nach Aplerbeck. © Stephan Schuetze

Und persönlich? Jemand mit einem so perfekten Karriere-Vorlauf will doch sicher mal höher spielen, als in der Oberliga, oder? „Klar“, sagt Stojan, „nach dieser Saison soll es auf jeden Fall weiter nach oben gehen - am besten natürlich mit dem ASC.“ Grundsätzlich wolle er in Zukunft höher spielen als in der Oberliga.

Mentales Training hat Stojan geholfen

Druck verspürt der Innenverteidiger übrigens keinen, obwohl Samir Habibovic seinen Königstransfer schon nach der Verpflichtung in höchsten Tönen gelobt hatte: „Er wird uns sofort weiterhelfen. Davon bin ich überzeugt“, hatte der Sportliche Leiter der Aplerbecker gesagt. „Ich glaube schon, dass ich mit meiner Erfahrung in einer so jungen Mannschaft helfen kann. Bleibe ich fit, werde ich die Erwartungen auch erfüllen“, sagt Stojan.

Angst um sein Knie wird der Innenverteidiger im ASC-Dress dabei nicht mehr haben. Das war nicht immer so. Vor dem ersten Oberhausen-Training nach dem Kreuzbandriss um den Jahreswechsel herum hatte Stojan noch richtig Angst. „Ich habe dann aber viel mentales Training gemacht, das hat geholfen“, erklärt der 21-Jährige. Sowohl im Kopf als auch körperlich ist Jasper Stojan also bereit für den ASC und die Oberliga.

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