Saisonabschluss im Fußball: Der Entscheidungsvorschlag droht zu platzen

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Der Fußballausschuss des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen hatte für Donnerstag geplant, einen mehrheitsfähigen Entscheidungsvorschlag vorzustellen. Das Vorhaben droht zu platzen.

Dortmund

, 21.04.2020, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montagabend hatte sich der Vorstand des FLVW mit den Verantwortlichen der Fußball-Oberligisten Westfalen zu einer Telefonkonferenz verabredet. 16 der 18 Klubs folgten dem Ruf. Nur Westfalia Herne und die TSG Sprockhövel nahmen nicht teil. Mit dabei waren neben den 16 Klubvertretern Gundolf Walaschewski (FLVW-Präsident), Manfred Schnieders (Verbandsfußballausschuss) und Staffelleiter Reinhold Spohn.

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Rund 45 Minuten informierten die Verantwortlichen und hinterfragten die Klubvertreter. Bestimmendes Thema war natürlich, wie es im Amateurfußball in Westfalen weitergeht. Der Verband holte sich ein Stimmungsbild ein. 15 der 16 Klub waren gegen eine Fortsetzung der Spielzeit. Einzig der 1. FC Kaan-Marienborn war dafür.

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Dieses Bild deckt sich mit der Umfrage, die der FLVW allen Vereinen in Westfalen zugeschickt hat. „Es wird schon jetzt deutlich, dass die Mehrheit der Vereine nicht für eine Saisonfortsetzung stimmt“, sagte Schnieders am Dienstagmittag gegenüber unserer Redaktion. Zu diesem Zeitpunkt lief die Umfrage aber noch.

Der Verband hatte den Vereinen vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl gegeben und um Abstimmung bis Dienstagabend gebeten:

  • 1. Die Saison wird annulliert und es gibt keine Auf- und Absteiger

  • 2. Die Hinrundentabelle wird gewertet. Hieraus ergeben sich Aufsteiger aber keine Absteiger

  • 3. Die Saison wird mit dem aktuellen Tabellenstand beendet werden. Es gibt nur Auf- keine Absteiger

  • 4. Die Saison wird frühestens ab September zu Ende gespielt

Nachdem sich der Verband das komplette Stimmungsbild der Klubs eingeholt hätte, sah der Plan vor, dass der Verbandsfußballausschuss am Donnerstag (23. April) einen Entscheidungsvorschlag den Vereinen präsentieren wollte. Der Plan droht jetzt zu platzen.

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Manfred Schnieders bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der Verband ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben hat. Der Verband möchte sicher sein, dass die Spielzeit rechtlich überhaupt annulliert oder abgebrochen werden darf. Dieses Gutachten lag bis Dienstagmittag aber noch nicht vor. „Die juristischen Mühlen mahlen langsam. Wir hoffen aber, dass wir es schnell kriegen. Wir wollen Rechtssicherheit haben“, sagte Schnieders.

Wer zahlt das Geld an die Sponsoren zurück?

Das große Problem des Verbandes: Was passiert, wenn der Verband die Saison abbricht und die Sponsoren ihr Geld von den Klubs zurückverlangen und die Vereine darauf hinweisen, dass der Verband unrechtmäßig die Spielzeit abgebrochen habe. Muss der Verband dann für die Kosten der Sponsoren aufkommen? Dieser Klagewelle will der Verband aus dem Weg gehen.

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Deshalb wird - so lange dieses Rechtsgutachten dem FLVW nicht vorliegt - der Verband keinen Entscheidungsvorschlag am Donnerstag veröffentlichen, höchstens eine Empfehlung, wie Schnieders sagt. Diese Empfehlung könnte aber noch zurückgenommen werden, wenn das Rechtsgutachten eine Annullierung oder einen Abbruch ausschließt.

Einen Entscheidungsvorschlag soll es also erst geben, wenn das Gutachten vorliegt. Schnieders hatte schon in der Vorwoche gesagt. „Wenn wir einen Entscheidungsvorschlag machen, wird dem auch mehrheitlich zugestimmt.“ Zustimmung muss der Vorschlag bei einem Verbandstag finden.

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Hier müssen der Vorstand und die Kreise dem Vorschlag zustimmen. Einen Termin für den Verbandstag gibt es noch nicht. Vor Mai wird hier aber nichts passieren. Die Vereine müssen sich also weiter gedulden. Vielleicht bekommen sie sogar am Donnerstag einen Entscheidungsvorschlag, vielleicht aber nur eine Empfehlung präsentiert. Es hängt alles davon ab, ob das Rechtsgutachten bis dahin fertig ist.

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