Re-Start am 24. Januar? Nicht alle Vereine können sich damit anfreunden

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Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass 2020 kein Fußball mehr gespielt wird. Aber wie geht es weiter?

Dortmund

, 20.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Oberliga-Klubs ist der 31. Januar für den ersten Spieltag im Jahr 2021 vorgesehen, für die Westfalen- und Landesligisten der 14. Februar und für die Bezirksligisten der 28. Februar. Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW, hat jetzt den Januar als Re-Start-Termin für alle Ligen ins Spiel gebracht.

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So sei die Chance größer, dass das Mindestziel von 50 Prozent aller Spiele erreicht wird. Diese Zahl an Partien ermöglicht erst eine Wertung einer Saison mit Auf- und Absteigern. Es darf bis zum 21. Juni gespielt werden, um diese 50 Prozent zu erreichen.

Schnieders könne sich vorstellen, dass der Meisterschaftsbetrieb am 24. Januar für alle normal fortgesetzt wird, wenn es die Corona-Pandemie und die Politik zuließe. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und schließt nicht aus, dass vor dem 24. Januar schon Nachholspiele stattfinden.

Über diesen frühen Zeitpunkt sind etliche Fußballer überrascht, halten diesen Plan eher für falsch. „Wenn wir im Dezember gar nicht mehr trainieren dürfen, dann können wir doch nicht Anfang Januar wieder spielen. 14 Tage Vorbereitung auf ein Meisterschaftsspiel sind viel zu kurz“, sagt Daniel Dukic, der Sportliche Leiter des Westfalenligisten Westfalia Wickede. Er hält es für realistisch, dass es am 31. Januar weitergehen könnte. „Dann hätten wir fast den ganzen Januar, um uns seriös vorzubereiten.“

So sieht es auch Muhammed Acil, Torhüter des Fußball-Landesligisten Türkspor Dortmund. „Für eine vernünftige Vorbereitung benötigst du normalerweise sechs Wochen. Aber vier Wochen sollten es mindestens sein. Ansonsten wäre die Verletzungsgefahr für die Spieler viel zu hoch.“ Brackels Trainer Giovanni Schiattarella geht einen Schritt weiter. „Wenn im Dezember nicht mehr trainiert werden darf, macht es keinen Sinn mehr, im Januar zu spielen.“

Ein Trainer, der nichts dagegen hätte, dass es am 24. Januar weitergeht, ist Hombruchs Alexander Enke. „Die Jungs haben doch Bock zu spielen. Aber um zu diesem Zeitpunkt auflaufen zu können, müssten sie schon topfit sein und einiges in der Trainings-freien Zeit gemacht haben“, sagt Enke. Er hält es vor allem psychologisch für wichtig, dass die Jungs wieder spielen. „Das hilft doch den Spielern in der nicht leichten Corona-Zeit.“

Und Peter Seifert, Vorsitzender des BSV Schüren, bringt noch einen ganz neuen Aspekt ins Spiel: „Ich würde es begrüßen, wenn wir im Januar wieder spielen. Aber nur unter einer Bedingung. Zuschauer bleiben erlaubt. Ansonsten halte ich gar nichts davon“, sagt Seifert.

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Er erklärt, dass die Vereine ansonsten keine Einnahmen hätten, die Spieler und die Schiedsrichter aber weiter bezahlt werden müssten. „Kommt der Fußball ohne Zuschauer, machen alle Klubs bei jedem Spiel nur Verlust. Und das kann nicht sein.“

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