Schiedsrichter Sebastian Strube reist nach England - um Everton gegen Leicester zu pfeifen

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Besondere Erfahrung für Sebastian Strube: Der Schiedsichter durfte während eines England-Besuchs ein Jugendspiel zweier Premier-League-Teams leiten und machte dabei spannende Beobachtungen.

Dortmund

, 05.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Erinnerung wird Sebastian Strube von seinem England-Trip besonders im Kopf behalten: „Die Amateurschiedsrichter genießen dort ein großes Ansehen. Als wir bei den Gesprächen vor Ort erzählt haben, dass wir Schiedsrichter sind, ist uns viel Respekt entgegengebracht worden und es wurde gleich gefragt, in welcher Liga wir pfeifen“, erzählt der Schiedsrichter, der für den SV Westrich pfeift.

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Sebastian Strube reiste vor kurzem zusammen mit Yannick Rupert und Timo Gansloweit (beide SC Husen Kurl) und Pawel Bartoszek, einem Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses, nach England zu einem Erfahrungsaustausch von Schiedsrichtern. Dort leiteten die drei auch ein Freundschaftsspiel zwischen den B-Junioren des FC Everton und Leicester City.

Schiedsrichter Sebastian Strube reist nach England - um Everton gegen Leicester zu pfeifen

Auch das Stadion Old Trafford gehörte mit zu den Programmpunkten des Erfahrungsaustauschs des Quartetts, zu dem auch Pawel Bartoszek (r.), Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses), gehörte. © Privat

Und welche Unterschiede zwischen einer Partie in Deutschland und in England stellte er fest? Die Geschwindigkeit des Spiels sei höher gewesen. Man habe gesehen, dass die Jungs technisch und taktisch enorm talentiert seien. Sonst sei es körperlich nicht groß zur Sache gegangen, berichtet der 24-Jährige.

Sebastian Strube: „Es wurde viel laufen gelassen“

Und was war mit der viel zitierten englischen Härte? „Die spürte ich auf dem Platz eigentlich nicht. Der Umgangston auf dem Feld war etwas rauer, aber sonst blieb alles ruhig“, sagt der Referee.

Anders sei es dagegen beim Spiel der League One – der dritten englischen Liga – zwischen den Tranmere Rovers und Accrington Stanley gewesen, was sich die Unparteiischen anschauten. „Dort gab es schon einige Momente, die laufen gelassen wurden, die hier in Deutschland vermutlich abgepfiffen worden wären.“

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Zum Besuch auf der Insel gehörte auch ein Lehrgang für Schiedsrichteranwärter, den die Vier begutachteten. Hier sei Sebastian Strube besonders aufgefallen, dass das Alter der angehenden Referees sehr gemischt war. Während in Deutschland viele Unparteiische im jungen Alter mit dem Pfeifen beginnen, würde sich in England auch viele Erwachsene entschließen, Schiedsrichter zu werden.

Die Schiedsrichter besuchten die Anfield Road und das Old Trafford

Während des Trips war das Quartett in Liverpool untergebracht. Da durfte natürlich eine Tour durch das legendäre Stadion an der Anfield Road nicht fehlen. Besonders in Erinnerung blieb Sebastian Strube die besondere Architektur. „Die Fans sitzen ganz nahe am Spielfeld und es gibt keine Zäune und vergleichbaren Absperrungen. Das sorgt natürlich für eine besondere Kulisse.“

Schiedsrichter Sebastian Strube reist nach England - um Everton gegen Leicester zu pfeifen

Auch eine Tour durch das Stadion des FC Liverpool durfte nicht fehlen. © Privat

Außerdem hätte ihn das Video der Stadiontour an der Anfield Road beeindruckt. Dort präsentiert zum Beginn der Führung Trainer Jürgen Klopp die Highlights der vergangenen Jahre. Als Sympathisant von Borussia Dortmund natürlich eine ganz besondere Sache für den 24-Jährigen. Zudem legte die Gruppe auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp im Old Trafford, dem Stadion von Manchester United, ein und ließ sich auch hier einmal durch die Arena führen.

Bruch des Sprunggelenks verhinderte die aktive Karriere

In der Rückrunde geht es für Sebastian Strube weiter in der Landesliga, in die der Student des Steuerrechts in dieser Saison aufstieg. Zudem wird er in der Westfalenliga der A- und B-Junioren sowie in der C-Jugend-Regionalliga eingesetzt.

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Früher kickte er noch selbst, aber seit mittlerweile vier Jahren hat er sich auf das Pfeifen konzentriert. „Leider habe ich mir zum Ende der A-Jugend das Sprunggelenk gebrochen. Dann habe ich lange ausgesetzt und hab mich dann entschieden, Schiedsrichter zu werden.“

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