Nach Pleite in Verl: BVB-II-Trainer Tullberg kocht – nicht nur wegen des Ergebnisses

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Beim SC Verl unterliegt die U23 von Borussia Dortmund am Ende verdient. Doch die Fans des neuen Tabellenführers der Regionalliga West verärgern den Fußballlehrer am Freitagabend besonders.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 22.11.2019, 22:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mike Tullberg kochte innerlich. Einerseits wegen des 0:2 (0:1) beim SC Verl, das ingesamt „in Ordnung“ gehe, wie er in der Pressekonferenz betonte. Und andererseits, weil der Fußballlehrer von Dortmunds U23 laute BVB-Schmähungen von einigen Verler Fans ertragen musste, bevor er zu seiner Rückschau ansetzen durfte. Ein unwürdiger Abschluss einer zuvor professionell-fairen Partie .

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Dass mit dem SC Verl keine Laufkundschaft warten würde, war Dortmunds Protagonisten freilich völlig klar gewesen. Der Gastgeber besetzte vor diesem Spieltag den zweiten Platz, grüßt jetzt von der Tabellenspitze und spielt dabei weitgehend stabil flexiblen, schnellen Fußball. Marco Hober sah sich und seine Kollegen deshalb denn auch in der „Außenseiterrolle. Verl ist im Aufwind“.

Verler rennen früh an

Das war gleich gut zu erkennen in Halbzeit eins, in die der DFB-Pokal-Achtelfinalist besser startete. Die Borussia, für die im Gegensatz zum 2:0-Erfolg bei Fortuna Köln statt Maximilian Hippe, Marco Hober und Steve Tunga der Profi Leonardo Balerdi sowie Taylan Duman und Chris Führich starteten, hatte größere Probleme mit den früh anrennenden Verlern. Und leistet sich zu viele einfache Abspielfehler, insbesondere Steven Ruprecht, der drei solcher Patzer einstreute.

Lars Bünning musste bereits in der dritten Minute in höchster Not klären, Aygün Yildirims Abschluss entschärfte Torwart Eric Oelschlägel im Nachfassen. Dazwischen kam zwar noch Joseph Boyamba zum Versuch mit links (5.), in Führung ging aber der wacher wirkende Favorit. Zlatko Janjic erzielte in der siebten Minute das 1:0 – Tullberg monierte später die „vielen Stellungsfehler“ in letzter Reihe.

BVB erarbeitet sich mehr Kontrolle

Während der Gastgeber bis zur Pause noch zwei weitere Gelegenheiten hatte – Yildirim (23.) und Janjic (33.) – stabilisierte sich die Borussia und verpasste durch Magnus Kaastrup (8.) und dem nach Erkrankung zurückgekehrten Führich (32.) den erfolgreichen Torabschluss. Der BVB erarbeitete sich mehr Kontrolle, insgesamt jedoch versandeten viele Versuche der schwarzgelben Vertretung zu früh, weil das letzte Abspiel oder Dribbling mangelbehaftet blieb.

Nach der Pause hatte es Tullbergs Belegschaft Keeper Oelschlägel zu verdanken, nicht früher hoch in Rückstand geraten zu sein, als er dreifach – gegen die agilen Yilidirm (60., 74.) und Janjic (63.) – Sieger blieb. Frederik Lach verpasste noch eine Großchance aus der Nahdistanz (65.). Souverän blieb dann Ron Schallenberg elf Minuten vor dem Ende – und sorgte für den Schlusspunkt. Dem BVB kamen zu wenig zündende Einfälle. Nur Boyamba verpasste einmal (47.), Tullberg trauerte danach dem zwischenzeitlich möglichen Ausgleich hinterher.

Er musste allerdings auch einsehen: Mehr als diese Chance präsentierte die Borussia nicht, war gegen diesen Top-Gegner letztlich nicht besser, als dieses 0:2 zeigt.

BVB II: Oelschlägel – Morey, Balerdi, Ruprecht, Bünning (80. Finnsson) – Raschl, Duman – Boyamba, Kaastrup (67. Wanner) – Tigges, Führich (76. Hober)

Trainer: Tullberg

Tore: 1:0 Janjic, 2:0 Schallenberg (79.)

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