„Wir waren selbst überrascht“: Torhüter wechselt von der Westfalenliga in die Kreisliga B

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Einer von Wickedes Torhütern wechselt runter in die Kreisliga B. Eine Meinungsverschiedenheit während der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft soll aber nicht der Grund dafür sein, versichert er.

Dortmund

, 29.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der Saison hatte Westfalia Wickede zwei Torhüter verpflichtet. Vom SV Westfalia Rhynern kam Malte Remmert (20), vom 1. FC Bocholt Joel Kiranyaz (21). Beides talentierte Keeper. Beide standen in dieser Saison schon für den Westfalenligisten zwischen den Pfosten. Doch einer von ihnen ist nun in die Kreisliga B gewechselt - zur Überraschung des Sportlichen Leiters.

„Er hat sich dazu entschlossen, einen Tag vor der Vorbereitung den Verein zu verlassen“, sagt Daniel Dukic, Sportlicher Leiter und Co-Trainer Wickedes. Am 13. Januar verließ Joel Kiranyaz den Tabellen-14. der Westfalenliga. Sein neuer Verein: der TuS Deusen aus der Kreisliga B. Der Grund für den Wechsel des 21-Jährigen sei arbeitsbedingt gewesen, sagt Dukic. „So hat er es mir bei Whatsapp geschrieben“, erklärt er.

„Ich habe dann gesagt, ich schaffe das nicht mehr“

13 Mal stand Kiranyaz in dieser Saison in der Westfalenliga für Wickede im Tor. Zwischen Anfang Oktober und Mitte November saß er jedoch nur auf der Bank, ehe er am 14. Spieltag gegen Brünninghausen 30 Minuten vor dem Abpfiff wieder eingewechselt wurde. Seitdem verpasste er kein Spiel mehr in der Liga.

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„Wir waren selbst überrascht“, sagt der Sportliche Leiter über den Wechsel, den er als „sehr spontan“ bezeichnet. „Ich habe ein duales Studium angefangen“, erzählt der junge Keeper. Die sehr zeitintensive Beschäftigung habe ihm auf Dauer viel Kraft geraubt. „Ich habe das körperlich gemerkt“, erklärt er. „Ich habe dann gesagt, ich schaffe das alles nicht mehr.“ Daher wolle er nun etwas kürzer treten. Schon länger habe er sich darüber Gedanken gemacht, denn „die Ausbildung ist mir zu wichtig.“

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Ein Vorfall während der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft habe mit seiner Entscheidung, den Verein zu verlassen, aber nichts zu tun gehabt, versichert er. Dort stand nämlich nicht Kiranyaz im Tor, sondern Malte Remmert, der die Mannschaft von Trainer Alexander Gocke bis ins Viertelfinale der Endrunde führte.

Wann Joel Kiranyaz für Deusen spielen darf, ist noch offen

„Ich habe es mir in der Halle anders vorgestellt“, gesteht er. Es habe eine Situation gegeben, „in der ich eine andere Meinung als die Trainer hatte“. Daraufhin habe er sich dazu entschieden, die Halle zu verlassen. „Deshalb bin ich aber nicht gewechselt“, stellt er klar. Ab wann er für seinen neuen Verein auflaufen kann, wisse er noch nicht. Denn eine fristgerechte Abmeldung war nur bis zum 31. Dezember möglich. „Das ist das erste Mal, dass ich die Frist nicht eingehalten habe“, sagt Joel Kiranyaz.

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Die Wechselbestimmungen des Fußballverbandes Westfalen besagen, dass ein Spieler, der sich erst nach dem 31. Dezember von seinem Verein abgemeldet hat, nur dann direkt in Pflichtspielen auflaufen dürfen, wenn er einen Vertrag unterschreibt und damit Berufsspieler wird. Dann muss aber zudem noch der abgebende Verein dem Transfer zustimmen. „Wir wissen selber noch nicht genau, wann er spielen darf“, erklärt Tobias Walther, Sportlicher Leiter des TuS Deusen. Aktuell arbeite man noch an einer Lösung und schaue, „inwieweit wir ihn spielberechtigt kriegen“. Gelingt das nicht, wird der Keeper bis Mitte Juni gesperrt bleiben.

„Ich hab natürlich immer Bock, Fußball zu spielen“, sagt Joel Kiranyaz, angesprochen auf eine mögliche fehlende Spielberechtigung in den kommenden Monaten. Sollte er nicht spielen dürfen, wäre es für ihn „anstrengend, mich zurückzuhalten“. Doch das Risiko habe er bei seinem Wechsel eben eingehen müssen, erklärt er. Wickede sucht derweil noch einen weiteren Torhüter. „Das ist in der Mache“, sagt Daniel Dukic. Noch könne er aber keinen Vollzug vermelden.

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