Trainer Gentges über Aufstellung, Aggressivität und Ambitionen

EHC Dortmund

DORTMUND Seit zwei Monaten leitet Frank Gentges (44) offiziell die Geschicke beim EHC Dortmund. Im Interview mit spricht der Trainer und Sportmanager in Personalunion ganz offen über den Kader, die Taktik und seine langfristigen Ziele mit den Elchen.

14.07.2009, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trainer Gentges über Aufstellung, Aggressivität und Ambitionen

Für Trainer Frank Gentges und den EHC Dortmund geht es im ersten Jahr in der Oberliga um den Klassenerhalt.

Wenn man nur unseren Etat betrachtet, zählen wir sicher zu den Schlusslichtern der Liga, weil die fixen Kosten einer bundesweiten Oberliga viel höher sind als in der Regionalliga. Wir konnten jedoch für wenig Geld eine Menge guter Spieler verpflichten. Außerdem lege ich viel Wert auf ausgiebige Trainingseinheiten: Die Mannschaft wird jeden Tag zweieinhalb Stunden auf dem Eis sein, dazu gibt es 90-minütige Ergänzungseinheiten. In Sachen Trainingsaufwand werden wir einem DEL-Klub kaum nachstehen.

Für die zweite Reihe soll es ein etablierter Flügelstürmer sein. Die zwei übrigen Plätze, je einer in Offensive und Defensive, machen vier Kandidaten in einer mehrwöchigen Testphase unter sich aus.

Im Kopf steht die Einteilung, aber ich werde die Spieler in den ersten vier Wochen des Trainings noch nicht so aufstellen. In dieser Zeit hat dann jeder die Möglichkeit zu zeigen, dass ich die Aufstellung überdenken sollte. Im Tor lege ich mich erstmal auf Benjamin Finkenrath als Nummer 1 fest. Erstmal.

Es geht weniger um Offensive und Defensive, sondern Aggressivität und Passivität. Wir wollen nicht abwarten, sondern den Gegner zu Fehlern zwingen. Im eigenen und neutralen Drittel wird das Team genauso agieren, wie ich es vorgebe. Im gegnerischen Drittel können die Spieler dann ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Kurzfristig kann es nur der Klassenerhalt sein, für alles andere ist der Etat zu klein. Ich sage aber ganz offen, dass ich keine Lust habe, lange Oberliga-Coach zu sein und mit dem EHC in die 2. Bundesliga aufsteigen möchte – schon in drei Jahren.

Herne hat die beste Mannschaft der Liga. Deren Etat ist gewaltig, weil sie mittlerweile von Axel Pape, dem Mäzen der Duisburger Füchse, gefördert werden. Ich möchte mit meiner Mannschaft aber jedes Spiel gewinnen – auch gegen Herne.

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