Taktischer Kniff bringt Kirchhörder Derbysieg - Hombruch verabschiedet sich in den Abstiegskampf

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Mit einem taktischen Kniff zieht der Kirchhörder SC dem Hombrucher SV den Zahn und geht nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg im Derby mit guter Stimmung in die Pause. Ganz anders ist die Lage in Hombruch.

Dortmund

, 15.12.2019, 20:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es lief die 25. Minute im Landesliga-Derby zwischen dem Kirchhörder SC und dem Hombrucher SV, als KSC-Trainer Sascha Rammel sanft aber entscheidend in die Partie eingriff: „Alles ein bisschen weiter nach vorne“ rief er seinen Spielern zu. Sie sollten höher stehen, die Hombrucher früher unter Druck setzen. Es war der Moment, der das Derby nachhaltig veränderte.

Djordjevic verpasst die Führung

Bis dahin hatten sich beide Teams zumindest neutralisiert, die Hombrucher produzierten immerhin gefährliche Standards, die der KSC aber locker wegverteidigte. Am gefährlichsten war eine direkt aufs Tor gezogene Ecke von Niklas Orlowski, die auf der Latte aufsetzte.

Doch Rammels Ansage, höher zu stehen, wirkte sich sofort aus. Eine Minute danach bekam Linksaußen Aleksandar Djordjevic die Kugel am Strafraum zugesteckt, schoss unter Druck noch drüber. Eine Minute später schob Simon Rudnik den Ball dann aber über die verlassene Torlinie (27.).

Hombrucher Schalter umgelegt

Dass der Führungstreffer aus einem Konter nach einem Hombrucher Standard entstanden war, geschenkt. Denn davon erholte sich der HSV nicht mehr: „Mit dieser Szene war unser Schalter ins Negative umgelegt“, sagte Hombruch-Coach Alexander Enke.

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Der wieselflinke Leon Franke hatte eine Unstimmigkeit zwischen Benjamin Bielmeier und Florian Peterhülseweh ausgenutzt und eigentlich nur noch den einzigen Hombrucher vor sich, der sich danach auch verbal gegen die Niederlage stemmte: Torhüter Jan Hennig. Zwar überlegte der KSC-Stürmer einen Tick zu lange und ließ sich von Peterhülseweh noch einholen. Doch er schaffte es noch, den Ball zum hinterhergelaufenen Rudnik zu spitzeln, der freie Bahn hatte, weil Hennig und Peterhülseweh ineinandergerasselt waren.

Jeder Zweikampf für den KSC

Danach gewann der KSC nahezu jeden Zweikampf und wenn man in dieser Phase als Kirchhörder etwas zu kritisieren gehabt hätte, dann, dass die Rammel-Elf nicht früher auf 2:0 stellte. Rudnik traf nach einer tollen Kombination über Touko und Franke nur die Latte (54.): „Diesen Killerinstinkt hatten wir auch in den letzten Wochen nicht“, sagte Rammel.

Und beinahe wäre die Leichtigkeit erneut bestraft werden, doch weil der Schiedsrichter fünf Minuten später ein klares Foulspiel von Lichtner an Schrade übersah, als der Keeper bei einer Ecke den Ball nicht festhalten konnte (59.), da half das Glück des bis dahin Tüchtigeren auch ein bisschen mit.

Sahin erhöht per Lupfer auf 2:0

Denn wieder nur fünf Minuten später erhöhte Mehmet Sahin auf 2:0 (64.). Ein Tor mit Ansage. Sekunden zuvor hatte Philipp Kremer bereits versucht, den meist weit vor seinem Tor stehenden Hennig zu überlupfen, war aber noch gescheitert. Teamkollege Sahin machte es dann besser.

Nun drohten die Hombrucher auseinanderzubrechen. Leon Franke belohnte seine starke Leistung mit dem 3:0 (67.) und verpasste zwei Minuten später sogar das vierte KSC-Tor. Und als Tim Schrade den Ball aus sechs Metern völlig unbedrängt am Tor vorbeischob, war klar: Der HSV würde nicht mehr treffen.

Erschreckend schwacher Auftritt

„Wir sind froh, dass wir das Ganze jetzt auch mal über 90 Minuten durchgespielt haben“, sagte Rammel. Die Hombrucher verabschiedeten sich dagegen nach einer turbulenten Woche inklusive Trainerentlassung mit einem erschreckend schwachem Auftritt in die Winterpause.

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KSC: Lichtner - Touko, Mendes, Doyscher (78. Schmitter) - Sahin, Sievers, Kremer, Djordjevic (68. Brigdar) - Rudnik (80. Rous), Franke (88. Bouasker)

HSV: Hennig - Peterhülseweh, Nesaraj, Bielmeier, Vargues Martins - Büth - Najdi (60. Barry) Orlowski, Mattes, Haake - Schrade
Tore: 1:0 Rudnik (26.), 2:0 M. Sahin (64.), 3:0 Franke (67.)

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