SV Berghofen sichert sich Bundesliga- und Europameisterschafts-Erfahrung

hzFußball 2. Frauen-Bundesliga

Doppelter Transferkracher beim Frauen-Fußball Zweitligisten SV Berghofen. Der Sportliche Leiter Stephan Gebling verpflichtete gleich zwei überragende Torhüterinnen.

Dortmund

, 25.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine U17- und U19 Vize-Europameisterin, sowie eine neunfache Bundesligaspielerin wechseln zum Aufsteiger aus dem Dortmunder Süden - SV Berghofen - und lassen die Konkurrenz aufhorchen.

Beide Spielerinnen werden sich mit der bisherigen Stammtorhüterin Juliane Bauch und Sabine Reinhold, (ebenfalls ein Neuzugang) einen knallharten Vierkampf um das Trikot mit der Nummer Eins liefern.

„Die Torhüterinnen werden im Training Vollgas geben, sich gegenseitig pushen und sind quasi ein Team im Team“ sagt der Sportliche Leiter Stephan Gebling, der zurzeit interimistisch das Torwarttraining leitet. „Wir suchen allerdings noch einen Torwarttrainer, der unser neues Trainerteam um Laura Marienfeld und Fabian Franz unterstützt“ ergänzt Gebling.

Vor allem die 19-jährige Wiebke Willebrandt hat trotz ihres jugendlichen Alters schon eine beeindruckende Vita vorzuweisen: Willebrandt absolvierte 21 U17- und zehn U19-Länderspiele für den DFB. Mit der U17 wurde Sie 2018 nach einer 0:2-Niederlage im Finale gegen Spanien Vize-Europameisterin.

Das gleiche Kunststück gelang der Torhüterin ein Jahr später mit der U19. Damals gab es im Endspiel eine 1:2-Niederlage gegen Frankreich. Auch an einer Weltmeisterschaft nahm Berghofens Neuzugang schon teil. Allerdings war 2018 in Uruguay mit der U17 nach einer 0:1-Niederlage gegen Kanada im Viertelfinale Endstation.

Wiebke Willebrandt lebt und wohnt zurzeit im Mädchen-Fußballinternat des Westdeutschen Fußballverbands in der Sportschule Kaiserau. Eigentlich war jetzt ein Wechsel zum College nach Boston angedacht. Aber die Corona-Pandemie verhinderte zum Glück für die SV Berghofen den Einsatz für die Boston College Eagles.

„Ich habe für ein Jahr ein Stipendium in den USA erhalten, der Aufenthalt ist nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Da ich im Hinblick auf die bevorstehende U20-WM in Costa Rica und Panama einige Lehrgänge absolviere, war mir das Risiko einer eventuellen Quarantäne zu groß“, begründete Willebrandt den vorerst geplatzten Wechsel.

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Bis vor wenigen Wochen spielte die Nationaltorhüterin noch in der männlichen A-Jugend ihres Heimatvereins JSG Lipperode-Bad Waldliesborn. Mit einer Sondergenehmigung des Verbandes durfte sie bei den Jungen in der Kreisliga A das Tor hüten. „Ich kannte meine Mitspieler von klein auf, wir hatten ein tolles Miteinander. Körperlich ging es bei den Männern natürlich ganz anders zur Sache als im Mädchenbereich. Über mangelnde Beschäftigung im Tor konnte ich auch nicht klagen“ berichtet Wiebke Willebrandt.

Auch mit ihrem Heimatverein feierte die sympathische Torfrau beachtliche Erfolge: 2019 gewann sie mit der männlichen B-Jugend den Hallenkreismeistertitel in Lippstadt. Nun will sich Willebrandt aber in der zweiten Liga der Frauen beweisen. „Die Mannschaft hat mich cool aufgenommen, ich bin froh die Chance in Berghofen bekommen zu haben. Ich will mich dort durchsetzen und versuchen, meinen Teil zum Klassenerhalt beizutragen“ äußert sich die 19-jährige zu ihren Zielen.

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Auch Trainerin Laura Marienfeld freut sich über den gelungenen Transfercoup. „Wiebke ist eine talentierte Torhüterin und eine richtig gute Option für uns. Sie hat aber keine Stammplatzgarantie“ sagt die Trainerin.

Auch die zweite Neue auf der Torhüterposition bringt einiges an Qualität mit. Die 21-jährige Josephine Plehn bestritt in der abgelaufenen Saison immerhin neun Bundesligaspiele für die SGS Essen. Zusätzlich sammelte Plehn bereits in der zweiten Liga ihre Erfahrungen. Sie bestritt für den damaligen Zweitligisten Herforder SV insgesamt elf Partien.

Josephine Plehn ist ein Berghofer Eigengewächs, die zu ihren Wurzeln zurückkehrt: Bis Juni 2015 spielte sie in der U17 der SV Berghofen, ehe sie nach Ostwestfalen zum Herforder SV wechselte. Danach spielte Plehn in der Regionalliga für den VfL Bochum, ehe sie zum Bundesligisten SGS Essen ging und dort ihre Chance nutzen konnte.

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„Josephine hat bereits auf hohem Niveau trainiert und gespielt. Sie ist erfahrener als die talentierte Wiebke Willebrandt. Außerdem ist sie charakterlich top und passt zu 100 % zu uns“ äußert sich Laura Marienfeld zu den Qualitäten von Josephine Plehn.

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es auch von Mittelfeldspielerin Anne Catherine Kufner, die sich nach ihrem Kreuzbandriss wieder im Training befindet. „Anne Catherine ist weiter als erwartet. Sie arbeitet fleißig beim individuellen Aufbautraining und hat sogar schon einige kleine Passübungen absolviert. Wir werden unsere wichtige Führungsspielerin aber ganz behutsam aufbauen“ sagt Trainerin Laura Marienfeld.

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