Steht dem SV Brackel in der Landesliga eine unruhige Saison bevor, Giovanni Schiattarella?

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Der SV Brackel 06 ist nach dem heftigen 1:5 gegen IG Bönen da, wo er nicht hinwollte, auf dem 14. Platz, der eventuell schon den Abstieg bedeutet. Wie geht das Team damit um?

Dortmund

, 25.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Steht den Brackelern nun eine unruhige Saison bevor? In wie weit liegt solch ein Ergebnis im Trend und wie reagiert die Mannschaft? Antworten gibt Trainer Giovanni Schiattarella im Gespräch mit Alexander Nähle.

Das 1:5 gegen IG Bönen muss wehgetan haben. Bedeutet das jetzt, dass Sie als 14. der Tabelle im Abstiegskampf stecken? In der Natur dieser Landesliga liegt, dass es kein Mittelfeld gibt, vielleicht eins mit drei Mannschaften. Das heißt, entweder spielen wir oben mit oder unten. Für uns bedeutet das, dass wir erstmal hinten dabei sind.

Deckt sich das mit den Zielen vor der Saison?

Nein, wir wollten eine ruhigere Spielzeit. Die Tendenz ähnelt aber der im Vorjahr. Daher ist das nicht wie gewollt.

Sie wirken so, als käme die aktuelle Situation nicht völlig unerwartet…

Wir wussten, dass diese mit so vielen jungen Spielern besetzte Mannschaft Schwankungen von Spiel zu Spiel haben könnte. Dass es natürlich wie jetzt gegen Bönen während der Partie einen solchen Bruch nach einer 1:0-Führung gibt, hatte ich dann doch nicht erwartet.

Reden wir dann über das Spiel in Bönen. Was war los?

Dafür habe ich auch noch keine Erklärung. Innerhalb von sieben Minuten wurde aus einem 1:0 ein 1:3. Danach war plötzlich alles weg. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass Führungsspieler dann noch keine Impulse gegeben haben. Wobei sich auch in unserem Fall wegen deren Vergangenheit und deren Alter die Frage stellt, in wie weit unsere Führungsspieler mit gestandenen Kräften anderer Vereine zu vergleichen sind.

Wie geht die Mannschaft damit um?

Gut. Sie ist selbstkritisch, analytisch, sie arbeitet an sich, aber wir sind doch eben eine sehr junge Mannschaft. Da wir mit Schwankungen gerechnet hatten und diese Haltung auch im Verein verbreitet ist, gibt es keine schlechte Stimmung. Die Jungs brauchen Zeit. Die erhalten sie. Wir als Trainer und auch der Verein wussten, dass wir kein Team für die Top vier sind. Wegen der Vorbereitung haben uns einige Leute in diese Rolle reingedrängt.

Welche Rolle muss der SV Brackel denn jetzt spielen?

Er ist gezwungen, von Woche zu Woche zu punkten. Denn wir müssen in dieser überhaupt nicht planbaren Liga immer etwas vorweisen, weil es ständig unerwartete Ergebnisse gibt. Das heißt, Mannschaften von unten schlagen völlig überraschend welche von oben. Du darfst eigentlich gar nicht mit den anderen Ergebnissen kalkulieren. Und vergangene Saison ist eine Mannschaft mit 39 Punkten abgestiegen. Wir haben nach zehn Spielen erst elf Punkte. Das zeigt, wie gefährlich es in der Landesliga ist.

Etwas einkalkulierbarer waren Ihre Resultate. Gegen starke Teams reichte es dann noch nicht…

Das ist das, was ich sagen wollte. Da gibt es Teams, die mit ihren aus höheren Ligen erfahrenen Leuten uns etwas voraushaben. Deshalb haben wir gegen Bövinghausen, Kirchhörde, Obercastrop und Bönen auch verloren.

Wenn Sie das berücksichtigen, liegen Sie dann im Soll?

Nein, nicht ganz. Uns fehlen besonders die zwei Punkte gegen Kaiserau. Das war einfach zu wenig.

Was macht Ihnen dann denn Mut, dass Sie nicht lange im Keller bleiben?

Dass wir gegen Mannschaften unserer Kragenweite gepunktet haben. Vor der Niederlage gegen Bönen hatten wir vier Wochen lang nicht verloren, sieben Punkte aus drei Meisterschafts-Partien geholt. Darauf sollten wir aufbauen. Natürlich war dieser Einbruch aus dem Bönen-Spiel ein Rückschlag, aber wir hatten zugvor gezeigt, dass wir es können.

Der kommende Gegner heißt Firtinaspor, zählt aktuell zu den besten Vieren. Ein schlechtes Omen?

Ich halte Firtinaspor für nicht ganz so stark wie die von mir erwähnten Topteams. Von daher können wir da etwas holen.

Reden wir zum Abschluss über das Personal: Wer fehlt?

Nicht nur am Sonntag fehlt uns Mirza Basic, der schon länger Knieprobleme hat, mit seiner Erfahrung. Er wäre einer, der in schwierigen Situationen Zeichen setzen könnte. Zudem müssen wir auf Marcel Stratmann verzichten.

Sie glauben, dass Ihre Mannschaft eine Reaktion zeigt?

Ja.

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