Vom Ersatz zum Sieggaranten: Brackeler Torwart punktet im Generationenduell

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Vor einem Jahr wechselte Viktor Theisen zum SV Brackel. Seither kämpft er um den Platz zwischen den Pfosten. Im letzten Spiel wurde der 21-Jährige nun unverhofft zum gefeierten Helden.

Dortmund

, 22.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp zwanzig Jahre Altersunterschied liegen zwischen den beiden Torhütern des SV Brackel. Wie schon in der vergangenen Saison hat Trainer Giovanni Schiattarella aber auch in der neuen Spielzeit eine besondere Regelung gefunden, um beiden Spielern ihre Einsatzzeiten zu ermöglichen. Beim 3:1-Erfolg am Sonntag gegen den Erler Sportverein wurde Viktor Theisen allerdings völlig überraschend zum Sieggaranten für seine Mannschaft.

Zehn Einsätze hat Viktor Theisen in der letzten Spielzeit nach seinem Wechsel vom VfL Kemminghausen zum SV Brackel für den Landesligisten bestritten. Dennoch saß der 21-Jährigen in den ersten beiden Partien der neuen Saison nur auf der Bank. Der Grund: eine besondere Maßnahme des Trainers.

„Einer der besten in Dortmund“

„Wir hatten in der letzten Spielzeit schon die Regel, dass erst Dennis zwei Spiele macht und dann ich zwei Spiele absolviere. Und auch in dieser Saison wollen wir uns abwechseln“, erklärt Viktor Theisen, die ungewöhnliche Vorgehensweise. Dennis ist Dennis Wegner, 41-jähriger Routinier im Tor der Brackeler und zeitgleich Torwarttrainer im Verein.

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Doch auch trotz des fortgeschrittenen Fußballeralters verfügt Wegner immer noch über außergewöhnliche Torhüter-Qualitäten. Das weiß auch sein Kollege: „Dass Dennis immer noch einer der besten Torhüter in Dortmund ist, ist ja kein Geheimnis. Für mich ist die Wechselregelung deshalb auch vollkommen in Ordnung und ich freue mich stattdessen, dass ich noch einiges von Dennis lernen kann“, so Theisen.

Und obwohl am Sonntag beim Spiel gegen den Erler Sportverein zunächst auch der Routinier bei Brackel zwischen den Pfosten stand, avancierte das 21-jährige Torhütertalent anschließend zum umjubelten Helden, denn: Bereits in der 4. Spielminute musste Wegner mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausgewechselt werden.

„Das kam für mich natürlich schon überraschend. Dennis war für die ersten beiden Saisonspiele eingeplant. Ich sollte dann ab dem dritten Spieltag ins Tor. Das hat sich jetzt etwas geändert“, betont Theisen.

Theisen mit starken Paraden

Ohne großes Aufwärmprogramm ging es für den Nachwuchstorwart nach der Verletzung seines Kontrahenten daher auf den Platz. „Ich habe mich vielleicht zwei Bahnen warmlaufen können“, so der 21-Jährige. „Aber als ich dann die ersten zwei, drei ordentlichen Aktionen hatte, war auch die fehlende Vorbereitung vergessen.“

Dass Theisen dabei ursprünglich gar nicht mit einem Einsatz gerechnet hatte, ließ sich an der Leistung des letztjährigen Neuzugangs keinesfalls erkennen, im Gegenteil. Von Trainer Giovanni Schiattarella gab es nach dem Spiel ein Sonderlob: „Gäbe es heute einen Torwartpreis, Viktor hätte ihn verdient“, so der Coach.

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Mit einigen starken Paraden sicherte der Schlussmann seiner Mannschaft letztlich den umkämpften Heimsieg. „Es war ein sehr physisches und aggressives Spiel, aber ich glaube, dass wir letztlich auf jeden Fall verdient gewonnen haben“, betont Theisen, der nun voraussichtlich mindestens auch die nächsten beiden Spiele im Brackeler-Gehäuse stehen dürfte.

Wie lange Dennis Wegner tatsächlich ausfallen wird, steht derzeit zwar noch nicht fest, für Theisen ist es fernab der Verletzung allerdings ohnehin kein Problem, sich mit dem Routinier abzuwechseln. „Letztlich kommt es auf die Leistung an und Dennis ist ein wirklich guter Torhüter. Ich muss mich ansonsten einfach noch ein wenig gedulden“, so Theisen. Mit seiner Leistung gegen Erle scheint der 21-Jährige im Generationenduell aber auf jeden Fall Punkte gesammelt zu haben.

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