SC Husen Kurl verliert seine Toptorjäger: Einer wechselt die Sportart

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Die beiden besten Torjäger des SC Husen Kurl verlassen den A-Ligisten. Einer von ihnen wechselt, weil er mit seinen Brüdern zusammenspielen möchte. Die spielen allerdings gar keinen Fußball.

Dortmund

, 29.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

39 Tore erzielte der SC Husen Kurl in der abgebrochenen Saison in der Kreisliga A2. Fast 60 Prozent aller Tore gingen jedoch auf das Konto von nur zwei Spielern. Und genau auf die muss Trainer Dominik Herrmann in der kommenden Spielzeit verzichten. Einer von ihnen wechselt in die Westfalenliga, der andere beendet seine fußballerische Laufbahn und entscheidet sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er wechselt die Sportart.

14 Mal lief Lennart Hangebruch für Husen Kurl auf. Dabei erzielte er 12 Tore, was ihn zum besten Torschützen des A-Ligisten macht. Der junge Stürmer spielt noch nicht lange im Seniorenbereich und wagt nun dennoch bereits den nächsten Schritt. „Er wechselt zum Lüner SV in die Westfalenliga“, sagt Dominik Herrmann. Ein Abgang, der weh tut. „Ich hätte ihn gerne behalten.“ Erst ein halbes Jahr war Hangebruch bei den Senioren. Aber „man konnte ihn ja nicht verstecken, er hat immer seine Tore gemacht“, sagt Husen Kurls Übungsleiter.

Dass Hangebruch nun den Sprung zu einem Westfalenligisten macht, ist dennoch gewagt. Dort sei die Chance deutlich höher, häufig nur auf der Bank zu landen. „Ich hatte ihm noch ein, zwei Jahre Kreisliga empfohlen“, erklärt Herrmann, der in seine zweite Saison mit Husen Kurl geht. Der Wechsel seines Topstürmers gehe aber dennoch in Ordnung, Ärger darüber gebe es nicht.

Drei Abgänge und mehrere junge Neuzugänge beim SC Husen Kurl

Doch neben Hangebruch verlässt auch der zweite Toptorjäger den A-Ligisten. Jan Albert absolvierte in der Saison 2019/20 die meisten Einsätze für den SC. In 17 Ligaspielen brachte er den Ball elf Mal im gegnerischen Gehäuse unter. Ihn zieht es aber nicht in eine höhere Liga. „Er hört auf“, sagt Dominik Herrmann. Doch Albert wird auch weiterhin sportlich unterwegs sein - nur eben nicht mehr als Fußball-, sondern als Handballspieler.

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„Er hat zwei Brüder, die Handball spielen“, erklärt Herrmann den Wechsel seines Torjägers. Mit den beiden wolle Albert nochmal zusammenspielen. Dass ein Spieler nicht nur den Verein, sondern die Sportart wechselt, sei ungewöhnlich. Und für Husen Kurl ein weiterer schmerzhafter Abgang. „Mit ihm geht ein wichtiger Spieler.“ Mit Eugen Kim verliert der SC Husen Kurl noch einen dritten Spieler. Er beendet seine Karriere.

Bei den Zugängen bleibt der Kreisligist sich treu. Wie auch in den letzten Jahren wurden wieder junge, entwicklungsfähige Spieler geholt. Mit Joel Kopyra und Jannik Sommerhage holt Herrmann aus der A-Jugend des SV Brackel 06 zwei Spieler. Zudem kommt Rene Hallhuber vom SV Urania Lütgendortmund. Aus der eigenen A-Jugend sollen auch noch einige Spieler hochrücken, doch wer in der ersten und wer in der zweiten Mannschaft landen wird, steht noch nicht endgültig fest. Somit geht Husen Kurl auch in der kommenden Saison mit einer Mannschaft ins Rennen, die vor allem aus Spielern besteht, die nicht älter als 21 oder 22 sind.

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Und wo soll es in der kommenden Saison für den SC hingehen? Geht es nach Dominik Herrmann, hat der A-Ligist von Anfang an nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. Ganz oben anzugreifen, hält er allerdings auch für unrealistisch. Das liege vor allem an der Unerfahrenheit seiner jungen Mannschaft. Er hofft, dass er sich mit seinen Spielern, von denen er viele noch aus seiner Zeit als Jugend-Trainer kennt, schnell im gesicherten Mittelfeld festspielen kann.

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