Sieben Gründe, warum der TuS Eichlinghofen gegen den Lüner SV nicht ganz chancenlos ist

Kreispokal-Finale

Die Vorzeichen sind klar: Der Bezirksligist TuS Eichlinghofen trifft am Donnerstag im Kreispokalfinale auf Westfalenligist Lüner SV. Kann der Außenseiter den Favoriten aus Lünen ärgern?

Dortmund

, 30.05.2019, 07:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sieben Gründe, warum der TuS Eichlinghofen gegen den Lüner SV nicht ganz chancenlos ist

Der TuS Eichlinghofen will im Kreispokal-Finale die Sensation schaffen. © Stephan Schuetze

Würden sich die Buchmacher das Duell im Kreispokalfinale zwischen dem Bezirksligisten TuS Eichlinghofen und dem Westfalenligisten Lüner SV (Donnerstag, 17.30 Uhr, Hinter Holtein) genauer anschauen würden, gäbe es wohl nur wenig Einsatz zurück, wenn man sein Geld auf den Klub aus der Nachbarstadt setzen würde. Das Team von Trainer Mario Plechaty ist - wie es Eichlinghofen-Trainer Marc Risse ausdrückt - „nicht nur ein Westfalenligist. Sondern ein richtig guter Westfalenligist.“

Katastrophale Rückrunde

Sein eigenes Team dagegen spielte eine ziemlich katastrophale Rückrunde in der Bezirksliga, schloss die Rückrundentabelle auf einem Abstiegsplatz ab, lebte also lange von der verhältnismäßig guten Hinrunde: „Wir hatten viele Verletzungen, haben es aber teilweise auch einfach nicht gut gemacht“, sagt Risse.

Warum es am Donnerstag trotzdem mit dem ersten Kreispokaltitel der Vereinsgeschichte klappen könnte?

1. Der TuS spielt zu Hause: „Für uns ist das ein einmaliges Erlebnis, nicht nur das Finale zu spielen, sondern es auch auf der heimischen Anlage spielen zu dürfen.“ Alle Teams hatten sich um die Austragung beworben. Am gleichen Tag findet in Eichlinghofen seit Jahren das Vatertagsdorffest statt. An Unterstützern dürfte es also nicht mangeln.

2. Der TuS muss nicht das Spiel machen: „Es liegt uns tatsächlich mehr, wenn wir den Gegner kommen lassen können“, sagt Risse. Schon im Viertelfinale gegen den ambitionierten Landesligisten Hombrucher SV sorgte diese Taktik für einen klaren 3:0-Erfolg.

3. Beim Lüner SV findet ein Umbruch statt: Der Auftritt in Eichlinghofen ist für viele Lüner Spieler und den Trainer der letzte für den Klub. Zwar sagt Mario Plechaty, der zum FC Iserlohn wechselt: „Für mich als Trainer und für die Spieler, die den Klub verlassen, wäre es wichtig, sich mit einem Titel zu verabschieden. Und die, die bleiben, wollen natürlich nächstes Jahr im Westfalenpokal spielen.“ Trotzdem dürfte die letzte Motivation bei zwölf (!) Abgängen nicht mehr vorhanden sein.

4. Lünen ist schon im Urlaubsmodus: „Die Luft in den letzten zwei Wochen war ein bisschen raus“, sagt Plechaty. Vor dem Pokalfinale haben die Lüner nur noch einmal locker trainiert: „Wir sind schon ein bisschen im Urlaubsmodus“, sagt Plechaty, kündigt aber an, am Donnerstag noch einmal Vollgas geben zu wollen.

5. Der TuS hat nichts zu verlieren: „Unsere Verletzungssituation hat sich nicht wahnsinnig verbessert“, sagt Risse. Die Stammspieler Salomon Tshitungu, Andreas Uphues, Marcel Dickehut und Marvin Pluck fehlen, „auch deshalb gehen wir die Sache relativ entspannt und locker an. Eigentlich haben wir keine Chance. Aber die wollen wir nutzen.“ Die Vorgabe vom Verein sei dann auch lediglich, „sich so teuer wie möglich zu verkaufen.“

6. Taktikfuchs Risse: Während sich LSV-Coach Mario Plechaty nur selten mit dem kommenden Gegner beschäftigt, bereitet Risse sein Team akribisch auf die anstehenden Aufgaben vor. „Wir sind taktisch gut vorbereitet“, sagt Risse.

7. Das Spielglück ist auf Eichlinghofens Seite: Sieben Mal (!) gab das Risse-Team in der 90. Minute Punkte ab: „Das ist dann auch einfach nicht besonders clever“, sagt der Coach. Weil Spielglück aber im Pokal gerne mal die Seiten wechselt, geht die Saison für den TuS gut aus.

Im Spiel um Platz 3 treffen ab 12.30 Uhr der FC Brünninghausen und Ay Yildiz Derne aufeinander. Um 15 Uhr folgt das Frauen-Finale zwischen dem Wambeler SV und der DJK Eintracht Dorstfeld. Der Eintritt für den „Tag des Amateurfußballs Kreis Dortmund“ in Eichlinghofen kostet 5 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder (ab 10 Jahren).
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