TuS Bövinghausen marschiert, verliert aber wichtigen Spieler - Kirchhörder SC siegt ungefährdet

Fußball-Landesliga

Den ersten Paukenschlag gab es schon vor Spielbeginn: Von den hochkarätigen Neuzugängen schaffte es nur Marko Onucka in die Bövinghauser Startelf. Alle anderen drückten die Bank.

von Christian Bentrup, Julia-Carolin Büth

Dortmund

, 17.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
TuS Bövinghausen marschiert, verliert aber wichtigen Spieler - Kirchhörder SC siegt ungefährdet

© Stephan Schuetze

TuS Bövinghausen - DJK Wattenscheid 4:0 (2:0) – Wer am Sonntag Nachmittag auf dem Bövinghauser Sportplatz im Landesliga-Duell gegen die DJK Wattenscheid viele der hochkarätigen Neuzugänge der Gastgeber in der Startelf erwartet hatte, der sah sich getäuscht.

Bövinghausens Trainer Dimitrios Kalpakidis begründete seine Aufstellung damit, „dass David Loheider heute wegen einer Erkrankung fehlte und wir im Übrigen nach den Testspielen den Eindruck hatten, dass diese Formation heute die Ideallösung sei. Jetzt warten wir mal das Training und die Reaktion der Spieler ab.“

Marko Onucka war der einzige Neuzugang in Bövinghausens Startelf.

Marko Onucka war der einzige Neuzugang in Bövinghausens Startelf. © Stephan Schuetze

Seine Mannschaft kam gegen die abstiegsbedrohten Wattenscheider gut ins Spiel und profitierte früh von einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Pascal Alack aus Gelsenkirchen.

Nach einem Foul an Gästespieler Tobias Mauroff ließ der Unparteiische weiterspielen, und der TuS nutzte dies durch Marko Onucka, den Neuzugang vom Oberligisten RW Ahlen, der eine Flanke von Pjer Radojcic nur noch aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie drücken musste (4.). In der Folge war jeder TuS-Akteur seinem Gegenspieler individuell überlegen, doch das Zusammenspiel haperte, so dass klare Tormöglichkeiten zunächst ausblieben.

Pascal Königs wurde beim TuS Bövinghausen verletzt ausgewechselt

Nächster „Höhepunkt“ war daher die verletzungsbedingte Auswechselung von Bövinghausens Torwart Pascal Königs, der sich ohne Fremdeinwirkung vermutlich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Neuzugang Sören Gerlach, der in der Jugend von Borussia Dortmund ausgebildet wurde und im Winter vom Westfalenligisten TuS Hordel in den Dortmunder Westen kam, übernahm für ihn (30.).

Kurz vor der Halbzeit schon die Vorentscheidung: Erneut flankte Radojcic von links. Dieses Mal traf Sebastian Mützel zum 2:0 (40.). Die Gäste schossen nur einmal in Richtung des TuS-Tores, aber auch der Ball verfehlte das Ziel deutlich (42.). Nach der Pause kontrollierte der TuS die Begegnung, aber es dauerte bis zur 71. Minute, ehe das kuriose 3:0 fiel.

Nach einer Ecke von rechts, die von Mützel vor das Wattenscheider Tor geschlagen wurde, kam der kleinste TuS-Akteur, Denis Ramadan, völlig unbedrängt im gegnerischen Fünfmeterraum zum Kopfball und nickte ein.

Den Schlusspunkt zum 4:0 setzte dann erneut Sebastian Mützel: Er jagte einen Freistoß aus 25 Metern von halbrechts unter die Latte des Wattenscheider Tores, von wo das Leder den Weg ins Netz fand, ehe Gästetorwart Christian Vilz auch nur die Hände hochbekam.

„Vorne haben wir so viel Qualität, dass wir immer ein Tor machen können“

Mützel freute sich, nach langer Verletzungspause wieder auf dem Platz dabei sein zu können und gleich zweimal getroffen zu haben: „Für mich persönlich ist das schön, aber vor allem freue ich mich über die drei Punkte für die Mannschaft. Für uns ist es wichtig, dass die Null steht. Vorne haben wir so viel Qualität, dass wir immer ein Tor machen können.“

Jetzt lesen

Ähnlich sah das sein Coach Dimitrios Kalpakidis: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und dem Gegner über 90 Minuten keine klare Torchance ermöglicht. Ich bin froh, dass heute alles gut geklappt hat. Nach Ende der Vorbereitung weiß man ja nie genau, wo man steht. Phasenweise haben wir auch gut kombiniert, aber das Zusammenspiel muss sicher noch besser werden.“ Durch den Erfolg konnte der TuS Bövinghausen seinen zweiten Tabellenplatz festigen.

