Spielabbruch: Schiedsrichter in Angst und Sorge brechen zwei Spiele in der Nachspielzeit ab

hzFußball in Dortmund

Abbruch im Doppelpack: Gleich zwei Amateurfußballspiele mit Dortmunder Beteiligung sind am Sonntag vorzeitig beendet worden - in beiden Fällen in der Nachspielzeit.

Dortmund

, 20.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und schon wieder gibt es Ärger im Dortmunder Amateurfußball. Am Sonntag sind gleich zwei Partien mit Dortmunder Beteiligung nicht zu Ende gespielt worden. In beiden Fällen brachen die Unparteiischen die Begegnungen in der Nachspielzeit vorzeitig ab. Die Gründe ähnelten sich.

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Die traurige Statistik im Amateurfußball setzt sich fort. Nach Kung-Fu-Tritten, Faustschlägen und körperlichen Attacken auf den Schiedsrichter gab es am Wochenende zwei weitere Spielabbrüche in Dortmund. Betroffen waren in beiden Fällen Klubs aus der Dortmunder Kreisliga C.

Starten wir zunächst in der Kreisliga C2. Am Sonntag um 10 Uhr trafen im Sportzentrum Kruckel an der Ründinghauser Straße 15 der TuS Kruckel II und der FCK Sölde aufeinander. Beide Teams lieferten sich laut eigener Aussage ein intensives, aber kein hitziges Spiel. Kurz vor dem Abpfiff führte Kruckel mit 4:1. Dann passierte es. Kruckel erzielte durch Gevin-Alister Reid das 5:1. Der Unparteiische Tobias Stiebeling gab das Tor - und das passte einem Sölder Spieler überhaupt nicht.

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Björn Burda, Trainer der Heimelf, beschreibt die Szene wie folgt: „Ein Spieler von Sölde rannte nach dem Tor aufbrausend auf den Schiedsrichter zu. Er hat dann die Gelb-Rote Karte gesehen und dann eine komische Bewegung gemacht. Da hat sich der Schiedsrichter bedroht gefühlt“, sagt Burda.

Sein Gegenüber, Marvin Weinand von Sölde, sagt dazu: „Wir kriegen den Konter zum letzten Tor und einer unserer Spieler hat sich dann moniert, weil er eine Abseitssituation gesehen hat. Der Schiedsrichter sagte mir dann, dass unser Spieler ‚die Fäuste geballt hat‘ und den Schiedsrichter böse angeguckt hat“, so Weinand, der allerdings betonte, dass es keine Schlägereien oder versuchten Körperverletzungen gegeben habe. „Der Schiedsrichter hat sich durch den Blick unseres Spielers bedroht gefühlt“, sagt Weinand.

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Schiedsrichter-Obmann Markus Schanz bestätigte am Montagvormittag die Aussagen der Trainer. Im Sonderbericht zum Spiel stehe geschrieben, dass der Spieler bedrohlich auf den Schiedsrichter zugegangen sei und dieser sich deshalb nicht sicher gefühlt habe. Daraufhin brach Stiebeling das Spiel dann ab.

Schiedsrichter soll beleidigt worden sein

Den zweiten Spielabbruch gab es in der Kreisliga C6 bei der Partie zwischen dem SuS Derne 19 III und dem FC Ezidxan Dortmund - ebenfalls in der Nachspielzeit. In der Partie hatte es aber noch 0:0 gestanden. Als die Begegnung sich schon dem Ende neigte, leistete sich ein Spieler der Gästemannschaft ein Foulspiel, das der Schiedsrichter Halil Balci mit einer Roten Karte ahndete. Aydin Türkoglu, Trainer der Derner, äußerte sich auf Anfrage: „Der Spieler ist dann rausgegangen und hat den Schiedsrichter von Außen beschimpft. Daraufhin hat der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen“, so Türkoglu, der allerdings nicht hörte, was der Übeltäter gesagt haben soll.

Markus Schanz: „Es handelte sich um eine obszöne Beleidigung, mehr weiß ich aber auch nicht“, sagt der Schiedsrichter-Obmann, der damit rechnet, dass beide Fälle beim Sportgericht landen werden.

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