TuS Körne-Neuzugang wohnte im BVB-Jugendhaus und trainiert den Bundesliga-Nachwuchs

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Da hat sich der DJK TuS Körne einen ganz speziellen Neuzugang für die kommende Saison gesichert. Beruflich kümmert sich der Allrounder nämlich um die zukünftigen Stars von Borussia Dortmund.

Dortmund, Körne

, 27.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Gerüst beim DJK TuS Körne für die nächste Spielzeit steht bereits: Das Trainerteam aus Chefcoach Dominik Grobe und Assistent Thomas Schröder hat zusammen mit vielen Stammspielern bereits zugesagt. Zudem darf sich der aktuelle Bezirksliga-Zweite, der die Liga auch eine Zeit lang anführte, auch über einen besonderen Neuzugang freuen.

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Marvin Mainoo-Boakye wechselt vom BV Brambauer zum TuS. Beim Verein aus Lünen spielte er davor seit 2009 - mit einer kleinen Unterbrechung, als er 2011 für zwei Jahre zum SV Brackel ging. Aber nun ist der 32-Jährige umgezogen und bevorzugt den kurzen Weg zum Training. „Ich wollte das ein bisschen entspannter angehen lassen und Fahrtstrecken reduzieren.“ Nun brauche er nur noch „vier Minuten mit dem Fahrrad“ zum Sportplatz.

Marvin Mainoo-Boakye: „Mich hat der Plan, den der Trainer und der Verein haben, überzeugt“

Neben Körne hatte er auch noch andere Angebote, entschied sich aber letztlich für das Team um Cheftrainer Dominik Grobe. „Ich kenne dort einige Jungs und die Mannschaft ist sehr kollegial. Außerdem hat mich der Plan, den der Trainer und der Verein hat, überzeugt.“

Beim BVB kickte er mal als Außenverteidiger, mal auf der Sechs aber auch auf der offensiven Außenbahn - ein echter Allrounder also. Auch bei einem anderen BVB ist Mainoo-Boakye kein Unbekannter - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Bei Borussia Dortmund arbeitete er in verschiedenen Bereichen und ist auch heute noch als Techniktrainer aktiv.

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Techniktrainer - was heißt das eigentlich? „Ich versuche den Jungs Lösungsmöglichkeiten mit dem Ball aufzuzeigen - in Drucksituationen und in Dribblings. Wir wollen Kreativität schulen und zeigen, wie man sich aus Eins-gegen-Eins-Situationen befreit“, erklärt der Nachwuchscoach, der die B-Lizenz Leistungsfußball besitzt.

„Ich sehe mir an, wie sich Messi, Ronaldo und Co. auf dem Spielfeld bewegen“

Beim großen BVB betreut er alle Jugendteams im Grundlagen- und Aufbaubereich. Das heißt: Bei allen Nachwuchsmannschaften von der U9 bis zu U16 leitet er das Techniktraining.

Um den Kids was zu zeigen, muss er auch selbst stark am Ball sein. „Meine technischen Fähigkeiten sind solide. Für den Amateurfußball reicht es“, sagt er mit einem Grinsen, „aber es ist ja nochmal etwas anderes, die Übungen vorzumachen, als das im Spiel unter Gegnerdruck auf höchstem Niveau umzusetzen.“

Zudem schaut er regelmäßig viele Videos. „Ich sehe mir an, wie sich Jadon Sancho, Lionel Messi, Ronaldo und Co. auf dem Spielfeld bewegen, was sie mit dem Ball machen. Dann versuche ich dies in eine Methodenreihe für die Kids anzupassen“, erklärt Mainoo-Boakye.

Marvin Mainoo-Boakye (r.) spielte bei den Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften noch für den BV Brambauer. Nun wechselt er zum DJK TuS Körne.

Marvin Mainoo-Boakye (r.) spielte bei den Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften noch für den BV Brambauer. Nun wechselt er zum DJK TuS Körne. © Schütze

Ein ganz spezieller Trainingsinhalt, um den sich der 32-Jährige beim BVB kümmert, ist der Footbonaut. Das ist ein kleiner Käfig, in dem der Fußballer in der Mitte steht und die Bälle aus sämtlichen Richtungen kommen können. Anschließend muss das Spielgerät dann zu einem bestimmten Bereich wieder zurückgespielt werden. „Der Footbobaut stärkt die individuellen technischen Fähigkeiten und Passqualitäten“, findet künftige Kicker des DJK TuS Körne.

Marvin Mainoo-Boayke (l.) zusammen mit dem Ex-Borussen Julian Weigl im Footbonaut.

Marvin Mainoo-Boayke (l.) zusammen mit dem Ex-Borussen Julian Weigl im Footbonaut. © Privat

Seine Zeit beim BVB begann bereits im Jahr 2010. Damals kickte er schon beim BV Brambauer. Seine fußballerische Ausbildung genoss er beim TSC Eintracht Dortmund. Von einem ehemaligen TSC-Coach wurde er auch gefragt, ob er diesen als Co-Trainer bei der Borussia begleiten möchte. Er sagte zu und wurde Assistent in der U11. Techniktrainer wurde er dann im Jahr 2015.

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Aber nicht nur auf dem Fußballplatz hinterließ Marvin Mainoo-Boakye seine Spuren bei Borussia Dortmund. Ab Sommer 2017 war er bis zum Ende des vergangenen Jahres für das Jugendhaus im Nachwuchsleistungszentrum in Brackel zuständig. Dort wohnen einige Spieler, die von außerhalb kommen. „Wir hatten Kicker aus verschiedenen Bundesländern, aber auch anderen Nationen“, berichtet er.

„Wir waren wie eine große Familie“

Zusammen mit seiner Frau Franziska wohnte er mit den Jugendlichen in dem Haus und kümmerte sich um sämtliche Belange der 22 Spieler. „Wir waren wie eine große Familie. Wir haben Fifa gespielt, zusammen gekocht oder einfach nur gequatscht“, erzählt der Kicker, der neben der deutschen auch der englischen und der französischen Sprache mächtig ist.

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Seit 1. Januar dieses Jahres nahm er jedoch einen anderen Job an und im Jugendhaus haben nun andere das sagen. „Ich arbeite nun bei der Caritas und bin dort Sportkoordinator. Das heißt, dass ich den Kids in offenen Ganztagsschulen verschiedene Sportangebote zur Verfügung stelle“, erzählt Mainoo-Boakye.

Marvin Boonie-Boakye ist seit 2015 Techniktrainer für viele Nachwuchsmannschaften des BVB.

Marvin Mainoo-Boakye ist seit 2015 Techniktrainer für viele Nachwuchsmannschaften des BVB. © Privat

In seinen verschiedenen Berufen, die der 32-Jährige bereits ausgeübt hat, hat er stets mit Menschen zusammengearbeitet. Auch deshalb sagt sein neuer Trainer Dominik Grobe über ihn: „Wir freuen über die Zusage eines mannschaftsdienlichen Akteurs, der vom Charakter her gut in unser Team passt.“

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