Tabellenführer Rödinghausen wie ein Spitzenteam: Dortmunds U23 verliert mit 0:4

Fußball-Regionalliga

Die U23 des BVB unterliegt zurecht gegen Tabellenführer Rödinghausen, der sich deutlich besser präsentiert. In allen Bereichen.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 21.09.2019, 15:47 Uhr / Lesedauer: 3 min
Tabellenführer Rödinghausen wie ein Spitzenteam: Dortmunds U23 verliert mit 0:4

Rödinghausen jubelt in der Roten Erde. © Bielefeld

Es sollte ein Duell auf Augenhöhe werden, ein Highlight-Spiel, mit dem sich Dortmunds U23 näher an die Tabellenspitze arbeiten wollte. Was blieb war Ernüchterung – und ein deutliches Ergebnis.

Das Personal: Die drängendste Frage, nämlich die nach dem Eric-Oelschlägel-Ersatz, beantwortete Dortmunds Trainer Mike Tullberg mit Jan-Pascal Reckert, der damit zu seinem dritten Liga-Einsatz kam. Da Eric Oelschlägel wegen einer Leistenverletzung derzeit nicht dienstfähig ist, wurde der 22-Jährige aufgeboten. Jonas Hupe, dem Tullberg vor der Partie gegen Rödinghausen ebenfalls Einsatzchancen eingeräumt hatte, ist dagegen wie schon im Königsklassen-Duell mit dem FC Barcelona bei den Profis für die Reservebank vorgesehen, am Sonntag im Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Ansonsten veränderte Tullberg seine Startelf im Vergleich zur erfolgreichen 3:0-Dienstreise beim 1. FC Köln II nur noch auf einer weiteren Position. Statt Magnus Kaastrup kehrte Taylan Duman ins Aufgebot zurück. Sein Reservisten-Dasein in Köln hatte den zentralen Mittelfeldspieler mächtig geärgert, die ausgesprochen positive Reaktion folgte in der anschließenden Trainingswoche.

Die Analyse: Dortmunds U23-Belegschaft, erneut verstärkt durch die beiden Profis Tobias Raschl und Leonardo Balerdi, startete gut in die Partie. Rödinghausen besaß zwar etwas höhere Ballbesitzanteile, was allerdings kein ernsthaftes Defizit sein muss. Schließlich versteht es Tullbergs Team, äußerst gefährlich umzuschalten und nach fixen, möglichst hohen Ballgewinnen zügig zum Schuss zu kommen. Vier Halbchancen erarbeitete sich der BVB in der Anfangsviertelstunde; all diese Versuche, zweifach von Chris Führich und jeweils einmal von Duman und Kolbeinn Finnsonn entsandt, verfehlten aber ihr Ziel oder wurden abgeblockt.

Und so war es der Gast, der in Person von Simon Engelmann gleich im ersten Versuch zur Führung traf. Dortmunds Mittelfeldzentrum, das den Angreifer noch an der Direktabnahme hätte hindern können, war in dieser 15 Minute deutlich zu langsam gen eigenes Tor gesprintet. Plötzlich klaffte kurz vor dem Strafraum ein beträchtliches Loch, das Engelmann ausnutzte.

Der SVR präsentierte sich wie ein Spitzenteam, blieb defensiv stabil – und offensiv so effektiv, wie möglich. Denn auch den zweiten größeren Fehler des BVB, diesmal verübt von Reckert, nutzte die Mannschaft von Enrico Maaßen. Und wieder war es Engelmann, der diesmal über den fehlerhaft positionierten BVB-Torwart per herausragendem Linksschuss hinwegschoss, geradewegs rein in den rechten Winkel. Das wunderbar anzusehende 0:2 vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff sorgte freilich für lange Gesichter der jungen Männer in schwarzgelb. Über vage Annäherung an das von Rödinghausen vorbildlich abgeschirmte Tor kam die Borussia nicht hinweg.

Im Gegensatz zum Tabellenführer, der seine überzeugende Performance auch in der zweiten Hälfte nahtlos fortsetzte. Bereits in Minute 50 fiel die Vorentscheidung der Partie, die von Dortmunds Angreifer Steffen Tigges zuvor zum „Spitzenspiel“ ernannt wurde. Aus gutem Grund, waren doch sowohl der SVR als auch der BVB in guter From. Wiederum Reckert allerdings agierte höchst unglücklich, als er einen flachen Abschluss von Lukas Kunze nahezu regungslos in sein Tor rollen ließ.

Dieses 0:3 bedeutete den nächsten Nackenschlag für die Borussen, die zwar bemüht waren, sich im Abwehrdickicht Rödinghausens aber schlicht nur unzureichend zurecht fanden. Die aus Führich, Tigges und Kapitän Joseph Boyamba bestehende vordere Offensivreihe hatte einen schweren Stand, konnte ihre Schnelligkeit und Abschlussstärke nie in Gänze präsentieren. Raschl lieferte keine wirksamen Impulse, ebenso wie die übrige Mittelfeld-Besatzung. Und die Abwehrabteilung des BVB leistete sich die schon genannten Missgeschicke, was zusammengerechnet zu viel Minus ergab gegen diesen Gegner, der eigentlich so viel Plus verlangte.

Als erneut Kunze traf und zum 4:0 erhöhte, war die Partie längst entschieden. Dieses deutliche Ergebnis, es ging vollkommen in Ordnung. Im achten Spiel kassierte Dortmunds U23 die dritte Niederlage. Erstmals allerdings wurde das Kollegium von Tullberg auch spielerisch in die Schranken gewiesen.

Die Tore:

0:1 Simon Engelmann (15.): Per Rechtsschuss beförderte Rödinghausens Nummer neun den Ball ins Tor, unhaltbar für BVB-Keeper Reckert. Den Assist lieferte Haktab Omar, der nahe der Grundlinie den zentral postierten Engelmann an der Strafraumkante erspäht hatte. Dortmunds Defensivabteilung ließ sowohl dem Passgeber als auch dem Torschützen zu viel Platz, leistete in diesem Moment zu wenig Gegenwehr.

0:2 Simon Engelmann (41.): Diesmal verwandelte der Angreifer mit links – und Reckert trug Mitschuld. Dortmunds Torhüter hatte den Ball zuvor unbedrängt ins Aus geschossen, wollte das Spiel eigentlich wohldosiert auf die rechte Außenbahn verlagern. Der fällige Einwurf wurde schnell ausgeführt – und Engelmann schoss direkt im hohen Bogen über den noch unsortierten Reckert hinweg ins rechte obere Toreck. Ein Traumtor mit BVB-Unterstützung.

0:3 Lukas Kunze (50.): Dank unfreiwilliger Mithilfe kassierten die Borussen auch den dritten Treffer. Erst konnte Innenverteidiger Marco Rente den Schützen Lukas Kunze nicht am Torabschluss hindern, dann sah Reckert erneut unglücklich aus. Der eigentlich fürs Bällefangen Angestellte verlebte einen miesen Nachmittag, ließ den eigentlich haltbaren Flachschuss passieren, ohne noch aktiv einzugreifen. Und stand letztlich da, wie der Ritter von der traurigen Gestalt.

0:4 Lukas Kunze (76.): Diesmal wurden die Borussen für ihre Passivität bestraft. Einen an der linken Strafraumkante gelegenen Freistoß führte Rödinghausen fix aus, Kunze durfte den Ball erst annehmen und schließlich verwandeln. Erneut schlug der Ball flach im Tor von Reckert ein, diesmal aber war der Schlussmann machtlos. Der Endstand in einer für den BVB frustrierenden Partie.

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