Wegen Corona: Mark Elbracht muss neue Scouting-Kampagne auf Eis legen

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Ende März, Anfang April sollte es eigentlich soweit sein: Da wollte Mark Elbracht eine neue Scouting-Kampagne an den Start bringen. Wegen des Coronavirus legt er seine Idee nun aber auf Eis.

Dortmund

, 05.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktuell jagt bei Mark Elbracht auf der Arbeit eine Videokonferenz die nächste. Der Dortmunder Fußballtrainer und Begründer der Scouting-Plattform „Amateurscout.de“ ist Finanz- und Lohnbuchhalter, verbringt momentan trotz oder gerade wegen der Corona-Krise viel Zeit auf der Arbeit.

„Beruflich bin ich sehr betroffen. Der Arbeitsaufwand ist schon groß, was ja nicht verkehrt ist“, sagt Elbracht, der in seiner Branche allerdings viele negative Schicksale verschiedener Arbeitgeber mitbekommt. „Manche Kunden müssen die Produktion, andere den gesamten Betrieb einstellen. Da wird dir unverschuldet die Existenzgrundlage weggerissen. Natürlich nimmt das einen mit. Das ist teilweise dramatisch“, berichtet Elbracht, der gerade selbst eine zumindest in Ansätzen ähnliche Situation durchmacht.

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Für Ende März, Anfang April hatte der Dortmunder nämlich eigentlich geplant, seine neue Website „Amateurscout.de“ online zu stellen. „Auf dieser Seite könnte man sich dann als Scout registrieren, Berichte hochladen und auch gebucht werden“, sagt Elbracht. So könne ein großes Netzwerk und ein riesiger Markt für Scouts und Vereine entstehen. Elbracht selbst, der an den Wochenenden auf den Fußballplätzen regelmäßig Mannschaften scoutet, würde die Seite dann mit seinem Bruder Sven sowie mit seinen Partnern Matthias Schwesig und Ingo Kuhl verwalten. Er selbst wolle an den Wochenenden aber auch weiterhin aktiv scouten - und dann kam Corona dazwischen. Das Virus hat all die Pläne des 46-Jährigen vorerst über Bord geworfen.

Mark Elbracht gehört beim TuS Eichlinghofen auch zum erweiterten Trainerteam.

Mark Elbracht gehört beim TuS Eichlinghofen auch zum erweiterten Trainerteam. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

„Wir mussten das Ganze jetzt leider auf Eis legen. Das ist natürlich mega schade, weil wir schon einige Prozesse angestoßen haben. Für uns geht es jetzt später los“, sagt Elbracht. Wann genau ist allerdings noch unklar. Denn wie lange das Coronavirus den Amateurfußball noch lahmlegt ist derzeit völlig offen.

Auch Elbracht leidet darunter. Nicht nur wegen des Scoutings, sondern auch, weil ihm die Geselligkeit und die vielen Begegnungen mit den Spielern und Vereinskameraden fehlen.

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Abhilfe verschaffen dabei die privaten Videoanrufe mit seinen Freunden und Vereinskameraden vom TuS Eichlinghofen. Dort gehört er zum erweiterten Trainerteam. „Die Anrufe sind ganz witzig, wir haben da zwei, drei verschiedene Gruppen, haben auch ein paar Quiz-Spiele. Der Amateurfußball lebt von der Geselligkeit“, sagt Elbracht, der sich in der Corona-Zeit neben seinem Job und seiner Partnerin auch noch Serien im TV widmet. „Ich bin ein Serienjunkie, bin ein Kind der 80er-Jahre. Ich gucke gerne Serien wie „Magnum“ oder „Mord ist ihr Hobby“, sagt Elbracht und lacht.

Elbracht glaubt nicht an Saisonfortsetzung

Dass die Amateurfußballsaison überhaupt noch einmal angepfiffen wird, glaubt Elbracht übrigens nicht - so sehr er sich das auch wünscht. „Ich habe einfach kein gutes Gefühl bei der Nummer, es ist echt schwierig. Ich würde es mir echt wünschen, dass die Saison in irgendeiner Form sportlich entschieden wird, glaube aber nicht mehr daran“, so Elbracht abschließend, dessen Scouting-Aktivitäten auf am Fußballplatz damit auch vorerst ruhen müssen.

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