Ärger nach geplatztem Wechsel: „Sportlich fair ist das für mich nicht“

hzFußball: Oberliga

Der überraschende Verbleib eines TuS-Spielers sorgt bei einem anderen Verein für Unverständnis. Der betroffene Trainer äußert sich kritisch - gegenüber den Halternern und dem Spieler.

von Thomas Braucks, Pascal Albert

Haltern/Marl

, 13.07.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Liste der Abgänge des TuS Haltern am See sind viele bekannte Namen zu finden. Beispielsweise verlässt Kapitän Lukas Diericks die Seestädter, um bei seinem Heimatverein, dem SV Dorsten Hardt, zu spielen. Weitere namhafte Abgänge sind die drei Winter-Zugänge Emre Yesilova, Berkant Canbulut und Nurettin Kayaoglu. Doch ein Name fehlt überraschend auf der Liste: der von Paul Keller. Denn der 22-jährige Mittelfeldspieler bleibt nun doch beim TuS - das sorgt für Ärger und Unverständnis bei einem anderen Verein.

Im Kader des Westfalenligisten TuS 05 Sinsen ist wieder ein Platz mehr frei geworden. Schon im März hatte der TuS 05 Paul Keller als ersten Neuzugang vorgestellt. Da sah die Fußball-Welt im Kreis allerdings noch etwas anders aus: Der TuS Haltern war in seiner Personalpolitik auf Regionalliga-Fußball ausgerichtet. Paul Keller, Stütze der U23 in der Bezirksliga 11, durfte sich kaum Chancen auf Einsätze in der ersten Mannschaft ausrechnen. Der Schritt in die Westfalenliga schien da nur logisch.

„Wenn man seine Zusage gibt, darf man ruhig zu seinem Wort stehen“

Inzwischen hat sich der TuS Haltern bekanntlich aus der vierten Liga in die Oberliga Westfalen zurückgezogen und will dabei künftig verstärkt auf junge Kräfte aus dem Verein und der Region setzen. Auf Kicker wie Paul Keller eben. „Er passt natürlich zu 100 Prozent in das Bilbao-Konzept“, sagte denn auch Halterns Timo Ostdorf, der vom Trainer der U23 zum Übungsleiter der ersten Mannschaft befördert wurde. „Deswegen freut es uns natürlich, dass er uns erhalten bleibt.“

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Beim TuS 05 Sinsen dagegen hält sich die Begeisterung über die Entwicklung in Grenzen. „Das neue Konzept des TuS Haltern halte ich ja für schlüssig, und wie der Klub das verkauft, ist auch gut“, sagt Sinsens Trainer Michael Schrank. „Aber wie diese Sache jetzt gelaufen ist, finde ich nicht Ordnung.“

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Der TuS 05 hätte sich sehr um Kellers Dienste bemüht, so der Fußball-Lehrer. Dann habe ihn der Spieler plötzlich informiert, dass er nun doch nicht mehr wechseln wolle. „Da hätte sich auch der TuS Haltern mal melden können. Sportlich fair ist das für mich nicht“ sagt Schrank. „Abgesehen davon: Wenn man einem Verein seine Zusage gibt, darf man ruhig zu seinem Wort stehen.“ Die Suche nach einem adäquaten Ersatz ist beim TuS 05 damit eröffnet.

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