Mit dem Bövinghausen-Kracher in die Oberliga? So plant der Lüner SV

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Hinter dem Lüner SV liegt eine komplizierte Saison, die wegen des Coronavirus unter- und bald abgebrochen wird. Was hat der Verein vor? Mit einer Verpflichtung hat der LSV für Aufsehen gesorgt.

Dortmund

, 31.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Große Pläne hatte der Lüner SV im vergangenen Jahr. Der Fußball-Westfalenligist aus der Dortmunder Nachbarstadt war mit riesigen Ambitionen in die Saison 2019/20 gestartet. Viele Spieler verließen im Sommer den Verein, viele waren gekommen. Der Vorstand um die beiden Vorsitzenden Imdat Acar und Peter Marx sprach ambitionierte Ziele aus, brachte den Wunsch nach einem Oberliga-Aufstieg ins Spiel. Schnell wurde aber klar, dass daraus nichts wird.

Der Verein und der einstige Trainer Marc Woller trennten sich früh, der Sportliche Leiter Christian Hampel übernahm an der Seitenlinie, hatte zunächst aber nur wenig Erfolg. Dazu gesellten sich interne und öffentliche Streitigkeiten zwischen einzelnen Vereinsmitgliedern - es war eine turbulente Zeit bei den rot-weißen Schwansbellern. Zum Zeitpunkt der Coronakrise stand der LSV auf Tabellenplatz 13, hatte allerdings nur vier Punkte Vorsprung auf Schlusslicht FSV Gerlingen und war demzufolge noch nicht gerettet.

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Der LSV wird künftig trotzdem in der Westfalenliga kicken - auch dank des Coronavirus, das den Spielbetrieb derzeit aussetzt. Die Saison soll im Juni final abgebrochen werden. Die Planungen für die neue Spielzeit laufen bei den Amateurfußballern allerdings schon auf Hochtouren - auch beim Lüner SV.

Lüner SV fährt Verjüngungskurs

Und in dieser Spielzeit soll eine Menge anders laufen als noch in der vergangenen Saison. Der Lüner Verein fährt einen Verjüngungskurs, hat sich die Dienste mehrerer talentierter, junger Kicker gesichert und die mit seinem bestehenden Team vermischt. Trainer Christian Hampel ist zufrieden mit seinem Kader, sieht der weiteren Planung entspannt entgegen.

„Wir haben eine gute Mannschaft in der nächsten Saison, haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen, frischen und hungrigen Burschen. Außerdem sind viele gute Jungs geblieben“, sagt Hampel, der seinen Vertrag selbst um zwei Jahre verlängert hat.

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Unter den vielen Transfers - darunter unter anderem Luca Frenzel vom SV Preußen Lünen oder Dzanan Mujkic vom ASC 09 Dortmund - befindet sich in David Loheider auch ein Königstransfer. Der Stürmer kommt vom Landesligisten TuS Bövinghausen, soll als echter Neuner den LSV-Zuschauern in der neuen Saison wieder mehr Grund zur Freude geben. Hampel: „Wir hatten keinen Stürmer in der Box. Das war unser Hauptproblem. Die Lücke haben wir mit David sicher geschlossen. Er ist sehr erfahren, hat eine große Vita und hat noch richtig Pfeffer“, sagt Hampel über den 29-Jährigen, der auch schon beim FC Schalke 04 II und bei RW Oberhausen gekickt hat.

Großer Transfer für große Ziele?

Ein großer Transfer also - auch für große Ziele? Oder was hat der Westfalenligist, der in der kommenden Saison auch wieder auf die Dortmunder Klubs FC Brünninghausen, Westfalia Wickede und BSV Schüren treffen wird, vor? Hampel äußert sich demütig, möchte in diesem Jahr keine so offensiven Ziele vorgeben wie der LSV-Vorstand im vergangenen Jahr. „Wir sind weit davon entfernt zu sagen, dass wir komplett angreifen wollen. Wir wollen sachlicher bleiben und die Ziele ruhiger formulieren“, sagt Hampel, der eine Mannschaft entwickeln wolle, mit der sich die Fans aus Lünen wieder identifizieren können.

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Dabei setze der Verein künftig nicht auf den schnellen, kurzfristigen Erfolg, sondern wolle nachhaltig arbeiten. Daher hat der Verein mit einigen Spielern auch direkt für mehrere Jahre verlängert, um dem Merkmal Identifikation noch einmal den richtigen Anstrich zu verpassen. Kapitän Matthias Drees hat gar für drei Jahre verlängert. „Das ist außergewöhnlich im Amateurfußball“, sagt Hampel.

Lüner SV schielt auf die Oberliga - mittelfristig

Mittelfristig jedoch schiele der LSV bereits wieder auf die Oberliga. „Je schneller das passiert, desto schöner. Aber wir wollen demütig bleiben und hart arbeiten. Mit Zusammenhalt und Spirit können wir viel erreichen“, so Hampel.

Dazwischen funken könnten ihm in ein paar Jahren aber schon zwei Dortmunder Klubs, die komplett ambitioniert in die neue Saison gehen. Der Landesligist TuS Bövinghausen und der wahrscheinliche Landesliga-Aufsteiger Türkspor Dortmund formulieren für die künftige Spielzeit nämlich klare Ziele, wollen nach oben und mittelfristig - ebenso wie der LSV - in die Oberliga.

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Konkurrenz für den LSV? Hampel ist skeptisch. „Noch sind beide Mannschaften ja nicht aufgestiegen. Von der Mannschaft her muss es ja auch immer passen. Weniger ist manchmal auch mehr. In diesem Jahr ist Bövinghausen auch hinter Wacker Obercastrop gelandet und Türkspor hat sich gegenüber Körne lange schwer getan. Die beiden Teams werden sich böse gegenseitig in die Quere kommen“, vermutet Hampel, der sich das Duell - je nach Möglichkeit - auch gerne anschauen würde.

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