„Wie lange Kirchhördes Glück hält, ist die Frage“- Bövinghausen-Boss Dzaferoski im Interview

hzTuS Bövinghausen

Die Hälfte der Hinrunde ist vorbei in der Landesliga. Bövinghausen-Boss Ajan Dzaferoski äußert sich im Interview deutlich zu den vergangenen Wochen, möglichen Transfers und der Konkurrenz.

Dortmund

, 10.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Warum lief es in den letzten drei Wochen sportlich nicht beim TuS Bövinghausen, Herr Dzaferoski?

Ich habe schon vor der Saison gesagt, das wird kein Selbstläufer, auch wenn wir gute Spieler dabei haben. Aber die Landesliga ist nicht die Bezirksliga.

Kirchhörde hat auch sehr viele erfahrene Spieler, die auch in der Oberliga gespielt haben. Das heißt ja nicht, dass sie Fallobst eingekauft haben. Die sagen zwar immer, dass sie eine junge Mannschaft haben. Wenn man mal die Namen sieht, sind schon vier, fünf, sechs, die höher gespielt haben. Teilweise höher als Oberliga.

Das ist eben Fußball. Wir sind da ganz gelassen. Wir nehmen alles mit. Ich wusste, sowas wie ein einfacher Durchmarsch ist nicht drin. Die Landesliga ist schon ganz gut. Da kann jeder jeden schlagen. Einige kommen über den Kampf, einige über das spielerische. Wir sind ganz gelassen, die Saison ist sehr lang. Wir müssen Geduld haben.

Sind Neuverpflichtungen eine mögliche Lösung?

Wir müssen ja neu verpflichten, dadurch das uns so viele Spieler weggefallen sind, die wir eigentlich eingeplant haben. Da müssen wir ja nachlegen, es geht gar nicht anders. Es fehlen ja sechs Spieler, die ja gerade nicht unbedingt Schrott sind, und da werden wir jetzt gucken im Winter, ob wir mit ein paar Spielern nachlegen.

Das heißt, es könnte sich schon bald ein Transfer anbahnen?

Wir sind in Verhandlungen, Konkretes haben wir leider noch nicht.

Haben Sie auch schon Spieler im Auge?

Richtig, richtig. Bei uns ist es eigentlich so, dass die Leute, die bei uns spielen, hier einen Freund haben, da einen haben. Mal dort mit einem zusammen gespielt haben. Vielleicht sind die unzufrieden in einem anderen Verein, dann kommt sowas immer zustande.

Vor drei Wochen stand der TuS Bövinghausen noch auf Platz zwei, hatte vier Punkte Rückstand auf den ersten Platz, nun ist es Platz fünf mit acht Punkten Rückstand. Wie erklären Sie sich diesen schnellen Abrutsch innerhalb der kurzen Zeit?

Das sind eben die Spiele, wo wir direkt gegen Wacker und gegen Kirchhörde gespielt haben. Man darf nicht vergessen, jetzt spielt Wacker gegen Kirchhörde. Einer muss Punkte liegen lassen. Oder die spielen Unentschieden. Wenn wir gewinnen sollten, sind wir wieder ein Stückchen näher an denen dran. Kirchhörde hat einen guten Lauf mit dem Glück.

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Das ist Glück. Wie lange so ein Glück halt hält, ist auch die Frage.

In Fußball-Dortmund wirkt es so, als würden sich viele freuen, wenn es Rückschläge für den TuS Bövinghausen gibt. Nehmen Sie das auch so wahr?

Wir haben Sympathisanten, wir haben natürlich auch Neider. Das ist ganz normal. Jeder freut sich, wenn Bayern verliert. Aber Bayern würde nicht da stehen, wo sie jetzt stehen, wenn sie rumheulen würden, wenn sie verlieren.

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Gab es ein Zwischengespräch mit Thorsten Legat über die aktuelle Lage beim TuS?

Nein, bei der Lage sollten wir keinen Stress machen und Ruhe bewahren. Ein ganz gutes Beispiel aus dem letzten Jahr: Letztes Jahr hatte Frohlinde neun Punkte Vorsprung zum Ende der Halbserie. Zum Schluss lagen die mit fünf Punkten hinter dem SV Sodingen. Das geht sehr schnell. Deswegen seh ich gar keinen, der schon durch ist. Das kann man erst in den letzten zwei Spielen sagen.

„Wie lange Kirchhördes Glück hält, ist die Frage“- Bövinghausen-Boss Dzaferoski im Interview

Thorsten Legat wird dem TuS Bövinghausen rund drei Wochen fehlen. Ein Zwischengespräch zur sportlichen Situation zwischen ihm und Ajan Dzaferoski war nicht nötig vor Legats Abreise. © Stephan Schuetze

Das bedeutet, der Aufstieg ist ein Thema beim TuS Bövinghausen?

Ja, auf jeden Fall.

Hängt der TuS Bövinghausen dann momentan den eigenen Ansprüchen hinterher?

Nein. Wir haben von Anfang an gesagt, wir wollen unter die ersten fünf. Jetzt sind wir Fünfter. Wir sind schon im Rahmen. Wir werden jetzt Jäger sein und die anderen sind die Gejagten.

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Immer wieder werfen Verletzungsprobleme den TuS Bövinghausen zurück. Hängt das noch mit der intensiven Vorbereitung zusammen, wo das Team zeitgleich an drei Turnieren teilgenommen hat?

Nein, da haben wir uns unsere Grundkondition und Kraft reingeholt. Wir verlieren die Spiele nicht momentan, weil wir keine Kraft haben. Die Stürmer sind uns weggefallen. Der (Sebastian, Anm. d. Red.) Mützel macht so die Tore, wir brauchen aber einen oder zwei, die sich abwechseln. Die aus einer Chance ein Tor machen. Bedingt durch die Verletzungen ist das momentan so. Da müssen wir durch.

Kommt so ein Stürmer womöglich aus der Regionalliga?

Regionalliga nicht. Zwischen Oberliga und Landesliga.

Es gibt einige Vergleiche in Fußball-Dortmund zwischen dem TuS Bövinghausen und Türkspor Dortmund, die zur Zeit die Bezirksliga 8 aufmischen. Einige bezeichnen den Verein als „Bövinghausen 2.0“. Wir stehen Sie zu dem Projekt? Gibt es da Verbindungen zwischen den beiden Vereinen?

Die verbinden das deswegen, weil fünf Spieler von uns da ja rübergegangen sind. Ansonsten habe ich da so gar nichts. Ich habe mit allen Vereinen ein gutes Verhältnis. Türkspor ist ein eigenständiger Verein. Die müssen wissen, was die tun und wir müssen wissen, was wir tun.

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