Zwei Top-Stürmer drohen Türkspor Dortmund auszufallen und bieten dadurch eine Chance

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Türkspor Dortmund drohen zum Rückrunden-Start wohl zwei Ausfälle im Sturm. Das könnte eine Chance für einen Spieler bieten, der fast bei einem Dortmunder Westfalenligisten gelandet wäre.

Dortmund

, 15.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die letzte große Bewährungsprobe vor dem Bezirksliga-Start am Sonntag. Ein Spiel der aufstrebenden Klubs in Dortmund: Landesligist TuS Bövinghausen gegen Türkspor Dortmund. Vergangenen Dienstag war es dann soweit.

„Entweder ist es eine Bänderdehnung oder ein Riss“

Es läuft die 20. Minute, als Türkspors Kimaz Hamza zu einem Kopfballduell hochsteigt. Der Stürmer kommt aus dem Gleichgewicht, fällt unglücklich herunter. Er muss ausgewechselt werden. Das MRT steht noch aus, aber ein Ausfall ist jetzt schon sicher für den Rückrundenauftakt gegen Brambauer. „Entweder ist es eine Bänderdehnung oder ein Riss“, sagt sein Trainer Reza Hassani.

Hamzas Ausfall ergab Ersoys Chance. Ahmed Ersoy kam im Winter zu Türkspor Dortmund, folgte seinen Ziehvätern damit zum Spitzenreiter der Bezirksliga. Ersoy kam in die Partie, die 2:0 für Türkspor ausging, und erzielte den 1:0-Führungstreffer in der zweiten Hälfte. „Man sieht seine Torjäger-Qualitäten“, sagt TSD-Coach Reza Hassani über ihn.

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Seine Ziehväter sind das Trainer-Duo Reza Hassani und Kevin Großkreutz, förderten den 23-Jährigen auch schon zuvor in Kemminghausen. Als der Wechsel der beiden im vergangenen Herbst feststand, war es beinah schon zu erwarten, dass Ersoy, der sich in einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse befindet, irgendwann nachziehen würde.

Der Wechsel kam nun im Winter zustande, doch Ersoy war verletzt. Eine Schambeinentzündung ließ ihn nur sechs Spiele in der Hinrunde bestreiten. Ersoy fing an zu arbeiten. Jeden Tag. Entweder am Platz von Türkspor oder im Rehazentrum mit dem der Klub zusammenarbeitet. „Er hat unglaublich viel gemacht“, sagt Hassani.

Plötzlich ist Ersoy wieder voll im Training

Und statt mehrere Monate zu fehlen, wie es Hassani noch im Dezember erwartete, konnte Ersoy nun schon im Januar in das Training einsteigen, nach und nach die Belastung erhöhen. „Physio, Fahrrad fahren, locker laufen“, waren sein Alltag für eine ganze Weile wie er erzählt.

Als die fußballfreie Zeit dann endlich vorbei war, er vergangene Woche im Testspiel gegen die SG Berchum/Garenfeld zum ersten Einsatz kam, spielte das alles keine Rolle mehr: „An die Verletzung hatte ich nicht mehr gedacht, ich wollte nur noch zocken - ohne Schmerzen.“

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Das kann er mittlerweile wieder - zum Glück für seine Trainer. „Seine Qualitäten sind ja bekannt, deshalb haben wir ihn ja geholt“, sagt Hassani. Ersoy sagt über sich selbst, dass ihn seine Schnelligkeit auszeichnen würde. Außerdem könne er Bälle im Sturm festmachen, dafür sorgen, dass seine Mitspieler nachrücken können.

Und von diesen Qualitäten wusste ganz Dortmund. Im Sommer wäre es für Ersoy beinah in die Westfalenliga gegangen. „Mit dem BSV Schüren hatte ich gesprochen“, gibt Ersoy preis. Geworden ist daraus aber nichts. Hassani und Großkreutz leisteten Überzeugungsarbeit. Erst im Sommer bei Kemminghausen, nun im Winter bei Türkspor Dortmund.

Geld war nicht der wichtigste Aspekt für Ersoy

Trotz der zahlreichen hochklassigen Neuzugänge und Ex-Profis, die den ambitionierten Bezirksliga-Klub schmücken, war bei Ersoy nicht das Geld der wichtigste Aspekt. „Geld spielt natürlich immer eine Rolle“, sagt er, „das Gesamtpaket bei Türkspor hat mir aber am meisten gefallen.“

Der Verein habe ihm Möglichkeiten geboten, in Ruhe wieder fit zu werden, zu alter Stärke zu gelangen, ohne jeglichen Zeitdruck. Das klappt nun immer besser. 70 Minuten Spielzeit waren für Ersoy („Ich bin gut reingekommen.“) eine ordentliche Generalprobe.

Ahmed Ersoy wird am Sonntag aller Vorraussicht nach sein Pflichtspiel-Debüt für Türkspor Dortmund geben.

Ahmed Ersoy wird am Sonntag aller Vorraussicht nach sein Pflichtspiel-Debüt für Türkspor Dortmund geben. © Patrick Schröer

Am Sonntag könnte es zur ersten Vorstellung von Ersoy in einem Pflichtspiel kommen. Das Letzte liegt fast auf den Tag genau fünf Monate zurück und war damals auch das abschließende von Hassani und Großkreutz bei Kemminghausen. Jetzt würde er wieder unter den beiden auflaufen, diesmal aber für Türkspor Dortmund.

Die Chancen sieht Ersoy dafür. Durch den Ausfall von Sturm-Kollege Hamza sind sie noch mal gestiegen. Hinzu kommt noch, dass Ozan Bektas beim Testspiel am Dienstag das Aufwärmen mit Wadenproblemen abbrechen musste, ein Einsatz am Sonntag noch nicht hundertprozentig sicher ist. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, laut Hassani, doch Ersoy werde seine Minuten bekommen, egal ob Bektas gegen Brambauer am Start ist oder nicht. „Er wird eine Rolle spielen“, sagt Hassani.

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