Zwei Elfmeter, Platzverweis, Krankenwagen - Türkspor und Kemminghausen mit rasanter Partie

hzFußball-Bezirksliga

Das Wiedersehen mit Kemminghausen glich für Reza Hassani einer Achterbahnfahrt. Denn wie schon in der vergangenen Woche musste Türkspor lange in Unterzahl agieren.

Dortmund

, 08.03.2020, 19:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war die pure Befreiung, die Reza Hassani, Coach von Türkspor Dortmund, nach der Partie gegen seinen Ex-Verein spürte. „Auf jeden Fall“, sei er erleichtert, so der ehemalige Kemminghausener. Es war dann eben doch kein ganz normales Spiel, auch wenn genau dies vorher offiziell ausgegeben wurde.

Auf dem Platz entwickelte sich eine rasante Partie, die die Nerven bis zum Ende strapazierte.

Früher Platzverweis für Türkspor Dortmund

Ohne den in Barcelona urlaubenden Muhammed Acil, für den erneut Mehmet Akcay im Tor von Türkspor stand, ging die Heimmannschaft an den Start. Nichts anderes als drei Punkte gegen die abstiegsbedrohten Kemminghausener stand auf dem Tagesplan. Doch ab der 23. Minute schien genau dies so weit weg zu sein wie ein konstruktiver Dialog zwischen den Ultras der Bundesligavereine und dem DFB.

Nach einer schwachen Ballannahme von Mateus Ajala Cardoniz schaltete Kemminghausen schnell um. Spielertrainer Jonas Keimer schickte Nico Höhme steil in den Strafraum, dort kam es zum Zusammenprall mit Akcay. Höhme fiel und Schiedsrichter Marian Zabell zögerte keine Sekunde, zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Reza Hassani war mit dem Pfiff alles andere als einverstanden. „Unser Torhüter ist vorher am Ball und trifft dann den Nico Höhme. Das war eigentlich kein Foul“, so Türkspors Trainer. Kemminghausens Kassim Hammoud war es egal, er verwandelte unten links sicher zur Führung und schickte Akcay in die andere Ecke.

Das sich Kemal Avci kurz vor der Ausführung des Strafstoßes auch noch eine verbale Entgleisung lieferte, laut Hassani den Schiedsrichter mit den Worten „Wollen Sie mich verarschen?“ kritisierte und dafür die Rote Karte sah, machte die Aufgabe für Türkspor umso schwerer - auch wenn Hassani den Platzverweis als „lächerlich“ bezeichnet.

Krankenwagen und noch ein Elfmeter

Wieder einmal musste der Bezirksliga-Tabellenführer lange in Unterzahl agieren. Doch dann wurde eine ganz üble Situation zum Wachmacher. Serdar Bingöl und Moussa Fall rasselten mit den Köpfen so heftig zusammen, dass die Partie unterbrochen werden muste. Minutenlang wurden sie behandelt, beide konnten nicht weiterspielen und mussten sogar mit einem Krankenwagen abgeholt werden.

„Ich hoffe es ist nicht so schlimm, aber er sah benommen aus“, beschrieb Hassani seinen Eindruck von Bingöl. „Eigentlich ist er eine Maschine, der würde normalerweise mit einem kaputten Fuß spielen. Wenn er liegen bleibt, muss es schon etwas gewesen sein.“

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Auch Kemminghausens Trainer Alexander Stärk war voll der Sorge um seinen Schützling. „Moussa hat einen großen Cut, das muss bestimmt genäht werden. Er war in der Notaufnahme, eventuell ist es eine Gehirnerschütterung“, so Stärk, der kurz vor der Pause doch noch mit ansehen musste, wie seine Mannschaft den Ausgleich kassierte.

Einen langen Ball erlief Türkspors Kimaz Hamza, sein Laufweg kreuzte sich mit dem von Kemminghausens Mahir Cenan und wieder zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. „Das war ärgerlich“, monierte Stärk. „Der Elfmeter ist Auslegungssache, schwierig zu sagen. Der Ball war nicht mehr erreichbar, der Gegenspieler kreuzt unseren Innenverteidiger, Kontakt war aber wohl da. Beides Mal waren es enge Entscheidungen, beides Mal hat der Schiedsrichter den Strafstoß gegeben“, so Stärk.

Den folgenden Elfmeter verwandelte Ömer Akman sicher zum 1:1-Pausenstand.

Kimaz Hamza sorgt für die Entscheidung zum 3:1-Endstand

Im zweiten Spielabschnitt drehte der Tabellenführer auf und erspielte sich laut Hassani immer mehr Möglichkeiten. „Wir haben es mit zehn Mann gut gemacht und uns noch mehrere hundertprozentige Torchancen herausgespielt“, sagt Hassani. Doch weder Alihan Kurgan noch Ajala Cardoniz brachten den Ball im Kemminghausener Tor unter.

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Besser machte es Kimaz Hamza, der laut Türkspors Trainer der überragende Mann auf dem Feld war. In der 65. Minute setzte er sich gegen drei Kemminghausener Defensivakteure durch und köpfte eine Flanke von der rechten Seite zur Führung ein. Die Entscheidung war das aber noch nicht. „Die Gefahr war, dass sich unsere vergebenen Chancen rächen. Kemminghausen hat es gut gemacht, es war nicht einfach“, sagt Hassani, der bis zur letzten Minute um den Sieg bangen musste.

Dann beruhigte erneut Hamza die Nerven seiner Mitspieler und Trainer, schnappte sich im Strafraum den Ball und erzielte mit einer Willensleistung das 3:1. Der Sieg war eingefahren.

„Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen und mit viel Willen das Spiel gewonnen“, freute sich Hassani über den Erfolg. Kemminghausens Alexander Stärk war trotz der Niederlage in Überzahl zufrieden. „Am Ende geht das Spiel durch Türkspors individuelle Klasse so aus. Wir haben gegen den Tabellenführer eine gute Mannschaftsleistung gezeigt. Wir sind stolz, wenn wir solche Leistungen öfter abrufen würden, stünden wir auch in der Tabelle besser da.“

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