Bövinghausen: Königs (30. Gerlach) - Gjorgjievski, Thormann, Teichmöller, Ramadan - Witt, Dzaferowski (77. Pranjes) - Radojcic (70. Rößler), Abou-Saleh (64. Batman), Mützel - Onucka

Kirchhörder SC setzt sich gegen schwaches Resse durch

Kirchhörder SC - Viktoria Resse 2:1 (1:0) – Der Fußball-Landesligist Kirchhörder SC kam gut aus den Startlöchern und landete einen am Ende viel zu knappen Sieg gegen einen ganz schwach aufspielenden Gegner.

Einziger Kritikpunkt war die Verwertung der Torchancen. Der KSC vergab leichtfertig etliche gute Tormöglichkeiten und verpasste dadurch eine frühzeitige Entscheidung.

Alexander Bernhard vom Kirchhörder SC war nur mit unfairen Mitteln zu stoppen.

Alexander Bernhard vom Kirchhörder SC war nur mit unfairen Mitteln zu stoppen. © Schaper

Gastgeber Kirchhörde profitierte bereits nach 13. Minuten vom böigen Wind. Eine Flanke von Michael Sievers wurde begünstigt durch den Wind immer länger und konnte von Resses Torhüter Marcel Hutsch nicht festgehalten werden. Der Abpraller landete bei Alexander Bernhard, der aus kurzer Distanz ohne Mühe zur 1:0-Führung abstaubte. Mehmet Sahin, der mit einem schwachen Lupfer an Resses Keeper Hutsch scheiterte,und Leon Franke, der den starken Keeper der Viktoria ebenfalls nicht überwinden konnte, verpassten die Möglichkeit, dass 2:0 zu erzielen.

Viktoria Resse verzichtete auf den Top-Torjäger

Die schwachen Gäste fanden in der Offensive überhaupt nicht statt, zumal Torjäger Sven Jubt bis zur 50. Minute auf der Bank schmorte und erst dann eingewechselt wurde.

Nach der Pause kam es zum Privatduell zwischen KSC-Akteur Alexander Bernhard und Resses Torhüter Marcel Hutsch. Sowohl in der 55. als auch in der 57. Minute schaffte es Bernhard aus kurzer Entfernung nicht, den starken Keeper der Gelsenkirchener zu überwinden.

Jetzt lesen

Auch im dritten Duell zog Alexander Bernhard den kürzeren, aber Nicholas Rous war aufmerksam und drosch den Abpraller zum längst fälligen 2:0 in die Maschen (65.).

Viktoria Resse konnte durch seinen einzigen Torschuss während der gesamten Spielzeit auf 2:1 verkürzen. Sven Jubt sah, dass KSC-Torhüter Florian Ernst zu weit vor seinem Gehäuse postiert war und erzielte mit einem satten Schuss aus mehr als dreißig Metern den Treffer zum Endstand (80.). In der Schlussphase kontrollierte Kirchhörde die Partie und brachte den knappen Vorsprung ohne Probleme über die Ziellinie.

Der Kirchhörder SC springt auf Rang drei

„Wir haben eine solide Leistung abgeliefert. Ein Dreier zum Start in die Frühjahrssaison ist immer wichtig. Leider haben wir durch einen unnötigen Fehlpass vor dem Gegentor die Gäste wieder ins Spiel gebracht“ analysierte Kirchhördes Trainer Sascha Rammel die Begegnung. Kirchhörde verbesserte sich durch den Erfolg auf den dritten Tabellenplatz.

Kirchhörde: Ernst - Kremer (46. Atalay), Veigas Mendes, Doyscher - Sievers (67. Dapes), Rudnik, Yüksel, Rous, Sahin, Bernhard (77. Tchieguin Touko) - Franke

Tore: 1:0 Bernhard (3.), 2:0 Rous (65.), 2:1 Jubt (80.)

Lesen Sie jetzt