Das Zwei-Kilometer-Derby: Wenn der Familienfrieden und der Bäckerbesuch vom Sieg abhängen

hzFußball-Kreisliga A

In der Kreisliga A steigt am Sonntag ein ganz besonderes Dortmunder Derby. Keine zwei Kilometer trennen die Plätze der Vereine. Für einen Spieler hängt davon nicht nur der sportliche Erfolg ab.

Dortmund

, 19.09.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur zwei seiner fast 30 Jahre andauernden Fußballerzeit verbrachte Daniel Otto (33) nicht in Dorstfeld. Heißt im Umkehrschluss: Wenn einer ein Dorstfelder Jung ist, dann er. Am Sonntag am Bummelberg kommt er dann als Gast nach Hause. Es ist Derbyzeit in Dorstfeld.

DSC 09 gegen Eintracht! Und freuen sich die Anwohner rund um die sehr nah beieinander liegenden Plätze schon auf das Duell um 16 Uhr, so ist es für Otto ein absolut außergewöhnlicher Tag.

Otto seit mehr als vier Jahren bei der Eintracht

„Ich habe alle Jugendmannschaften von 09 durchlaufen, bin im ersten Seniorenjahr aus der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen. In der Kreisliga spielten wir damals noch gegen die Vorgängervereine Fortuna und Karlsglück.“ Es ging zur Sache, blieb aber fair: „Der Umgang der Vereine miteinander war von Respekt geprägt. Aber schon damals hatte ich keine Lust, am Montagmorgen zum Bäcker zu gehen und mir Sprüche anzuhören.“

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Der Weg, der ihn kommenden Montag sogar als einer von drei Kapitänen anderer Farben zum Bäcker gehen lässt, führte Daniel Otto über den FC Brünninghausen und eine weitere Phase beim DSC an den Wasserfall. Seit mehr als vier Jahren trägt der Offensivspieler das Eintracht-Trikot, stieg mit der anderen Dorstfelder Kraft in die A-Liga auf, in die 09 zurückgekehrt ist.

Zuletzt trennten sich beide Teams unentschieden. Der bislang letzte Derbysieg einer Mannschaft datiert vom 23. Juli 2019. Damals gewann Eintracht 3:1, das 1:0 erzielte Otto. Und auch am Sonntag lässt er die Freundschaft zu „vielen netten Menschen am Bummelberg“ ruhen.

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Bummelberg gegen Wasserfall. Daniel Otto behauptet aus eigener Erfahrung, dass schon immer auch seine aktuelle sportliche Heimat „tolle Leute“ hatte. Aber Blau-Weiß (nur in Dorstfeld und auch Brünninghausen) war dann lange doch die Farbe seiner Wahl.

Vater ebenfalls im Fußball aktiv

Das Rot-Grüne aber steht ihm auch gut. „Was toll ist, ich habe hier viele liebe Ansprechpartner. Das ist eine große Familie.“ Zu den lieben Menschen gehört sogar eine Person, die Daniel besonders liebhat. Es ist sein Vater Michael, ein Dorstfelder Urgestein, das den sportlichen Weg mit seinem Sohn ging.

Der Vater, seines Zeichens Sportlicher Leiter, ist mittlerweile Opa. Daniel gibt das Fußballer-Gen der Ottos weiter. Sohn Henri, gerade ein Jahr alt geworden, fühlt sich augenscheinlich auf des Großvaters Arm am Platz während der Spiele besonders wohl.

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Dass auch sein Vater am Sonntag an mancher hitzigeren Situation beteiligt sein wird, dürfte Michael Henri vorenthalten. Denn auch er weiß, dass Daniel zu Recht prognostiziert: „09 wird gegen uns bis auf die Haarspitzen motiviert sein.“

DSC bislang mit einem Sieg

Eintracht startete ordentlich mit vier Punkten („drei gegen Kirchhörde II waren verdient, mit dem einen beim Hörder SC leben wir auch gut“), der DSC trotzte dem TuS Rahm im ersten Spiel einen Punkt ab, verlor aber den zweiten Hörde-Dorstfeld-Vergleich vor einer Woche beim VfL 1:4.

„Daher und auch wegen des Derbycharakters werden sie gegen uns ziemlich kämpferisch sein.“ Viele Spieler kennen sich ewig aus der Schule oder aus den Nachwuchsteams, sagt Otto. „Jeder aber möchte kommende Woche mit breiter Brust durch Dorstfeld laufen.“ Unter Ottos Brust schlagen zwei Herzen. Am Montag reicht es ihm, wenn das Eintracht-Herz Wohlbefinden auslöst.

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