Türkspor-Spieler giftet gegen Kalpakidis: „Er hat mich vor allen gedemütigt“

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Türkspor kommt nicht zur Ruhe. Ein TSD-Spieler findet nach dem Sieg gegen Kaiserau klare Worte. Eine Szene hat ihn tief gekränkt und eine jahrelange Beziehung zerrüttet.

Dortmund

, 13.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist nicht nur sauer, er ist auch enttäuscht. Menschlich kann er eine Szene vom vergangenen Sonntag nicht nachvollziehen. Seine Mannschaft Türkspor Dortmund hatte sich zu einem 3:2-Sieg über Kaiserau gezittert. Freuen konnte sich der Türkspor-Spieler über den Sieg aber nicht wirklich, der Stachel saß nach dem Spiel zu tief.

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Die Rede ist hier von TSD-Neuzugang Florian Juka. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte ihn sein Trainer Dimitrios Kalpakidis vom Feld genommen. Juka war erst zur Halbzeit gekommen und konnte diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen. „Wir haben zu Hause gespielt. Er hat mich vor allen gedemütigt“, zeigt sich der 28-jährige Juka wütend.

Kalpakidis hatte am Sonntag die Auswechslung damit begründet, Zeit von der Uhr nehmen zu wollen. „Dann kann er aber auch einen der anderen neun Feldspieler auswechseln“, findet Juka. „Ich kenne Dimi schon jahrelang, ich war wie sein kleiner Sohn, seine rechte Hand. Und dann macht er sowas. Das werde ich ihm nie wieder verzeihen.“

TSD-Trainer Dimitrios Kalpakidis hat mit seiner Wechselentscheidung für Wut und Enttäuschung bei Florian Juka gesorgt.

TSD-Trainer Dimitrios Kalpakidis hat mit seiner Wechselentscheidung für Wut und Enttäuschung bei Florian Juka gesorgt. © Stephan Schuetze

„Ich erwarte eine Reaktion von ihm“

Nach dem Spiel sei er sehr stinkig gewesen, sagt der Linksaußen, der in dieser Saison von Bövinghausen zum TSD gewechselt ist. Die Entschuldigung von Kalpakidis nach dem Spiel habe er nicht angenommen. „Ich hatte später eigentlich noch einen Anruf von ihm erwartet, aber da kam nichts“, sagt Juka. „Ich erwarte eine Reaktion von ihm. Ich werde nicht auf ihn zugehen.“

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Für den nächsten Sonntag erwarte er eigentlich, dass er gegen den FC Frohlinde von Anfang an ran darf, wirklich glaube er aber nicht daran, sagt Florian Juka. „Diese Aktion hat die Beziehung und das Vertrauen zwischen uns kaputt gemacht.“ Er wolle sich aber trotzdem weiterhin professionell verhalten.

„Ich will bei Türkspor bleiben, ich bin ja gerade erst gekommen und die Jungs sind super.“ Er fühle sich bei TSD wohl, sagt er. „Das ist zwischen Dimi und mir, beim Training wird man das nicht merken. Ich gebe weiterhin Vollgas“, sagt Juka.

„Ich kann abrufen, was Leute mit 100 Prozent nicht abreißen“

Er wolle nach seiner Verletzung schließlich auch wieder fit werden. Wie solle das aber gehen, wenn er immer nur eine Halbzeit eingesetzt werde, fragt er sich. „Ich bin gerade zwar nur bei 50 oder 60 Prozent, aber ich kann abrufen, was Leute mit 100 Prozent nicht abreißen.“

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Das habe man am Sonntag sehen können, als er an zwei Toren beteiligt gewesen sei. „Den Freistoß, der zum Handelfmeter geführt hat, habe ich geschlagen und bei der Kombination vor dem 3:1 war ich auch beteiligt“, sagt Juka. „Und trotzdem nimmt er mich runter. Die anderen haben das in 90 Minuten nicht hinbekommen.“

Florian Juka ist sauer auf seinen Trainer Dimitrios Kalpakidis.

Florian Juka ist sauer auf seinen Trainer Dimitrios Kalpakidis. © Stephan Schuetze

Er findet aber auch, dass klar sei, dass noch nicht alles funktioniere. „Wir haben so viele neue Spieler, wir müssen uns erst mal finden“, sagt Juka. Die Auswechslung habe ihn auch Selbstvertrauen gekostet, vor allem aber das Verhältnis zu seinem Trainer belastet, sagt der Linksaußen: „Es hilft aber ja nichts. Mund abwischen, weiter machen. Ich muss fit werden und weiter für die Mannschaft da sein.“

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