Türkspor feiert Bezirksliga-Aufstieg - aber bleibt 53-Tore-Bomber Ozan Bektas?

hzFußball in Dortmund

Wo liegt die Zukunft von Ozan Bektas? Trotz des Aufstiegs in die Bezirksliga ist ein Verbleib des Topstümers bei Türkspor Dortmund ungewiss. Erste Vereine haben bereits Interesse angemeldet.

Dortmund

, 07.06.2019, 20:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer am Donnerstag gesehen hat, wie Spieler und Anhänger von Türkspor Dortmund den Aufstieg in die Bezirksliga gefeiert haben, der konnte erahnen, wie viel an diesem Abend von allen Beteiligten abgefallen sein muss. „Es war eine Erlösung für uns“, sagte Trainer Bülent Kara am Tag nach dem deutlichen 6:1 (2:0)-Erfolg seiner Mannschaft im Rückspiel bei der SG Eintracht Gelsenkirchen (Hinspiel 5:1). „Man glaubt gar nicht, wie stressig so eine Relegation sein kann. Heute fühle ich mich wie neugeboren.“

Drei Spiele gegen „zwei Topgegner“ (Kara über Gelsenkirchen und den VfB Lünen) innerhalb weniger Tage hatten so ihre Spuren hinterlassen bei Türkspor. „Das hat viel Kraft gekostet“, meinte Kara. Und vielleicht mündeten die euphorischen Feierlichkeiten auf dem grünen Rasen auch deswegen erst einmal in einem etwas ruhigeren Abendessen mit der Mannschaft. „Die große Feier“, erklärte dann auch Türkspors Topscorer Ozan Bektas, „findet dann am Wochenende statt.“

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So feierte Türkspor Dortmund den Bezirksliga-Aufstieg

Der Name des 24 Jahre alte Stürmers fällt immer wieder, wenn es darum geht, den Erfolg von Türkspor in dieser Saison zu erklären. Seine Galavorstellung im Rückspiel am Donnerstag, als er gleich fünfmal traf, wollte Bektas derweil nicht allzu hoch hängen. „Ich bin froh darüber, dass ich der Mannschaft und dem ganzen Verein helfen konnte“, sagte er und fügte noch bescheiden an: „Die fünf Tore habe ich natürlich dank meiner Kollegen gemacht, die Mannschaft hat viel dazu beigetragen.“

Bektas erzielt 123 Tore in den vergangenen zwei Saisons

Die Bilanz des Offensivspielers liest sich dennoch beeindruckend. Insgesamt 53 Tore in 32 Spielen erzielte Bektas in dieser Saison. Ein Jahr zuvor waren es sogar 70 Treffer in 28 Spielen, die allerdings am Ende nicht zum Aufstieg reichten. Das war in dieser Saison nun anders, auch wenn der 24-Jährige die erneut überragende Quote aus der Hinserie (33 Tore) am Ende nicht ganz halten konnte.

„Wir haben ihn in der Rückrunde aus dem Zentrum nach rechts gestellt, da war es kaum verwunderlich, dass er ein paar Tore weniger macht“, erklärte Kara, der Bektas auch ohne Probleme zutrauen würde, die Rolle des Sechsers überragend auszufüllen. „Er ist so ein guter Fußballer, der eigentlich überall spielen kann“, sagte der Trainer.

Das ist auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Und so haben sich in den vergangenen Wochen bereits erste Interessenten bei Ozan Bektas gemeldet. „Es gab von ein paar Vereinen, auch aus höheren Ligen, Angebote“, bestätigte der Stürmer. Namen nannte er nicht. Er selbst habe sich zunächst auf das Sportliche konzentrieren wollen. Gespräche über seine Zukunft sollten erst nach der Relegation geführt werden, „weil die Relegation für mich sehr wichtig war“, sagte Bektas. Das heißt: In diesen Tagen wird gesprochen. Auch mit Türkspor natürlich.

Türkspor will Ozan Bektas unbedingt halten

Der Bezirksliga-Aufsteiger, das machte Kara unmissverständlich klar, will seinen Torjäger unter allen Umständen halten. „Und wir hoffen, dass er noch weitere Jahre bei uns spielen wird.“ Überzeugt werden soll Bektas vor allem mit dem „Projekt Türkspor“. „Wir haben hier ein sehr gutes sportliches Konzept und wollen auch in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen“, sagte der Trainer. Entsprechend verstärkt werden soll auch die Aufstiegsmannschaft. „Zudem kennt und schätzt Ozan das Umfeld bei uns.“

Türkspor feiert Bezirksliga-Aufstieg - aber bleibt 53-Tore-Bomber Ozan Bektas?

Ozan Bektas war in dieser Saison kaum zu stoppen © Stephan Schuetze

Dass Bektas das Potenzial für höherklassige Mannschaft besitzt, weiß aber auch Kara. „Zwei, drei Ligen höher traue ich ihm auf jeden Fall zu“, erklärte der Türkspor-Coach, der seinem Schützling einen „Topcharakter“ attestiert. Und so dürfte es ein harter Kampf um den Stürmer werden, bei dem Türkspor durchaus gute Argumente auf seiner Seite haben dürfte. „Wir sind hier zusammengewachsen und eine große Familie“, betonte Kara.

Bektas selbst lässt seine sportliche Zukunft vorerst offen, will sich in Ruhe alles anhören. „Ob ich in der nächsten Saison dann weiterhin für Türkspor Dortmund auflaufe, wird man sehen“, sagte der 24-Jährige. Festlegen will er sich nicht. Aber jetzt wird bei Türkspor ja ohnehin erst einmal der Aufstieg gefeiert.

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