TuS Bövinghausen verpflichtet den doppelten Aufstiegstrainer und legt ihn gleich an die Leine

hzFußball-Landesliga

Der Nachfolger von Thorsten Legat ist gefunden: Dimitrios Kalpakidis übernimmt ab sofort das Traineramt beim TuS Bövinghausen. Sein Vertrag soll dabei eine ganz besondere Klausel beinhalten.

Dortmund

, 13.11.2019, 19:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Mittwochnachmittag gab es noch ein letztes Gespräch. Ajan Dzaferoski, Vorsitzender des TuS Bövinghausen, und Wunschtrainer Dimitrios Kalpakidis arbeiteten an letzten Details, die es bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit noch zu klären galt. Dann trennten sich ihre Wege. Vorerst.

Bedenkzeit für Dimitrios Kalpakidis

„Wir haben soweit alles besprochen“, sagte Dzaferoski anschließend. Beide Seiten hätten daraufhin vereinbart, Kalpakidis noch etwas Bedenkzeit einzuräumen. „Er sollte noch einmal in sich gehen, ob er die Aufgabe wirklich übernehmen will“, erklärte der Bövinghausen-Boss.

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Etwa eine Stunde nahm Kalpakidis sich Zeit. Sprach zu Hause mit der Familie. Dann meldete sich der 40 Jahre alte Übungsleiter bei Dzaferoski zurück - und gab seine Zusage. Damit steht endgültig fest: Dimitrios Kalpakidis wird neuer Trainer des TuS Bövinghausen. Bereits am Mittwochabend stellte er sich seiner neuen Mannschaft beim Training vor.

Trainer war Wunschkandidat des TuS Bövinghausen

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat“, sagte Dzaferoski. „Er passt von der Mentalität her sehr gut zu unserem Verein. Dimi ist im positiven Sinn absolut fußballverrückt.“ Kalpakidis, der bereits den TuS Eving-Lindenhorst und den BSV Schüren von der Landes- in die Westfalenliga geführt hat, sei der Wunschkandidat gewesen.

Kalpakidis, der in dieser Saison für den A-Ligisten Kamener SC als Spieler aktiv war, erklärte: „Es tut gut, wieder Dortmunder Boden unter den Füßen zu haben. Und ich bin dem Kamener SC sehr dankbar, dass sie mir diesen Schritt ermöglicht haben.“ Er freue sich darauf, mit dem TuS Bövinghausen ein ambitioniertes Projekt übernehmen zu dürfen, betonte aber gleichzeitig, „dass so etwas immer auch Zeit und Geduld“ in Anspruch nehmen werde.

Klausel für die Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

Über die Länge der Zusammenarbeit habe man „noch nicht konkret“ gesprochen, sagte Kalpakidis. Beide Seiten hätten sich allerdings darauf geeinigt, dass der 40-Jährige ausschließlich als Trainer beim TuS Bövinghausen arbeiten wird. Seine Zeit als Spieler ist damit vorbei. So wie es eigentlich auch vor gut einem Jahr beim BSV Schüren abgesprochen war.

Damals hatte der Fußball-Westfalenligist mit Kalpakidis, vormals Spielertrainer beim BSV, lediglich unter der Prämisse verlängert, dass dieser ausschließlich als Coach arbeite. Kalpakidis aber juckte es zu sehr in den Füßen - am Ende trennten sich die Wege von Verein und Trainer. In Bövinghausen ließ Kalpakidis sich eigenen Angaben zufolge ein kleines Hintertürchen aber offenbar offen: „Ich habe eine Klausel, dass ich in der Halle mitspielen darf“, sagte er.

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Kalpakidis, der am Montag auch der Auslosung für die 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften beiwohnte, gehört seit Jahren zum festen Inventar der Veranstaltung. „Vielleicht schafft er es ja mit uns, dort den Titel zu holen“, sagte Dzaferoski und fügte schmunzelnd an: „Wir würden es ihm jedenfalls wünschen.“

Kalpakidis sieht Bövinghausen als langfristiges Projekt

Noch etwas wichtiger sind allerdings Erfolge unter freiem Himmel. Und dort denkt Kalpakidis, das klingt immer wieder durch, eher lang- denn kurzfristig. Ob ein Aufstieg am Ende dieser Saison noch ein realistisches Ziel sei, ließ Kalpakidis offen. Nur so viel: „Langfristig werden wir das mit dem Potenzial, das dieser Verein bereitstellt, definitiv schaffen. Aber kurzfristig, also in dieser Saison, haben wir es nicht mehr selbst in der eigenen Hand.“

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Der neue Trainer übernimmt in Bövinghausen eine Mannschaft, die mit 22 Punkten aus 13 Spielen etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Rückstand auf Tabellenführer Wacker Obercastrop beträgt bereits neun Punkte. „Für uns geht es nun erstmal darum, in die Winterpause zu kommen“, so Kalpakidis. „Danach können wir uns dann in Ruhe auf die Rückserie vorbereiten.“

Kalpakidis betritt Neuland

Kalpakidis, der schon so viel erlebt hat im Dortmunder Amateurfußball, betritt mit dem Wechsel zum TuS Bövinghausen zudem Neuland. Erstmals in seiner Karriere übernimmt er eine Mannschaft während der Saison. „Das ist eine riesige Herausforderung“, sagte er. „Ich werde jetzt schnellstmöglich versuchen, mir ein Bild von der Mannschaft zu machen.“

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Natürlich kenne er den ein oder anderen Spieler bereits. Mit Pjer Radojcic habe er beim BSV Schüren zusammengearbeitet. Florian Juka hat er einst zum TuS Eving-Lindenhorst geholt und Dino Dzaferoski kenne er von den Duellen auf dem Platz. „Hier gibt es auf vielen Positionen eine sehr hohe Qualität“, betonte Kalpakidis. „Aber diese muss eben auch als Mannschaft funktionieren.“

Spätestens gegen Brackel auf der Bank

Der 40 Jahre alte Übungsleiter wird ab sofort daran arbeiten. Seine Vorliebe für Offensivfußball will er auch beim TuS Bövinghausen implementieren. „Aber dabei geht es auch darum, dass alle, also auch die Offensivspieler, in der Rückwärtsbewegung mitarbeiten. Nur so wird es funktionieren.“

Ob Kalpakidis bereits am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen die SpVgg Horsthausen auf der Bank sitzen wird, ist noch nicht klar. „Das ist durchaus möglich“, sagte der 40-Jährige. „Spätestens gegen Brackel wird er hauptverantwortlich sein“, erklärte Ajan Dzaferoski.

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Und noch eine Frage ist ungeklärt: Wird Patrick Owomoyela dem neuen Trainer - zumindest temporär - assistieren? „Ich stehe mit ihm in Kontakt, und wir haben auch schon mal darüber gesprochen“, sagte Kalpakidis. Alles sei offen. „Es kann schnell gehen. Es kann sich aber auch zerschlagen.“ Jetzt zählt aber ohnehin erstmal nur sein Kaltstart beim Tus Bövinghausen.

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