Tigges trifft nach drei Monaten, U23 holt einen glücklichen Punkt zum Jahresabschluss

hzFußball-Regionalliga

Endlich! Den Wunsch eines Treffers konnte BVB-Angreifer Steffen Tigges sich und seinem Team erfüllen. Drei Punkte gab es dafür in Lotte aber nicht.

von Christian Detloff

Dortmund

, 14.12.2019, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwas glücklich hat Fußball-Regionalligist Borussia Dortmund U23 die vierte Auswärtsniederlage der bisherigen Spielzeit vermieden. Nach dem 1:1 (1:0) bei den Sportfreunde Lotte überwintert die Mannschaft von Trainer Mike Tullberg als Tabellenachter.

Unzufrieden mit der Punktausbeute

„Wir können heute froh sein, einen Punkt mitzunehmen“, gestand Tullberg nach dem Spiel. Ein weiteres Mal hatte seine Mannschaft keinen klaren Sechser, erneut spielten auf den Außenverteidigerpositionen ungelernte Kräfte. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen nach der Winterpause und uns besser einspielen. Wir können nicht ganz zufrieden sein mit der Punktausbeute.“

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Der Gastgeber waren schwungvoll und offensiver als die Dortmunder in das letzte Punktspiel des Jahres gestartet. Insbesondere der später ausgewechselte Rechtsverteidiger Kolbeinn Finnsson hatte Probleme mit seinen quirligen Gegenspielern.

Ruprecht hat die erste Chance

Die erste Großchance hatte indes die Dortmunder U23 durch Innenverteidiger Steven Ruprecht, der im Strafraum an Lottes Keeper Jhonny Peitzmeier scheiterte (9.). Auch der Nachschuss fand nicht ins Ziel - Lotte im Glück.

Beide Defensivreihen vermittelten zunächst keinen sicheren Eindruck. Dortmunds Torwart Jan-Pascal Reckert wirkte in seinem sechsten Startelf-Einsatz auffällig nervös.

Ex-Lotter Hober oft gefoult

In Ansätzen gefährlicher waren zunächst die Gäste mit ihren schnellen Gegenstößen - oftmals initiiert vom oft gefoulten Ex-Lotter Marco Hober und vom ebenso auffälligen Taylan Duman. Die schnittigen Hereingaben der Flügelspieler führten allerdings nicht zu weiteren Chancen. Unterm Strich sahen die 1068 Zuschauer eine insgesamt zerfahrene erste Halbzeit mit vielen Stockfehlern und kleinen Fouls auf beiden Seiten.

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Lottes Flügelstürmer Marcell Sobotta hatte mit einem flachen 19-Meter-Schuss, den Reckert sicher um den Pfosten lenkte, die erste zwingende Gelegenheit seiner Elf (36.). Bei der nachfolgenden Ecke schoss Tim Wendel aus aussichtsreicher Strafraum-Position seinen Gegenspieler an.

Lottes Führung war nicht unverdient

Lotte blieb dran und ging somit nicht unverdient in Führung. Nach einem schönen Doppelpass mit Kevin Freiberger traf Sobotta aus Nahdistanz ins rechte untere Eck (42.). Kurz darauf war Wendel überrascht, als Reckert einen Flankenball wieder aus der Hand rutschte. Den zu schwachen Kopfball des Mittelfeldspielers konnte der Keeper entschärfen.

Keine Minute war nach der Pause gespielt, als sich der Dortmunder Schlussmann erneut auszeichnete. Kevin Freiberger, in diesem Fall ein verhinderter Torjäger, schoss Reckert aus drei Metern freistehend an.

Rahn trifft nur den Pfosten

Lotte blieb dran. Nach einem Ballgewinn von Jaroslaw Lindner war Sobottas Steilpass viel zu ungenau, um den unbehelligten Freiberger zu erreichen (56.). Kurz darauf scheiterte Innenverteidiger Matthias Rahn am Pfosten - Dortmund war mit dem knappen Rückstand mittlerweile noch gut bedient. „Wir haben defensiv geschwommen und hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn Lotte das Spiel entscheidet“, sagte Tullberg.

Mit einem zur Ecke abgefälschten Schuss sendete Chris Führich ein Lebenszeichen seines BVB (63.). Die Dortmunder übernahmen das Kommando. Der eingewechselte Dominik Wanner prüfte Peitzmeier mit einem scharfen Distanzschuss (71.). Der Lupfer des ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Arif Et war zu ungenau (73.).

Tigges trifft endlich

Doch die Gäste hatten Morgenluft gewittert. Nach einem von Rahn abgewehrten Joseph-Boyamba-Schuss setzte der unermüdlich rackernde Tigges nach und traf zum 1:1 ins lange Eck (79.).

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„Ein klassisches Wurschteltor im Strafraum“, sagte der bislang siebenfache Torschütze, der zuvor drei Monate nicht getroffen hatte, nach dem Spiel den BVB-Fans Autogramme gab und sich den Selfie-Wünschen stellte, lachend. „Insgesamt können wir mit dem glücklichen Punkt gut leben. Ich freue mich schon auf unsere Weihnachtsfeier heute Abend.“

Duman holt sich Gelb-Rot ab

Die Gäste schwächten sich dann allerdings in den Schlussminuten selbst. Duman sah zunächst Gelb und dann offenbar wegen Meckerns Gelb-Rot (87.). Lotte drängte in der Nachspielzeit auf die erneute Führung. Doch mehr als ein zu ungenauen Freiberger-Schuss kam nicht dabei heraus.

„Unsere ersten sechs Monate zusammen hatten viele Höhen und Tiefen“, sagte Tullberg. „Das Spiel heute hat dies ganz gut widergespiegelt. Jetzt freue ich mich erstmals auf meine Rückkehr über die Feiertage nach Dänemark.“

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