Rückzug aus der Landesliga: Tiefschlag für den Dortmunder Frauenfußball

Frauenfußball

Vor zwölf Jahren war die SG Lütgendortmund der Leuchtturm des Dortmunder Frauenfußballs. Am Mittwoch meldete der Verein seine erste Frauenmannschaft ab. Beinahe hätte es die ganze Abteilung erwischt.

Dortmund

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Rückzug aus der Landesliga: Tiefschlag für den Dortmunder Frauenfußball

Der letzte größere Auftritt der SG Lütgendortmund: Im Kreispokal-Finale 2017 unterlag die SGL gegen Berghofen. © Stephan Schuetze

Dieter Pohl hat es sich lange überlegt. Der 1. Vorsitzende des SG Lütgendortmund hat mit sich gerungen: „Wir hätten beinahe den Deckel drauf gemacht“, sagt Pohl. Gemeint ist die Frauenfußball-Abteilung der SG Lütgendortmund, dessen erste Mannschaft vor zwölf Jahren noch in der 2. Bundesliga spielte.

Auf Aufstieg verzichtet

2013 war die SGL auf dem Boden der Tatsachen angekommen, seitdem spielt die Mannschaft in der Landesliga und hätte 2017 eigentlich in die Westfalenliga aufsteigen können: „Doch als wir darauf verzichtet haben, ging es bergab“, sagt Pohl. Mehrere Spielerinnen verließen den Klub in Richtung Berghofen, in den vergangenen beiden Spielzeiten wurde das Team 10. und 9..

Pohl sagt: „Das war keine Mannschaft mehr.“ Grüppchenbildungen, kein Teamgeist, keine Identifikation mit dem Verein: „Fünf Minuten nach Spielende waren die meisten weg“, sagt Pohl. Mit Beginn der aktuellen Spielzeit blieben nur noch zwei Spielerinnen übrig: „So traurig wie es klingt, aber so machte das natürlich keinen Sinn mehr.“

Nächstes Jahr Bezirksliga

Die zweite Mannschaft bleibt im Spielbetrieb der Kreisliga A, „und dann schauen wir mal, ob wir nächstes Jahr dann in der Bezirksliga antreten“, sagt Pohl. Durch den Rückzug aus der Landesliga steht die SGL dort als erster Absteiger fest und könnte in der nächsten Saison das Recht wahrnehmen, in der Bezirksliga anzutreten.

Doch was hat Pohl dazu bewogen, „den Deckel“ doch nicht draufzumachen? „Wir haben hier über 70 Mädchen in der Jugend-Abteilung“, sagt Pohl, „haben eine U17 in der Bezirksliga, eine U15, die gerade fast alles gewonnen hat, eine U13, eine U11. Es wird hier weitergehen. Aber wir brauchen neues Leben und da hoffen wir auf unseren Nachwuchs.“

Ausbildungsentschädigungen

Zwar würden mittlerweile viele Talente frühzeitig von den höher spielenden Vereinen weggeholt, „aber das ist nunmal so und wenn wenigstens eine Ausbildungsentschädigung damit verbunden ist, dann ist das auch in Ordnung“, sagt Pohl.

Vielleicht macht sich die SGL ja ab sofort wieder als Ausbildungsverein einen Namen.

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