Stephan Berger trainiert seit einigen Wochen Lippramsdorfs Keeper - der 24-jährige Powerlifter ist Halterns stärkster Torwarttrainer. © Privat
Powerlifter beim LSV

330 Kilo beim Kreuzheben: Stephan Berger ist Halterns stärkster Torwarttrainer

Mit seinem Bruder trainiert Stephan Berger von nun an die Torhüter des LSV. Als Powerlifter hat er schon einige Rekorde gebrochen - nicht nur seine Leistung beim Kreuzheben ist beachtlich.

Der Kader des SV Lippramsdorf nimmt weiter Form an, nachdem zuletzt mit Justus Jansen der zweite Neuzugang präsentiert werden konnte. Das Trainerteam ist derweil schon komplett: Die Torhüter werden von nun an von Matthias (31) und Stephan Berger (24) trainiert. Letzterer ist bereits in der Powerlifting-Szene bekannt – dort brach er schon einige Rekorde.

Sein Engagement beim LSV kam selbst für Stephan Berger überraschend: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich das mal mache“, gesteht der neue Torwarttrainer des Bezirksligisten. Bis zur A- oder B-Jugend, wann genau wisse er selbst nicht mehr genau, stand der heute 24-Jährige selbst noch bei Lippramsdorf im Tor.

Beim normalen Kraftsport „fehlte mir dieser Wettkampfreiz“

Zwei Meniskusrisse im Knie bescherten ihm allerdings ein frühes Karriereende. Später begann er mit dem Powerlifting – in Deutschland auch als Kraftdreikampf bekannt.

Stephan Bergers Bestwert liegt dort bei 290 Kilogramm.
Die Kniebeuge ist eine von drei Disziplinen beim Powerlifting. Stephan Bergers Bestwert liegt dort bei 290 Kilogramm. © Privat © Privat

Nach seinem Aus als Torhüter startete er jedoch erst mal mit normalen Krafttraining, erzählt er. „Da fehlte mir aber so ein bisschen dieser Wettkampfreiz“, so Berger, der damals nur für normales Training ins Fitnessstudio ging. „Über Umwege hatte ich dann jemanden kennengelernt, der mit Powerlifting angefangen hatte.“

Dabei geht es um drei Disziplinen: Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben. Ziel ist natürlich, bei allen Übungen so viel Gewicht wie möglich zu stemmen. Sein Bekannter hätte ihn damals gefragt, ob er es nicht auch mal mit Powerlifting versuchen wolle.

Als der dann zu seinem ersten Wettkampf gehen wollte, zögerte Stephan Berger noch. „Ich war noch nicht ganz überzeugt, ob ich schon bereit bin“, gesteht er. Etwa eineinhalb Jahre später war er dann aber soweit. Er trat der Kraftsportabteilung des VfB Hüls bei und startete bei seinen ersten Wettkämpfen.

Stephan Berger musste seine Teilnahme an der DM absagen

„Da hatte ich dann einige Rekorde in meiner Alters- und Gewichtsklasse gebrochen“, erzählt er. Die Bestwerte des 24-Jährigen sind beachtlich: 290 Kilogramm bei der Kniebeuge, 150 Kilogramm beim Bankdrücken und 330 Kilogramm beim Kreuzheben.

Seine Leistung hätte er gerne auch in diesem Jahr erstmals bei der Deutschen Meisterschaft bestätigt. Seine Teilnahme hat der Halterner jedoch bereits abgesagt. „Ich habe seit längerer Zeit eine Entzündung in der Schulter, die will noch nicht so richtig weg“, erklärt er, „und die schränkt mich ziemlich ein“.

Nachdem er nicht mehr Fußball spielen konnte, begann Stephan Berger mit Kraftsport.
Nachdem er nicht mehr Fußball spielen konnte, begann Stephan Berger mit Kraftsport. Später startete er beim Powerlifting durch. © Privat © Privat

Aufs Training komplett verzichten muss er deswegen aber nicht – und auch die Pandemie hielt ihn nicht vom Krafttraining ab. „Mit meinem Kollegen, der mich zum Powerlifting gebracht hat, hatte ich schnell die Entscheidung gefasst, alles zu besorgen, was wir brauchen“, erzählt er.

„Es war komisch, mal der Trainer und nicht der Trainierende zu sein“

In den vergangenen Monaten, in denen Fitnessstudios geschlossen bleiben mussten, trainierten die beiden dann nur in der Garage von Stephan Berger, der laut eigener Aussage im Schnitt an drei oder vier Wettkämpfen im Jahr teilnimmt.

Bis zu seinem nächsten Wettkampf könnte aufgrund seiner Entzündung aber noch einige Zeit vergehen. In der Zwischenzeit macht er nun erst mal Lippramsdorfs Torhüter fit. Fabian Kleine Kappenberg und Christian Brink hatten ihn auf ein mögliches Engagement beim LSV angesprochen – und stießen dabei auf offene Ohren.

„Es war komisch, mal der Trainer und nicht der Trainierende zu sein“, sagt Berger über seine ersten Einheiten bei Lippramsdorf. Dennoch habe er sich schnell in seine neue Rolle, die er gemeinsam mit seinem älteren Bruder ausfüllt, eingefunden. „Das waren gute Einheiten und wir wurden super aufgenommen.“

Müssen sich die LSV-Torhüter in Zukunft auch auf einige schweißtreibende Kraftsporteinheiten einstellen? „Ein bisschen Krafttraining werden wir auf jeden Fall mit einbringen“, sagt Stephan Berger. „Aber unser Fokus liegt natürlich auf dem Torwartspiel.“

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Pascal Albert

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