Nur Peking zählt

DORTMUND Hammerwerfer Karsten Kobs (ASC 09), der seit 1993 bei keinem internationalen Großereignis fehlte, ist mit sich und seinen Leistungen während des zurück liegenden Sommers höchst unzufrieden. „Die Saison 2007 war meine schlechteste seit elf Jahren.“

von Von Dirk Krampe

, 22.11.2007, 12:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hammerwerfer Karsten Kobs spürt noch das Feuer in sich.

Hammerwerfer Karsten Kobs spürt noch das Feuer in sich.

„Ich habe mit hohem Anspruch begonnen, aber daraus wurde die erste Saison, die so richtig daneben ging.“ Erstmals seit acht Jahren wurde Kobs nicht Deutscher Meister und musste sich mit Rang zwei zufrieden geben. „Hätte ich mit dieser Platzierung die WM-Qualifikation geschafft, wäre ich zufrieden gewesen, aber so ...“

Konsequenzen

Doch dieser Misserfolg führt dazu, dass der Modellathlet jetzt in sich geht und über die Ursachen nachgrübelt. „Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass 2007 daneben ging. So werde ich zum Nachdenken gebracht“, gesteht er. Seit 14 Jahren hat er im Training voll durchgezogen, aber 2007 hat er so hart trainiert wie nie zuvor und erkannt: „Das kann man mit 22, aber nicht mit 36.“

Daraus wird Kobs Konsequenzen ziehen. Mit hoher Intensität hat Kobs jetzt seine Winterarbeit im Kraftraum begonnen und ist mit seinen Werten zufrieden. Die acht Kilo Gewichtsverlust seit Saisonende wird er rasch wieder aufholen. Aber vom Hammer lässt er die Finger: „Wenn ich erst wieder werfe, weiß ich, dass ich nicht aufhören kann. Ich tue dann zu viel, bin wieder zu früh in Form und bei den entscheidenden Wettkämpfen läuft es dann nicht.“

Berufliche Zukunft

Für Kobs zählt nur Olympia 2008 in Peking. Dafür will er sich noch einmal richtig reinhängen, sagt aber auch: „Wenn ich nächstes Jahr merke, dass ich es körperlich nicht mehr bringe, dann tue ich mir die Schinderei nicht mehr an. Auch die WM in Berlin, die eigentlich der Abschluss meiner Karriere sein sollte, ist dann kein Thema mehr.“

Das bedeutet, dass er sich über die Zeit nach dem Sport und seine berufliche Zukunft Gedanken macht. Die Bundeswehr, der er bis Januar 2009 angehört, bietet eine kaufmännische Ausbildung an, diese Chance will er eventuell nutzen. Noch lässt er sich mit der Entscheidung Zeit. „Ich gebe jetzt noch ein Jahr Gas und dann sehe ich weiter.“

Lesen Sie jetzt