ASC stellt vier Spieler frei, weitere können folgen: „Gucke mir die nächsten Wochen genau an“

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ASC-Chefplaner Samir Habibovic zeigt sich in Sachen Kaderplanung selbstkritisch, zieht seine Lehren und stellt für den Winter vier Spieler frei - weitere könnten folgen.

Dortmund

, 11.11.2019, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es kommt eher selten vor, dass sich Verantwortliche in der Öffentlichkeit selbst anklagen. Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund, hat kein Problem damit. Er zeigt die Größe und zieht seine Lehren aus seinen eigenen Fehlern - mit Folgen für den Kader von Dortmunds bestem Amateurfußball-Team.

„Der Kader ist viel zu groß“

Vor der Spielzeit hat der ASC 09 Dortmund elf Spieler verpflichtet. Aber nur fünf sind gegangen. Und einer von denen, Paul Stieber, ist sogar während der aktuellen Saison noch zurückgekommen. So musste Trainer Daniel Sekic zum Start mit einem Kader von 27 Spielern hantieren.

„Ich habe unnötig den Kader aufgebläht. Der ist viel zu groß. Du hast als Trainer gar keine Chance, so viele Spieler bei Laune zu halten“, sagt Habibovic. Sekic ist schon nicht mehr Trainer beim ASC. In der Zwischenzeit hat Tim Schwarz das Amt übernommen. Und Samir Habibovic macht es ihm etwas leichter.

Vier Spieler können gehen

Er hat vier Spielern aus dem Kader erklärt, dass sie sich im Winter einen neuen Klub suchen dürfen. Die vier Jungs trainieren auch ab sofort in der zweiten Mannschaft mit. Es sind Simon Hendl, Okan Saritas, Jonas Telschow und Onur Kara Ali. Vier Talente, die Habibovic erst vor dieser Saison verpflichtet hat.

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„Ich musste ehrlich zu ihnen sein. Für die Vier ist es aktuell zu schwierig, den Sprung in unsere Mannschaft zu schaffen. Das heißt aber nicht, dass ich nicht mehr von deren Qualitäten überzeugt bin. Vielleicht starten sie bei einem anderen Oberligisten durch“, erklärt Habibovic.

Drei Spieler spielen auf Bewährung

Er deutet an, dass weitere Akteure folgen könnten. „Ich gucke mir die nächsten drei Wochen ganz genau an. Ich habe kein Problem damit, mich von weiteren drei Jungs zu trennen. Vielleicht hole ich im Winter dann noch zwei Neue“, sagt er.

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Aplerbecks Vorsitzender Michael Linke schätzt es an Habibovic, dass der sich hinterfragt und selbstkritisch ist. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Samir es schafft, jedes Jahr drei Spieler zu holen, die den Sprung in die Oberliga schaffen“, sagt Linke. Und er betont, dass das unbekannte Akteure sind, keine ehemaligen Regional- oder Oberligaspieler.

Isensee und Rausch als Volltreffer, Boekemüller auf dem Sprung

In diesem Jahr sind das Moritz Isensee und Florian Rausch, die es gleich geschafft haben. Beim 1:1 gegen Ennepetal am Sonntag standen sie in der Startelf. Maciej Bokemueller stehe auch kurz davor, noch mehr Spielzeiten zu bekommen. „Und das sind drei Jungs, die aus dem U19-Bereich kommen und die Samir verpflichtet hat“, erklärt Linke.

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Da bleibt sich Habibovic treu. „Es ist für uns unumgänglich, auf Talente zu setzen, weil wir einfach nicht das Geld haben, gestandenen Oberliga-Spieler zu verpflichten.“ Und damit hat der Klub Erfolg. In den vergangenen beiden Spielzeiten landetet der ASC jeweils auf Platz drei.

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