Türkspor Dortmund schnappt TuS Bövinghausen eine Vollgranate weg

hzFußball in Dortmund

Das ist mal ein Ausrufezeichen. Der aktuelle Bezirksliga-Tabellenführer Türkspor Dortmund verpflichtet einen Stammspieler des Landesliga-Zweiten TuS Bövinghausen. Ein Wechsel mit Strahlkraft.

Dortmund

, 30.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Macher der Klubs Türkspor Dortmund und TuS Bövinghausen sprechen in der Öffentlichkeit respektvoll, wenn es um den jeweils anderen Klub geht. Die Verantwortlichen betonen, dass sie keine Konkurrenten seien. Es ginge immer nur um den eigenen Verein und die Verwirklichung der eigenen Ziele.

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Für Außenstehende wirken die beiden aufstrebenden Vereine dagegen wie Konkurrenten. Beide übertreffen sich mit spektakulären Verpflichtungen. Türkspor holte als Bezirksligist in der Winterpause die beiden Ex-Profis Ömer Akman und Serdar Bingöl. Im selben Zeitraum bediente sich Landesligist Bövinghausen ausgiebig in der Regionalliga und der Oberliga.

Für beide Vereine scheint es aktuell keine Grenzen zu geben, wenn es um Spielerverpflichtungen geht. Und ab jetzt auch untereinander nicht mehr. Klar, schon vor der Spielzeit hatte Türkspor die Bövinghauser Iago Augusto de Carvalho, Jorge Machado, Mateus Ayala Cardoniz, Hamza Kimaz und Hazar Aksözek geholt. Damals sagte Bövinghausens Vorsitzender Ajan Dzaferoski, dass das Spieler seien, die der Verein auch nicht unbedingt halten wollte.

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Jetzt aber hat sich Türkspor einen Spieler aus Bövinghausen geholt, den der Landesligist zu 100 Prozent halten wollte. In der kommenden Spielzeit trägt Stammspieler Florian Juka nicht mehr das Trikot des TuS Bövinghausen, sondern das von Türkspor Dortmund.

Florian Juka trägt in der kommenden Saison das Trikot von Türkspor.

Florian Juka trägt in der kommenden Saison das Trikot von Türkspor. © Nils Foltynowicz

Juka ist wahrscheinlich nicht nur Dortmunds bester Hallenfußballer, er ist auch ein begnadeter Akteur auf dem Feld. 15 Mal stand der offensive Mittelfeldspieler in der aktuellen Saison für Bövinghausen auf dem Feld und erzielte dabei sieben Treffer. Er ist der Typ für das Unerwartete.

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„Es fällt mir schon schwer, Bövinghausen zu verlassen. Aber ich habe bei Türkspor einfach die Chance, mit zwei meiner besten Freunde zusammenzuspielen“, sagt Juka. Das sind Ömer Akman und Alihan Kurgan.

Die beiden Freunde sind aber nicht der einzige Grund: „Mich hat der Klub damit überzeugt, was er in den nächsten Jahren erreichen möchte. Auch hat mir gefallen, wie der Klub sich um mich gekümmert hat, als ich zuletzt operiert wurde. Da habe ich sogar eine Nachricht vom Präsidenten bekommen, der mir alles Gute gewünscht hat. Und da hatte ich mich noch gar nicht entscheiden, ob ich gehe“, erklärt Juka.

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Er betont, dass es ihm wichtig sei, dass er im Guten aus Bövinghausen gegangen sei. „Ich habe Ajan das mit meinen Freunden erklärt“, sagt Juka. Der Vorsitzende sagt, dass es der normale Kreislauf im Fußball sei, dass Spieler kommen und gehen. „Klar hätte ich ihn gerne behalten. Aber Reisende soll man nicht aufhalten“, sagt Dzaferoski.

Hassani nennt Juka eine Vollgranate

Türkspor-Trainer Reza Hassani freut sich natürlich, solch eine „Vollgranate“ bekommen zu haben. „Florian ist ein außergewöhnlicher Fußballer. Aber er passt auch charakterlich sehr gut für uns. Er kennt viele Spieler und wird sich schnell eingewöhnen. Ich freue mich auf ihn“, sagt Hassani.

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Mit diesem Wechsel untermauert Türkspor einmal mehr, dass auch die Landesliga nur eine Durchgangsstation für den Klub sein kann. Vor Juka hatte der Klub den ehemaligen türkischen U21-Nationalspieler Hayrulla Alici für die kommende Spielzeit verpflichtet.

Und wie schließt Bövinghausen das Loch? „Das wird kein Problem“, sagt Dzaferoski, „wir haben doch schon Kevin Rudolph vom Oberligisten Schermbeck geholt, der kann Jukas Position spielen.“ Beide Vereine lassen in ihren Ambitionen nicht nach. Trotzdem ist der Wechsel von Juka einer mit Strahlkraft.

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