Leidenschaft vom Vater geerbt

DORTMUND Im Hause Sieber sind die Frauen in der klaren Überzahl. Da gibt es Mama Lisa und die drei Töchter Kirsten, Franziska und Katrin. Die Leidenschaft für Pferde aber hat Kirsten Sieber von ihrem Papa geerbt.

von Von Dirk Krampe

, 09.01.2008, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leidenschaft vom Vater geerbt

Sammeln gerne Siegerschleifen: Kirsten Sieber und ihr Charly.

Mit Fünf schenkten ihr die Eltern auch auf Drängen von Vater Ulrich "Margo Fontayne", eine Welsh-Stute. Auf ihr machte die heute 19-jährige Dressurreiterin die ersten Erfahrungen im Sattel und auf Turnieren. Kirsten Sieber hat auch das nötige Talent mitgebracht. Heute blickt die Abiturientin auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurück.

Das Jahr 2004 war für die Dortmunderin, die aufs Malinckrodt-Gymnasium geht, sicherlich ein Meilenstein in ihrer noch jungen Karriere. Westfälische Meisterin wurde sie damals. Und dann der Höhepunkt, Mannschafts-Gold bei der EM der Ponyreiter.

Auch das Jahr 2007 verlief sportlich überaus erfolgreich. Kirsten wurde wieder Westfälische Meisterin, Fünfte der Deutschen Jugendmeisterschaft, siegte beim German Youngster-Cup und gewann in Münster beim "Turnier der Sieger" das Finale des Jugend-Dressur-Cup - eine für den Dressurnachwuchs bedeutende Turnierserie. Der zehnte Sieg in einer S-Dressur brachte ihr zudem das Goldene Reiterabzeichen.

Kirsten Siebers jetztige Erfolge sind untrennbar mit "Charly" verknüpft. Der Fuchswallach kam nach dem Ende von Kirsten Siebers Ponyzeit mehr durch einen Zufall ins Haus, als ihn die Familie bei Katrin Bettenworth auf der Weide sah. "Die Suche war schwierig, ich hatte eine bestimmte Vorstellung", gibt Kirsten Sieber zu. "Aber als ich ihn laufen gesehen habe, wollte ich ihn sofort haben."

Gute Perspektiven

Seither bilden die beiden ein Team. Da Charly erst Zehn ist, sind die Perspektiven für beide gut. "Er ist lernwillig und bleibt fast immer ruhig", beschreibt Sieber den Wallach, der sich freilich - wie auch sie selbst - noch steigern kann.

Kirsten Sieber beschreibt sich selbst als zielstrebig, diszipliniert und nervenstark. Sie ist auch realistisch. Weil eine Karriere im Dressursport schwer planbar ist und nur die wenigsten damit auch gutes Geld verdienen können, will sie nach dem Abitur BWL studieren. Und sich dann zur Bankkauffrau ausbilden lassen. Bis dahin widmet sie jede freie Minute ihrem Charly, der nur eine Minute vom Wohnhaus entfernt auf der Weide tobt.

Ihre sportlichen Ziele könnten sich schon bald erfüllen. Auf Grand-Prix-Level möchte sie reiten. Das sollte machbar sein.

Lesen Sie jetzt