Überraschungs-Finalist Hombrucher SV: „Es war eine sehr emotionale Zeit“

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Der Hombrucher SV kam mit einer überragenden Mannschaftsleistung bis ins Finale. Zwar reichte es am Ende nicht zum Titelgewinn, doch eventuell hat der HSV etwas Wertvolleres mitgenommen.

Dortmund

, 12.01.2020, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Benjamin Bielmeier gab noch einmal alles. Er schrie in den gebildeten Kreis hinein, wollte das letzte Quäntchen Leidenschaft aus seinen Spielern herauskitzeln. Doch kaum war die zweite Halbzeit des Finals wieder angepfiffen, schien der Stecker gezogen worden zu sein.

Hombruch schaft die Wende nicht

Der HSV schaffte keine Wende, scheiterte noch ein-, zweimal am überragenden Sascha Samulewicz, aber im Großen und Ganzen zerschellte die junge Hombrucher Mannschaft an abgezockten Schürenern. Das 0:4 fiel trotzdem um zwei Tore zu hoch aus „Jetzt kurz nach dem Finale - das man natürlich gewinnen will, wenn man drinsteht - ist die Enttäuschung natürlich groß, das ist klar“, sagte Bielmeier.

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Und der mit acht Treffern (zusammen mit Markus Bednarek) beste Hombrucher Torschütze Dominik Haake, der auch Kapitän des Teams ist, fügte hinzu: „Die machen die ersten beiden Schüsse rein und sind so abgezockt. Dann kommst du auch nicht mehr rein, deshalb haben sie es leider verdient. Die Enttäuschung sitzt gerade, aber ich bin auch stolz auf die Truppe.“

Meisterstück gegen Türkspor

Sein Meisterstück hatte der HSV ohnehin bereits im Halbfinale abgelegt. Dort schossen Dominik Haake, Hakan Cevirme und Markus Bednarek mit ihren Toren und Jan Hennig mit seinen außerirdischen Paraden das bis dahin euphorisiert durch die Endrunde marschierende Türkspor Dortmund mit 4:3 aus dem Turnier. „Wir haben vielleicht nicht die individuell besten Spieler auf dem Platz, aber dafür sind wir eine Einheit, die gut verteidigt“, sagte Hennig hinterher relativ nüchtern.

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Doch direkt nach dem Finaleinzug schrie er seine ganze Freude und Anspannung heraus. Mit wirklich sensationellen Reflexen - darunter einem drei Sekunden vor Schluss gegen Alihan Kurgan, den kaum jemand in der Halle bemerkte, weil es danach Abstoß gab - hatte er einen riesengroßen Anteil am Finaleinzug und war zurecht bis zum Schluss ein Kandidat für den Titel als Torhüter des Turniers.

Mehr als Preisgeld und Silbermedaillen

Dass er es nicht wurde, wird Hennig verschmerzen können. Und auch die Hombrucher insgesamt nehmen aus dem Turnier sehr viel mehr mit, als ein bisschen Preisgeld und die Silbermedaillen: „Es hat sich im Laufe des Turniers eine Dynamik entwickelt, die einfach überragend ist. Die Jungs sind füreinander eingestanden, das habe ich so zuvor auch noch nie in der Form erlebt“, sagte Bielemeier. Auch Haake sprach von einem Zusammenhalt, „den es halt sonst nirgendwo gibt.“

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Nach den Querelen um die Entlassung von Sebastian Didion und in der Folge den Abgang von neun Spielern, könnte die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft einen Wendepunkt für die komplette Saison markieren. Die Neuzugänge Bednarek und Hakan Cevirme wurden gut integriert und konnten die neue Hombrucher Einheit direkt miterleben.

Eine sehr emotionale Zeit

„Es war eine sehr emotionale Zeit“, bestätigt Haake, „wir wussten nicht, wo wir stehen. Wir wussten nur, dass wir uns auf uns selbst verlassen konnten. Und mit so einer jungen Truppe mal eben im Finale zu stehen, das muss man erstmal schaffen. Ich bin stolz, Kapitän dieser Super-Truppe zu sein.“

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Am 9. Februar beginnt für diese Truppe die Mission Klassenerhalt in der Landesliga. Mit den Erkenntnissen aus den drei Wochenenden Hallenfußball-Stadtmeisterschaft darf man ein bisschen optimistischer in die Zukunft schauen.

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(Anm. d. Red. In der ersten Version des Artikels hatten wir Roman Geist zu den Neuzugängen gezählt. Geist spielt aber schon seit dem Sommer im Hombruch.)

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