Wickedes Neuling nach dem Sprung um drei Ligen: „In der Kreisliga schlummern einige Talente“

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Maurice Jalouan wechselt von der TSC Eintracht zu Westfalia Wickede. Vorher spricht er über seine Perspektiven, die Unterschiede der Ligen und hoffnungsvolle Talente in der Kreisliga.

Dortmund, Wickede

, 31.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein bisschen überrascht wirkte Maurice Jalouan schon, als er eines Tages von Daniel Dukic, dem Sportlichen Leiter von Westfalia Wickede, kontaktiert wurde. Dann absolvierte der Kreisligakicker ein paar Trainingseinheiten beim Westfalenligisten und schon bekam er ein Angebot, in der kommenden Saison drei Ligen höher zu spielen.

Über die Unterschiede der Ligen, seine Hoffnungen und Perspektiven und darüber, ob mehr Beobachter in der Kreisliga unterwegs sein sollten, spricht der 21-Jährige im Interview.

Maurice Jalouan, Sie wechseln in der kommenden Saison vom Kreisligisten TSC Eintracht Dortmund zum Westfalenliga-Team von Westfalia Wickede. Wie kam der Kontakt zustande?

Ich habe einen Freund im Team des TSC, der vorher schon mal einen Probetraining in Wickede gemacht hat. Daher war der Draht zu Westfalia schon mal da. Zudem spielt bei Wickede mit Don Schreiber ein Freund von mir (Allerdings nur noch bis Saisonende, dann wechselt er zu Wacker Obercastrop, Anm. d. Red.). Daniel Dukic kam auf mich zu und schaute sich dann mal ein Spiel von mir an. Im Anschluss fragte er mich, ob ich ein Probetraining bei Westfalia machen möchte. Ich sagte zu und trainierte zweimal mit dem Team. Danach bekam ich eine positive Rückmeldung.

Wie ging es dann weiter?

Ich hielt Rücksprache mit meinem aktuellen Trainer Dennis Empting und dann war alles in trockenen Tüchern.

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Mussten Sie lange überlegen, ob Sie den Sprung von der Kreis- in die Westfalenliga wirklich wagen wollen?

Ehrlich gesagt, habe ich mir erst im Nachhinein Gedanken gemacht und etwas gegrübelt. Aber es ist einfach eine tolle Chance, die wollte ich nutzen. Ich freue mich darüber, dass mir der Sprung ermöglicht wird. Obwohl ich sagen muss, dass es schon eine geile Truppe ist, die wir hier beim TSC Eintracht haben.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Kreis- und der Westfalenliga?

Ich denke, alles wird anders. Das Spieltempo wird höher, die Spieler sind technisch stark und auch viel präsenter in den Zweikämpfen. Ich hoffe, viele Spielminuten sammeln zu können und freue mich auf die Herausforderung.

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Wie optimistisch sind Sie, dass Sie das Niveau in der Westfalenliga erreichen können?

Der Sprung von den Junioren zu den Erwachsenen war ja schon ein großer – gerade in Sachen Zweikampfhärte und Tempo. Ich denke, dieser Sprung wird nochmal größer werden. Beim Training bei Westfalia habe ich schon mal ein paar Eindrücke gewinnen können. Die Einheiten haben mega Spaß gemacht. Ich konnte gut mit dem Tempo mithalten. Ich denke, je mehr ich mit dem Team mittrainiere und je mehr Spiele ich absolviere, desto mehr werde ich mich an das Niveau gewöhnen.

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Jetzt kommt es nicht häufig vor, dass ein Spieler von der Kreis- in die Westfalenliga wechselt. Gab es schon vorher mal Trainer oder Sportliche Leiter, die Sie bei Ihren Spielen wahrgenommen haben? Gab es andere Anfragen?

Nein, gar nicht. Ich habe kein Angebot eines anderen Vereins erhalten. Sonst habe ich auch kaum andere Trainer oder Beobachter von anderen Teams am Spielfeldrand wahrgenommen. Das einzige, bei dem ich Anfragen und Gespräche mitbekommen habe, war die Hallenstadtmeisterschaft. Während des Ligabetriebs ist mir nichts aufgefallen.

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Sind Sie der Meinung, dass Teams aus der Landes- oder Westfalenliga sich öfter in der Kreisliga umschauen sollten?

Ja, das denke ich schon. Gerade wenn man sich die Torjägerliste unserer Liga anschaut, sieht man, welche Kicker bei uns spielen. Ich denke, die meisten Oberligisten oder Westfalenligisten gucken nur in den höheren Ligen nach Spielern. Es passiert viel zu selten, dass nach Akteuren in der Kreisliga geschaut wird. Damit geht sicher das eine oder andere Talent verloren. In der Kreisliga schlummern einige Talente.

Ein Ausblick auf die kommende Saison: Wie sieht Ihre Perspektive bei Westfalia Wickede aus?

Ich hoffe natürlich, dass das Team in der Westfalenliga bleibt. Es wird natürlich schwierig für mich als Kreisligakicker eine feste Rolle im Team zu finden. Ich hoffe einfach, möglichst viele Minuten zu bekommen und meine Leistung zeigen zu dürfen. Ich freue mich auf jeden Einsatz.

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