Nach vier Monaten Sperre: Bövinghausen-Keeper Königs kehrt mit hohen Zielen zurück aufs Feld

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Vier Monate war Pascal Königs wegen grob unsportlichen Verhaltens gesperrt. In gut einer Woche darf der Torhüter des TuS Bövinghausen wieder ran. Und es gibt noch eine gute Nachricht für Königs.

Dortmund

, 13.11.2019, 07:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am vergangenen Sonntag war es besonders schwer für Pascal Königs. 5:2 hatte Bövinghausen bei Firtinaspor Herne geführt. Und Königs, TuS-Torhüter im Wartestand, musste tatenlos mitansehen, wie der komfortable Vorsprung seinen Mitspielern von Minute zu Minute aus den Händen glitt.

Für vier Monate gesperrt

„Da verzweifelst du am Rand“, sagt Königs. Nichts tun zu können, sei das Schlimmste, und spätestens mit dem Anschlusstreffer zum 4:5 habe er dann auch geahnt, „dass das Spiel noch kippen wird“. Und am liebsten wäre er, der seine Mannschaft auf so emotionale Art und Weise wachzurütteln vermag, Ende August vom Sportgericht aber für vier Monate aus dem Verkehr gezogen worden ist, aufs Feld gelaufen.

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Sein Weg an diesem Sonntagnachmittag aber führte in die entgegengesetzte Richtung. Er habe sich unter die Zuschauer gemischt, sagt der 33-Jährige. Abstand halten. Ruhe bewahren. Am besten gar nicht hinschauen. Der Ausgleich fiel am Ende trotzdem. „Das 5:5“, gesteht Königs, „fühlt sich an wie eine Niederlage.“

Aufstieg ist weiter das Ziel des TuS Bövinghausen

Nach 13 Spieltagen logiert der TuS Bövinghausen damit weiter auf Platz vier der Fußball-Landesliga. Neun Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Wacker Obercastrop. Die Ziele des ambitionierten Vereins haben sich trotz allem nicht verändert. „Wir wollen weiter aufsteigen“, sagt Königs. „Und abgerechnet wird ohnehin erst am Schluss.“

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Am kommenden Sonntag, wenn der TuS die SpVgg Horsthausen empfängt, wird der Torhüter allerdings noch einmal zuschauen müssen. Es ist das letzte Spiel, dass er wegen seiner Sperre aussetzen muss. Eine Woche später dann, beim Auswärtsspiel gegen den SSV Buer 07/28, darf er endlich wieder mitmachen und nach seinem Wechsel im Sommer sein Pflichtspieldebüt für Bövinghausen geben.

Königs will Verhalten gegenüber Unparteiischen ändern

Er freue sich darauf, sagt Königs. Manche würden vielleicht behaupten, er brenne regelrecht auf diesen Moment, wieder in einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten stehen zu dürfen. Sorgen, bei seiner Rückkehr womöglich überdrehen zu können, habe er keine. „Ich bin erfahren genug. Das ist für mich ein Spiel wie jedes andere.“

Und so wird er seine Mannschaft pushen, so wie er es in der Vergangenheit auf dem Feld immer gehandhabt hat. Bälle halten. Durch seine emotionale Art den Druck von seinen Mitspielern nehmen und auf sich lenken. Einzig sein Verhalten gegenüber den Unparteiischen, so Königs, soll sich ändern. „Da wird es von mir nichts mehr geben. Das habe ich auch Ajan (Dzaferoski, Anm. d. Red.) so gesagt.“

Guter Draht zu Ajan Dzaferoski

Mit dem Vorsitzenden des TuS Bövinghausen hat sich Königs zuletzt ohnehin viel unterhalten. „Wir haben einen sehr guten Draht zueinander“, sagt der 33-Jährige, den Mitspieler und Freunde nur „Kalle“ rufen. Dzaferoski seinerseits erklärt: „Pascal hat sich in den vergangenen vier Monaten hier super engagiert und mitgezogen.“

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Königs war, sofern möglich, bei jedem Training dabei, und bei jedem Spiel. „Ich habe immer hundert Prozent gegeben“, sagt er. Ob es beim Warmmachen der Keeper vor dem Spiel gewesen ist oder zuletzt sogar bei der Video-Analyse für das neue Trainergespann Dino Dzaferoski und Sven Thormann (Königs: „Sie machen einen super Job“).

Königs verlängert Vertrag in Bövinghausen

Die Belohnung gab es jetzt. Königs und der TuS Bövinghausen haben ihre gemeinsame Zusammenarbeit ausgeweitet, der Torhüter wird auch in der Saison 2020/21 die Handschuhe für den Verein aus dem Dortmunder Westen tragen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass sein Vertrag um ein Jahr verlängert wird“, sagt Ajan Dzaferoski.

„Ich fühle mich hier sehr wohl, der Zusammenhalt hier in der Mannschaft ist außergewöhnlich. Daher bin ich sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat“, betont Königs.

Dass der Klub, der für die kommenden Wochen gleich mehrere Neuzugänge angekündigt hat, auch Gespräche mit anderen Torhütern führt und im Winter auf dieser Position wohl ebenfalls einen Transfer tätigen wird, ist dem 33-Jährigen bewusst. „Aber Konkurrenz belebt ja das Geschäft“, sagt Königs und erinnert daran, dass der Verein in Patrick Kunz und Constantin Scholl ja auch noch über zwei weitere gute Keeper verfüge.

Königs muss noch einmal zuschauen

„Gute Torhüter kann man nicht genügend haben“, erklärt Bövinghausen-Boss Dzaferoski. „Gerade, wenn man solche Ambitionen hat wie wir.“ Wer am Ende spielen wird? „Ich habe in den vergangenen vier Monaten alles dafür getan, dass ich am Ende auf dem Feld stehen werde“, betont Königs. „Und ich bin so selbstbewusst, dass ich davon überzeugt bin, dass ich auch spielen werde.“

Zwar noch nicht an diesem Wochenende, dafür aber eben am darauffolgenden in Gelsenkirchen. Bis dahin muss sich Königs noch in Geduld üben und das Geschehen vom Rand aus beobachten. Zusehen, wie die Mannschaft um Punkte kämpft und diese, anders als gegen Herne, am Ende auch behält. Denn noch einmal dürfte es Königs wohl nur schwerlich am Seitenrand zwischen den Zuschauern halten.

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