Spielabbruch in der Kreisliga C: Es ist alles grün und blau und es tut sehr weh (mit Video)

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Beim Spiel der Kreisliga C1 zwischen dem SF Nette II und den SF Hafenwiese kam es zu einer Rudelbildung und Tumulten. Daraufhin eskalierte die Situation. Doch wer hat das Spiel jetzt abgebrochen?

Dortmund

, 17.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es läuft die 75. Minute des Kreisliga C1-Spiels zwischen dem DJK SF Nette II gegen SF Hafenwiese 08 – Spielstand 4:1 für die Gäste. Der Schiedsrichter, zeigt einem Spieler der Gäste die Gelb-Rote Karte. Daraufhin gehen mehrere Kicker von Hafenwiese auf den Unparteiischen zu und sagen ihm, dass der Spieler noch gar keine Gelbe Karte hatte und fordern ihn auf, den Platzverweis zurückzunehmen.

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Die DJK-Akteure reagieren verwundert und es kommt zur Rudelbildung. Bei dieser wird Nette-Trainer Klaus Röhr vom Torhüter der Gäste umgetreten. „Danach, als ich schon am Boden lag, wurde ich nochmal getreten“, berichtet der 53-Jährige, „das habe ich in meiner jahrelangen Zeit als Trainer noch nie erlebt.“ Die Rudelbildung ist im Video ab Minute 93 sichtbar.

„Der Gegner war von Beginn an angespannt“

Im Anschluss überlegte Klaus Röhr kurz, die Polizei zu verständigen, entschied sich jedoch dagegen. „Eventuell erstatte ich noch eine Anzeige. Das überlege ich mir noch in Ruhe. Es ist alles grün und blau und es tut sehr weh“

Sein Gegenüber Sezgin Basaran erlebt die Situation etwas anders. „Der Gegner war von Beginn an sehr angespannt – genau wie im Hinspiel. Von der Rudelbildung habe ich nicht viel mitbekommen, weil ich zu weit weg war“, sagt der Trainer von den Sportfreunden.

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Nachdem sich der Tumult auflöst, nimmt Röhr seine Spieler zur Seite und entschied sich, dass sein Team nicht mehr weiterspielen wolle. Dann entscheidet der Schiedsrichter, die Partie abzubrechen. Im Spielbericht ist jedoch vermerkt, dass der Schiedsrichter das Spiel vorzeitig beendet hat und nicht, dass die Nette-Reserve nicht mehr weiterspielen wollte.

Wertung des Spiels noch unklar

Eine Entscheidung, die Hafenwiese-Trainer Basaran nicht nachvollziehen kann. „Nach dem Spiel habe ich auf ihn gewartet und wollte nochmal wissen, ob er es so eingetragen hat, dass Nette II nicht mehr spielen wollte. Er meinte, genauso wird er es vermerken. Im offiziellen Spielbericht steht dann jedoch was anderes.“

Der Unterschied: Wenn der Unparteiische das Spiel abbricht, dann geht die Partie vor die Spruchkammer und dort wird über den Ausgang entschieden. Wenn der Referee eingetragen hätte, dass Nette II nicht mehr spielen wollte, wäre das Spiel für SF Hafenwiese gewertet worden.

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Bereits in der ersten Halbzeit kam es zu einigen kniffligen Situationen. „Einmal hat der Linienrichter den Schiedsrichter laut bedroht. Das war über den gesamten Platz zu hören. Aber der Unparteiische hat nichts gemacht“, erzählt Klaus Röhr.

Später stellt sich heraus, dass der besagte Linienrichter der Trainer von SF Hafenwiese ist. „Wir hatten keine Auswechselspieler, daher habe ich den Linienrichter gemacht“, erzählt Basaran – zur angesprochenen Situation meint er. „Ich war wegen einer Abseitsentscheidung etwas emotional. Das war die falsche Reaktion von mir.“

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Brisant: Der Schiedsrichter kam – laut der Aussage von Klaus Röhr – nach dem Spiel auf ihn zu und sagte, dass er in der Gegend wohne, wo viele Kicker von Hafenwiese auch Zuhause sind. „Vielleicht hat er viele Situationen deswegen laufen lassen.“

Bereits beim Hinspiel (10:2 für Hafenwiese) gab es drei Rote Karten – zwei für Hafenwiese und eine für Nette. Die Partie landet jetzt vor der Spruchkammer. Kreisliga C1-Staffelleiter Sven Schneeloch hatte noch keine Informationen zum Spiel und wartet jetzt auf die Verhandlung.

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