Oberliga-Coach Daniel Sekic vom ASC: „Jeder Spieler wird auch Spiele in der Kreisliga machen“

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Am Wochenende beginnt für Daniel Sekic und den ASC 09 die Saison. Im Interview spricht der Oberliga-Trainer über die Vorbereitung, den Kader und Neuzugänge - und zeigt dabei eine klare Kante.

von Christian Bentrup

Dortmund

, 07.08.2019 / Lesedauer: 5 min

Im Interview stellt sich der 43-jährige ASC-Coach Daniel Sekic vielen Fragen rund um sein Team. Der A-Lizenz-Inhaber zeigt dabei klare Kante.

Herr Sekic, wie sind die letzten Wochen aus sportlicher Sicht verlaufen und wie zufrieden sind Sie mit dem in der Vorbereitung Erreichten?

Mit dem Vorbereitungsstand sind wir mehr als zufrieden. Die Erkenntnisse, die wir gewinnen konnten, waren erwartungsgemäß: Dass wir noch einiges an Zeit brauchen, um uns zu finden, war klar. Die vielen Neuzugänge müssen sich noch an die Gangart in der Oberliga gewöhnen. Das haben wir auch in dem ein oder anderen Testspiel gesehen. Holzwickede und besonders Bövinghausen waren Gegner, die sich toll gewehrt haben. Da durften wir auf einem sehr, sehr guten Niveau spielen und das bringt uns natürlich weiter.

In den Spielen gegen Holzwickede und Bövinghausen hat Ihr Team schwach begonnen und erst spät in die Begegnungen hineingefunden. Insbesondere die Zweikampführung und -quote waren enttäuschend. Haben Sie das nochmals mit der Mannschaft thematisiert?

Ja, deshalb bin ich auch dankbar für diese Spiele. Das ist genau der Punkt, der uns in der Meisterschaft so begegnen wird. Gerade gegen uns werden alle Gegner sehr körperbetont spielen und da muss den jungen Leuten - aber auch dem gesamten Kader - klar sein, dass wir über die physische Stärke kommen müssen. Das hat uns aber in der Vergangenheit auch ausgezeichnet. Ich erwarte auch nicht, dass in der vierten oder fünften Vorbereitungswoche immer alle auf der Höhe sind. Unser Ziel ist es, gegen Paderborn voll da zu sein. Die Spieler, die dann zum Einsatz kommen, werden bei 100 Prozent sein und in den nächsten Wochen werden wir insgesamt auch an Stabilität, physischer Stärke und Frische gewinnen. Das Trainingsprogramm war nicht darauf ausgerichtet, den Hecker-Cup unbedingt gewinnen zu müssen.

Sie haben 28 Spieler im Kader. Das ist für ein Amateurteam eine sehr große Zahl. Wie kann man mit so vielen Spielern gleichwohl effektiv trainieren?

Wir haben drei Torhüter und 25 Feldspieler im Kader. Es kommt immer mal vor, dass Spieler mit Verletzungen oder aus anderen Gründen ausfallen. Es sind also kaum einmal alle 28 im Training. Aber wir sind auch immer mindestens drei Übungsleiter, so dass wir häufig in Gruppen arbeiten und das so sehr gut lösen können. Und wenn wir dann taktische Sachen trainieren, hilft es natürlich, dass wir das im Elf gegen Elf trainieren können.

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Das bedeutet aber auch, dass am Wochenende viele dieser Spieler vermutlich in der 2. Mannschaft spielen müssen. Oder wie ist das beim ASC?

Ja, das ist so. Unsere 2. Mannschaft spielt in der Kreisliga A. Das ist natürlich für ambitionierte Spieler keine Dauerlösung, aber das ein oder andere Spiel wird man auch da machen müssen, um Spielpraxis zu bekommen. Zudem haben wir durch die Pokalwettbewerbe (Anmerkung der Redaktion: Kreis- und Westfalenpokal) und zusätzliche Freundschaftsspiele die Möglichkeit, allen Spielern ausreichend Einsatzzeiten zu geben, damit sie sich weiterentwickeln können, beziehungsweise auch gestandene Spieler, wenn sie mal längere Zeit ausgefallen sind, wieder heranzuführen.

Sie haben ausschließlich junge Spieler mit großem Potenzial als Neuzugänge verpflichtet. Gibt es darunter schon einen, von dem man sagen kann, dass er sich sehr gut entwickelt und bereits zu Saisonbeginn die Chance hat, den Sprung in die Mannschaft zu schaffen?

Es wäre unfair, jetzt einen Namen zu nennen. Alle Neuen haben immer mal wieder in unterschiedlichen Phasen der Vorbereitung ihre Qualität aufblitzen lassen. Aufgrund der Intensität, die die Jungs natürlich so nicht gewohnt sind, müssen sich alle erst eingewöhnen. Auch wenn sie aus der A-Jugend-Bundesliga kommen, ist es nicht überraschend, dass Seniorenfußball noch mal etwas anders ist als Jugendfußball. Es ist auch nicht entscheidend, wer am ersten Spieltag gleich von Anfang an dabei oder zumindest im Kader ist. Wir müssen Geduld mit den jungen Spielern haben, aber vor allem müssen sie selber die Geduld haben, das perspektivisch zu sehen und sich nicht schon nach zwei oder drei Spieltagen zu fragen, wo sie denn nun stehen. Das können sie nach einem halben Jahr immer noch machen.

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Kommen wir auf die verletzten Spieler zu sprechen. Wer wird definitiv ausfallen und wie ist es um Ihren vielfach als „Königstransfer“ bezeichneten Neuzugang Jasper Stojan von RW Oberhausen bestellt?

Maurice Buckesfeld wird leider noch eine Weile ausfallen. Jasper Stojan hat noch Rückstand. Er wird noch ein bisschen brauchen. Theoretisch ist er vielleicht sogar schon am ersten Spieltag einsatzfähig. Da er zuletzt wegen muskulärer Probleme pausiert hat, müssen wir abwarten. Wir werden ihn nur bringen, wenn er auch selber der Meinung ist, bei 100 Prozent zu sein. Wir werden da vernünftige Entscheidungen treffen.

Die am Wochenende beginnende Oberliga-Saison beginnt für den ASC 09 beim SC Paderborn (A), es folgen die Spiele gegen den FC Gütersloh (H), die TSG Sprockhövel (A) und den RSV Meinerzhagen (H). Wie schätzen Sie das Auftaktprogramm ein?

Das ist in der Oberliga schwer vorauszusagen. Die Liga ist so ausgeglichen, was man ja gerade in der letzten Saison auch gesehen hat. Es spielt für uns eigentlich gar keine Rolle, gegen wen wir zu Beginn spielen. Wir nehmen es so, wie es ist und werden auch nur von Spiel zu Spiel denken. Mich interessiert aktuell nicht, was in vier Wochen auf dem Programm steht. Wir schauen, dass wir in Paderborn ein gutes Spiel abliefern und ein gutes Ergebnis erzielen und dann machen wir uns weitere Gedanken.

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In der nächsten Woche (Mittwoch, 14.08., 20 Uhr, Haßleyer Str. 55, 58093 Hagen) steht das Westfalenpokalspiel beim Landesligisten Spielvereinigung Hagen 1911 auf dem Programm. Ist das eher Last oder Lust?

Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Spiel haben. Wir haben einen großen Kader und ich finde es super, dass wir da den Spielern Einsatzmöglichkeiten bieten können. Wir wollen auch in allen Pokalwettbewerben so weit wie möglich kommen. Diese Pflichtspiele helfen uns mehr, als wenn wir nur Freundschaftsspiele bestreiten.

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